Coronavirus: Was tun bei einem positiven Schnelltest oder Selbsttest?

Landrat Ostermann appelliert: „Dieses Angebot nutzen, um infizierte Personen zeitnah festzustellen und dadurch eine weitere Ansteckungsgefahr zu reduzieren“

Coronavirus: Was tun bei einem positiven Schnelltest oder Selbsttest?

Seit dem 8. März dieses Jahres besteht für die gesamte Bevölkerung die Möglichkeit, pro Woche einen kostenlosen Schnelltest in Anspruch zu nehmen. Die „Schnellteststellen“ im Heidekreis werden beinahe wöchentlich erweitert. Eine fortlaufend aktualisierte Übersicht steht auf der Homepage des Heidekreises unter www.heidekreis.de/corona zur Verfügung. Bei fast allen „Schnellteststellen“ ist eine vorherige Terminvereinbarung erforderlich. Ein Ausweisdokument wie beispielsweise ein Personalausweis zur Identifizierung muss immer vorgelegt werden. Landrat Manfred Ostermann bittet alle Bürgerinnen und Bürger, „dieses Angebot zu nutzen, um infizierte Personen zeitnah festzustellen und dadurch eine weitere Ansteckungsgefahr zu reduzieren.“

„Schnellteststellen“ bieten PoC-Antigen-Schnelltests an. Diese heißen so, weil das Ergebnis schnell vorliegt. Sie werden durch geschultes Personal durchgeführt. Dafür wird ähnlich wie beim PCR-Test (Labortest) ein Nasen- und/oder Rachenabstrich gemacht. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zu den PCR-Tests aber direkt vor Ort.

Selbsttests für zu Hause können in Geschäften, Apotheken oder im Internet gekauft werden. Die Selbsttests sind zur Anwendung durch Privatpersonen bestimmt. Dafür muss die Probenentnahme und -auswertung entsprechend einfach sein. Der Test kann zum Beispiel mit einem Nasenabstrich oder mit Speichel erfolgen.

Doch wie sollen sich Betroffene bei einem positiven Testergebnis verhalten? Müssen sie sich dann beim Gesundheitsamt melden? Und besteht dann Quarantänepflicht? Laut Landkreis Heidekreis ist es in solchen Fällen wichtig, sich umgehend abzusondern, also nach Hause zu gehen und Kontakte einzustellen. Um sicher zu sein, dass das Ergebnis des Schnelltests oder Selbsttests richtig sei, müsse ein PCR-Test durchgeführt werden. PCR-Tests seien der „Goldstandard“ unter den Corona-Tests. Die Probenentnahme erfolge durch medizinisches Personal - die Auswertung durch Labore. Dafür sollte die Hausärztin oder der Hausarzt oder die Rufnummer 116 117 kontaktiert werden, um einen Termin zu vereinbaren. Bis zum Beweis des Gegenteils sei von einer möglichen Corona-Erkrankung mit Ansteckungsfähigkeit auszugehen. Also gelte es, Abstand zu halten und eine sogenannte FFP-2-Maske zu tragen. Diese Maske filtere 94 Prozent oder mehr der Schadstoffe und Aerosole.

Der Landkreis weist darauf hin, dass ein positiver PoC-Antigen-Schnelltest meldepflichtig ist. Das geschulte Personal, das den Test durchführt habe, müsse deshalb das Gesundheitsamt des Heidekreises darüber informieren. Dies geschehe über das Bürgerportal des Heidekreises unter https://openkreishaus.heidekreis.de, Suchwort „Corona“. „Zudem löst ein positiver PoC-Antigen-Schnelltest eine Kontaktermittlung durch das Gesundheitsamt aus und eine Quarantäne wird ausgesprochen. Sollte der PCR-Test negativ ausfallen, wird die Quarantäne für die Betroffenen aufgehoben“, heißt es in der Mitteilung des Landkreises zu diesem Thema. Und weiter: „Personen, bei denen der Selbsttest positiv ausgefallen ist, informieren das Gesundheitsamt des Heidekreises vorrangig telefonisch unter (05162) 9709110. Alternativ steht die E-Mail corona@heidekreis.de zur Verfügung. Eine Quarantäneanordnung durch das Gesundheitsamt gibt es hier noch nicht.“

Übrigens: Einen sogenannten „Gelben Schein“ stellt das Gesundheitsamt bei einer angeordneten Quarantäne nicht aus. Eine Ärztin oder ein Arzt darf bei Krankheitssymptomen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausfertigen. Mit dieser kann sich dann die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer beim Arbeitgeber krankmelden. Ist die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer jedoch symptomfrei, darf keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt werden, selbst wenn die Patientin beziehungsweise der Patient positiv auf Corona getestet wurde. In diesem Fall ist die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber über die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz gesichert. Der behördliche Bescheid über die Anordnung der Quarantäne ist dann beim Arbeitgeber einzureichen.

Weiter heißt es in der Mitteilung des Landkreises: „Wenn der PoC-Antigen-Schnelltest oder Selbsttest negativ ausfallen, hat man mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Corona. Hundertprozentige Sicherheit bieten diese Tests aber nicht. Das bedeutet: Weiter die AHA+L-Regeln befolgen und bei Unsicherheit ebenfalls einen PCR-Test durchführen zu lassen.“

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