Kleine Schilder mahnen zur Rücksicht | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Tafeln „Miteinander – entspannt auf allen Wegen“ erinnern am Heidschnuckenweg an gegenseitige Rücksichtnahme und werben für mehr Verständnis

Kleine Schilder mahnen zur Rücksicht

Wenn alle den gleichen Weg nutzen, ist das immer wieder eine Herausforderung: So wollen Wanderinnen und Wanderer eher Ruhe und Naturerlebnis genießen – und fühlen sich von den sausenden Radfahrern bedrängt, die gleichzeitig über zu wenig Platz auf dem Weg klagen oder meinen, Vorfahrt zu haben. Und wenn dort dann noch Reiterinnen und Reiter unterwegs sind, haben die einen Angst vor den großen Tieren, andere schimpfen über die aufgewühlten Pfade, und die Reiter fühlen sich von Wanderinnen und Wanderern ebenso wie von Radfahrerinnen und Radfahrern bedrängt. Auf dem Heidschnuckenweg kommt es an einigen Stellen immer wieder zu solchen Situationen. „Dabei lassen sich Konflikte oft vermeiden, wenn man auch die Perspektive des anderen beachtet“, sagt Christiane Vogt, Koordinatorin für den Heidschnuckenweg beim Landkreis Harburg. Doch das kommt oft zu kurz. Daher gibt es ab sofort kleine Erinnerungen: Auf einigen Streckenabschnitten werden lila Hinweistafeln angebracht.

„Miteinander – entspannt auf Wegen“ steht auf den Tafeln im DIN-A-4-Format. Sie erinnern daran, dass sich hier verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Interessen den Weg teilen. „Wir wollen die Menschen sensibilisieren, Rücksicht aufeinander zu nehmen“, so Vogt. „Statt sich über die andern zu ärgern, ist es eben besser, freundlich zu lächeln und sich daran zu erinnern, dass man gemeinsam die Natur genießen möchte – jeder eben auf seine Weise.“ Die Piktogramme zeigen dazu typische Begegnungssituationen.

Rund 60 Schilder sollen nach und nach entlang des Heidschnuckenweges in den drei Landkreisen Harburg, Heidekreis und Celle angebracht werden – aber bewusst nicht flächendeckend: „Die Standorte werden gezielt ausgewählt und die Schilder nur dort auf Holzpfählen angebracht, wo es erfahrungsgemäß häufiger zu Konflikten kommen kann“, so die Mitteilung aus dem Landkreis Harburg, in dem das beispielsweise zunächst der Bereich Wehlen seien wird, wo Reiterinnen und Reiter ebenso wie Wanderinnen und Wanderer gemeinsam unterwegs sind, und das Gebiet zwischen Holm-Seppensen und dem Büsenbachtal, wo sich Radfahrer und Wanderer vor allem auf einem Holzsteg den Platz teilen. „Uns ist es wichtig, möglichst wenig Schilder in die Landschaft zu stellen. Die Natur soll am Heidschnuckenweg im Vordergrund stehen – die Tafeln setzen lediglich punktuelle Impulse für mehr Achtsamkeit.“

Das Konzept hat die Arbeitsgruppe Heidschnuckenweg dazu eng mit den Unteren Naturschutzbehörden abgestimmt. „Ein rücksichtsvolles Verhalten auf den Wegen kommt nicht nur allen Erholungssuchenden zugute, sondern auch der Natur: Wer aufmerksam unterwegs ist, hält sich auch an die Regeln, beim Naturerlebnis Tiere nicht zu stören und empfindliche Lebensräume zu schonen“, so die Mitteilung des Landkreises Harburg.

Die bisher produzierten Schilder tragen das Markierungszeichen des Heidschnuckenwegs. Darüber hinaus hat die AG Heidschnuckenweg Druckvorlagen entwickelt, die flexibel angepasst werden können – etwa durch die Integration anderer Markierungszeichen oder auch ganz ohne Kennzeichnung. So ist es möglich, die Tafeln perspektivisch in der gesamten Lüneburger Heide einzusetzen.

Der Heidschnuckenweg gehört nicht umsonst zu den schönsten und reizvollsten Wanderwegen Deutschlands und zieht Wanderbegeisterte aus ganz Deutschland an. 2012 eröffnet, führt er auf 223 Kilometern von Hamburg aus durch die drei Landkreise Harburg, Heidekreis und Celle und durch über 30 große und kleine Heideflächen der Nord- und Südheide und bietet ein einzigartiges Wandererlebnis durch die Lüneburger Heide. Davon zeugen auch das Zertifikat „Qualitätswanderweg Wanderbares Deutschland“ des Deutschen Wanderverbands und die Aufnahme in den Verbund „Top Trails – Deutschlands schönste Wanderwege“. Dabei ist der Heidschnuckenweg in 13 Etappen von unterschiedlicher Länge unterteilt, um die schönsten Flecken der Region zu erkunden. Noch mehr zu entdecken gibt es durch die zwölf Heideschleifen. Die Rundwanderwege umfassen zwischen 1,4 und 20,9 Kilometern. Infos zum Heidschnuckenweg gibt es unter www.heidschnuckenweg.de online.