Zeichen gegen Gewalt

Brötchentüten-Aktion soll auf sensibles Thema aufmerksam machen

Zeichen gegen Gewalt

Zusammen mit der Bäckerinnung setzen die Gleichstellungsbeauftragten des Heidekreises, des Landkreises Celle und dem Runden Tisch gegen Häusliche Gewalt Celle jetzt mit einer gemeinschaftlichen Aktion ein Zeichen: „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ heißt es bei den Bäckereien am 25. November, dem Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Dabei soll das prägnante Motto der Kampagne als Aufdruck auf den Brötchentüten zur Diskussion am Frühstückstisch anregen.

Auf den Brötchentüten finden sich zudem die Anlaufstellen bei Häuslicher Gewalt. Besonders unterstützt wird die Aktion von Konditormeisterin Anja Misch und Dirk Wrogemann, Obermeister der Bäckerinnung Lüneburger Heide (diese entstand Anfang des Jahres aus der Fusion der Bäckerinnungen Celle und Soltau-Fallingbostel). Die Brötchentütenaktion ist bereits seit 15 Jahren ein Beitrag der Bäckerinnung im Heidekreis zum 25. November, an dem in vielen Städten in ganz Deutschland seit 1981 auf die Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht wird. Bianka Lawin, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Celle, arbeitet schon seit langem über die Landkreisgrenzen hinweg, um ein überregionales Hilfenetzwerk sicherzustellen. „Es ist besonders wichtig, dass in Not geratene Frauen und Mädchen wissen, wo sie Hilfe finden und dass Nachbarn und Angehörige aufmerksam sind. Das Thema ‚Häusliche Gewalt‘ darf nicht tabuisiert werden. Es kann jede Frau treffen und die Grenzen von psychischer zu körperlicher Gewalt sind fließend“, so Lawin. Auch der Celler Kreisrat Axel Flader begrüßt die Aktion: „Ich freue mich, dass seit diesem Jahr auch der Landkreis Celle dabei ist.“

Im Heidekreis gehen rund 20.000 Tüten in etwa 35 Verkaufsstellen über die Verkaufstresen - das bringt Aufmerksamkeit: „Mit den Tüten tragen wir das Thema ‚Häusliche Gewalt‘ direkt in die Haushalte hinein, regen zu einer Diskussion über das Thema an und bewegen hoffentlich die ein oder andere dazu, in ihrem Umfeld genauer hinzuschauen und die angebotenen Hilfsangebote zu nutzen“, hofft die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Walsrode, Priska Wethkamp. Der alljährliche Aktionstag gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen am 25. November sei so aktuell wie nie zuvor, macht Lawin deutlich: „Jede vierte Frau wurde laut Bundesfamilienministerium Opfer von Häuslicher Gewalt durch den Partner. Im Landkreis Celle rückte die Polizei durchschnittlich täglich zu mindestens einem Einsatz wegen Häuslicher Gewalt aus. Einen Anstieg der Zahlen konnte die Polizei besonders wegen des Lockdowns feststellen. Lediglich in den Monaten Juli und September war ein leichter Rückgang zu verzeichnen, der bereits im Oktober wieder massiv anstieg. Bereits zu Anfang des Jahres waren die Frauenhäuser teilweise voll ausgelastet.“

Um den Cornabestimmungen gerecht zu werden, die weniger Belegung zulassen, erwirkte die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Celle mit Unterstützung des Landrats Klaus Wiswe zu Beginn des ersten Lockdowns eine Aufstockung von weiteren vier Notplätzen für die beiden Frauenhäuser in Celle.

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