Corona-Impfung - nur mit Personalausweis?

Landkreis beruhigt: Lösungen auch ohne gültige Papiere möglich

Corona-Impfung - nur mit Personalausweis?

Auch wenn sie derzeit beim Impfen noch nicht an der Reihe sind, fühlen sich vor allem einige Seniorinnen und Senioren beim Blick auf den eigenen Personalausweis inzwischen verunsichert: Letzteren brauchen sie nämlich, um sich auszuweisen, wenn sie sich demnächst gegen das Corona-Virus immunisieren lassen wollen. Und nicht jeder Perso ist noch gültig. Doch der Landkreis beruhigt: Es werde sich immer eine Lösung finden lassen.

Auch im Heidekreis sind die Imfungen angelaufen. Der Startschuss dafür ist am 4. Januar gefallen: Als erste wurden die Bewohnerinnen und Bewohner des DRK-Seniorenheimes in der Michelsenstraße in Bad Fallingbostel versorgt, denn der Schwerpunkt liegt zunächst auf den Alten- und Pflegeeinrichtungen (HK berichtete).

Als nächste sind dann auch die über 80jährigen, die allein wohnen, dran, wenn sie sich denn impfen lassen möchten. Wer das will, muss sich laut Impfverordung mit einem Personalausweis oder einem anderen Lichtbildausweis legitimieren - einem gültigen, versteht sich.

Für jüngere Leute dürfte dies weniger problematisch sein, denn sie kommen wahrscheinlich häufiger in die Lage, sich ausweisen zu müssen, und hätten dann Probleme, wenn ihre Papiere ungültig wären: sei es bei Behördengängen oder auf Reisen, bei Ratenkäufen oder bei der Kontoeröffnung.

Während sie sich also eher darum kümmern, dass ihre Ausweise auf Stand sind, sieht das bei Seniorinnen und Senioren unter Umständen ganz anders aus: Bei vielen von ihnen hat sich der Alltag über Jahre eingespielt, neue Dinge, noch dazu mit Ausweis, sind kaum zu erledigen - und beim Alkoholkauf an der Supermarktkasse fragt auch keiner mehr nach dem Perso.

So ist es durchaus verständlich, dass die ältere Genereration die eigenen Papiere aus dem Blick verliert oder auch meint, ein neuer Ausweis sei nicht mehr nötig, weil alles geregelt sei. Doch trotz dieser persönlichen Einschätzung gilt nach wie vor: Jeder Bundesbürger muss einen amtlichen Identitätsnachweis besitzen. In Deutschland erfüllen der Personalausweis sowie der Reisepass diese Funktion.

In Erwartung eines Impftermins sehen nun betroffenen Seniorinnen und Senioren unter Umständen sorgenvoll in den Ausweis - mit der Befürchtung dass sich ein neuer nicht mehr rechtzeitig ausstellen lässt. Und das gilt nicht nur für ein paar ältere Mensschen im Heidekreis. So bestätigt der Landkreis auf Anfrage, dass diese Problematik teilweise auch schon auf Landesebene thematisiert werde.

Anlass für echte Befürchtungen gibt es allerdings nicht - für Altenheime ohnehin nicht. So erläutert eine Landkreissprecherin: „Sofern Bewohnerinnen oder Bewohner in Alten- und Pflegeeinrichtungen von der Ausweispflicht befreit sind, ist eine Identifikation der zu Impfenden auf andere Art und Weise möglich, etwa über den Heimvertrag oder die Krankenversichertenkarte. Zudem ist die zu impfende Person dem Heimpersonal in der Regel persönlich bekannt, so dass dieses die Identität bestätigen kann. Die Entscheidung liegt beim Impfarzt. Im begründeten Zweifelsfall kann dieser eine Impfung ablehnen.“

Personen, die sich ausweisen müssen, können dies nach Auskunft des Landkreises mit Personalausweis, Reisepass, Duldung, Aufenthaltstitel, Krankenversicherungskarte mit Lichtbild oder EU-Führerschein erledigen. Und wessen Ausweispapiere zwar abgelaufen sind, den Inhaber aber noch gut erkennen lassen, für den soll schon mal ein Auge zugedrückt werden, „wenn das Ablaufdatum noch nicht zu lange zurückliegt“, so die Landkreissprecherin. Für niemanden, der sich impfen lasse wolle, gebe es Anlass zur Verunsicherung: „Keine Person muss Bedenken haben, dass eine Impfung nicht durchgeführt wird, weil kein gültiges Dokument zur Identifizierung erbracht werden kann. Auch für besondere Gegebenheiten werden sich pragmatische Lösungen finden lassen. Mit Beginn der Impfung in den Impfzentren wird es voraussichtlich weitere Regelungen zu diesem Thema geben.

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