Trockenheit bringt höchste Waldbrandgefahr

Brände aus der Luft erkennen: Feuerwehr-Flugdienst bereits im Einsatz

Trockenheit bringt höchste Waldbrandgefahr

Die Flugbeobachter und Piloten und des Feuerwehr-Flugdienstes (FFD) des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen (LFV-NDS) sowie Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten sind bereits seit einer Woche im Einsatz. Aus ihren Flugzeugen halten sie am Himmel über Niedersachsen Ausschau nach Bränden: „Durch die seit Wochen anhaltende Trockenheit und der auffrischenden Winde sind in einigen Gebieten Niedersachsens die höchste (Stufe 5), beziehungsweise zweithöchsten Waldbrandgefahrenstufen (4) erreicht. Um hier zeitnah entstehende Brände zu sichten und bei laufenden Einsätzen die Einsatzkräfte am Boden zu unterstützen, wurde mit dem regelrechten Flugbetrieb am 18. April begonnen“, so der Feuerwehr-Flugdienst in seiner aktuellen Mitteilung.

Während dieser Flugtage wurden schon einige Brände gesichtet. So arbeitete die Crew im Cockpit am 20. April mit den örtlichen Feuerwehren am Boden zusammen, als in Großmoor im Landkreis Celle ein Hofanlage in Brand geraten war: „Hier hat die Besatzung des Feuerwehr-Flugdienstes aus Hildesheim die Rauchsäule, die durch eine brennende Scheune und mehreren brennenden Fahrzeugen entstand, gesichtet und konnte den Einsatzleiter bei der Lagebeurteilung und Nachforderung weiterer Kräfte unterstützen. Durch diese wertvolle und schnelle Hilfe aus der Luft konnte eine weitere Brandausbreitung auf die gesamte Hofstelle verhindert werden“, so Olaf Rebmann vom LFV-NDS in der Mitteilung.

Bereits am 6. April sei die erste einsatzmäßige Anforderung zu einem großen Moor- und Waldbrand im Landkreis Rotenburg/Wümme gekommen: „Die Cessna des Feuerwehr-Flugdienstes des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, Stützpunkt Hildesheim, wurde kurzfristig besetzt und startete in die entsprechende Richtung. Vor Ort wurde die große und unübersichtliche Einsatzstelle mehrfach überflogen. Luftaufnahmen für die Einsatzleitung angefertigt und später auch noch den Einsatzleiter zur besseren Lageeinschätzung aus der Luft mit aufgenommen“, erklärt Rebmann.

Auf dem Rückflug zum Flughafen Hildesheim wurde der Feuerwehr-Flugdienst zu einer Feuermeldung gerufen und sichtete während des dortigen Anfluges ein weiteres Feuer. Ebenfalls wurde hier die Einsatzleitung der örtlichen Feuerwehr aus der Luft unterstützt.“ Erst bei Einbruch der Dunkelheit sei die Maschine wieder in ihrem Stützpunkt eingetroffen. Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, Karl-Heinz Banse, hob das Engagement aller Mitwirkenden des Feuerwehr-Flugdienstes hervor. Er sei zudem froh, dass auch die weiten Teile des Harzes neuerdings mit überwacht werden. Der Regelflugbetrieb wird erst einmal bis Sonntag, 26. April, laufen, so Rebmann in der Mitteilung, „und dann wird neu entschieden.“

Der Feuerwehr-Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen ist übrigens eine einmalige Einrichtung in Deutschland und wird auf Anforderung der Polizeidirektion bei entsprechenden Wetterlagen tagsüber im Einsatz sein und ihre Überwachungsflüge über große Teile Niedersachsens absolvieren. Weiter können Einsatzleitungen bei größeren Lagen die beiden Maschinen anfordern. Hauptaufgabe ist die Unterstützung der Einsatzleitung am Boden durch detaillierte Lagemeldungen aus der Luft, gerade bei Wald- und Flächenbränden oder sonstigen unübersichtlichen Lagen. Der FFD übermittelt als „fliegendes Auge des Einsatzleiters“ weiter einsatzkritische Informationen über den Verlauf eines Feuers oder anderer Großschadenslagen und führt die am Boden befindlichen Einsatzkräfte zum genauen Einsatzort.

Der LFV-NDS unterhält zurzeit zwei Maschinen vom Typ Cessna 206. Die beiden Flugzeuge sind mit BOS-Digitalfunk, GPS-Geräten zur Satellitennavigation, sowie Tablet-PCs und weiteren Einsatzmaterial ausgestattet.

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