Coronavirus: Wie bereitet sich das Heidekreis-Klinikum auf die Pandemie vor?

Das Corona-Testzentrum (CTZ) des HKK in Walsrode informiert

Coronavirus: Wie bereitet sich das Heidekreis-Klinikum auf die Pandemie vor?

Wegen zahlreicher Anfragen besorgter Bürger informiert das Corona-Testzentrum (CTZ) des Heidekreis-Klinikums (HKK) in Walsrode darüber, wie es sich auf die Pandemie vorbereitet. Dort wird die welt- und bundesweite Entwicklung der Ausbreitung des Coronavirus natürlich sehr genau beobachtet. Täglich tagt eine Arbeitsgruppe, täglich werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die neuesten Entwicklungen informiert. Um die Bürgerinnen und Bürger ausführlich zu informieren, haben die Verantwortlichen ihre Maßnahmen und Vorkehrungen zusammengefasst. Zudem appelliert das HKK-Team an alle Bürgerinnen und Bürger, eine Reihe von Verhaltensregeln zu beachten und zu befolgen.

1. In den beiden Krankenhäusern in Soltau und Walsrode gilt ein Besuchsstopp. Die Eingangsbereiche sind abgesperrt. Jeder, der hinein- oder hinausgehen möchte, muss direkt an einem Desinfektionsmittelspender vorbei und wird gegebenenfalls angehalten, diesen auch zu nutzen. Selbstverständlich wird jede Person aufgehalten, wenn es sich nicht um einen bereits aufgenommenen stationären Patienten oder einen Mitarbeiter beziehungsweise eine Mitarbeiterin handelt.

2. Das HKK hat den „normalen“ Regelbetrieb an beiden Standorten eingestellt. Das heißt: Es wird nur noch dringend notwendige Operationen an beiden Standorten geben. Die planbaren, die sogenannten elektiven Operationen, werden ausgesetzt.

3. Durch diese Maßnahmen leeren sich die Krankenhäuser in Walsrode und Soltau bereits, so dass mehr Platz für potentielle Covid-19-Patienten geschaffen wird.

4. Für die besonders schützenswerten Patienten auf der Geriatrie ( Altersmedizin am Standort Soltau) gibt es einen Aufnahmestopp für externe - also neue - Patienten. Stationäre Patienten, die bereits im Haus sind, bleiben dort auch - und zwar solange es ihre Gesundheit erfordert.

5. In der Ärzteschaft sowie in der Apotheke werden Teams gebildet, die sich untereinander nicht treffen, so dass gewährleistet werden kann, dass nicht eine komplette Abteilung ausfällt, wenn etwa das gesamte Team zum Beispiel in Quarantäne muss.

6. Das HKK hat bei der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft weitere Beatmungsgeräte angefordert, so dass es im Falle eines Ausnahmezustandes - wenn diese Geräte inklusive Monitore tatsächlich geliefert worden sind - bis auf insgesamt 43 Beatmungsplätze „hochfahren“ kann. „Momentan halten wir in Walsrode acht Intensivplätze vor, die wir schrittweise auf bis zu 19 Plätze erweitern können. In Soltau halten wir sechs Intensivplätze vor, die wir auf bis zu zwölf Plätze erweitern können. Dies werden wir aber nur tun können, wenn wir tatsächlich das technische Equipment bekommen“, heißt es in der Mitteilung des HKK.

7. Die Sprech- und Untersuchungszeiten im Corona-Testzentrum wurden ausgeweitet. Seit Mittwoch, dem 11. März, wird im Auftrag für die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) am Standort Walsrode von montags bis freitags das Corona-Testzentrum (CTZ) betrieben. Die KVN hatte dafür vier Stunden pro Tag vorgesehen. In der ersten Woche wurden im CTZ insgesamt 17 Personen getestet. Diese Zahl hat sich Ende vergangener, Anfang dieser Woche unter anderem nach weiteren Bekanntgaben von Maßnahmen der Bundesregierung mehr als verzehnfacht. Laut HKK habe es mehr als 220 Anmeldungen gegeben. „Viele Patienten haben eigenständig - also ohne vorherigen Kontakt zum Hausarzt - das CTZ kontaktiert. Natürlich haben wir aber reagiert: Hausärzte hatten sich angeboten, Professor Schmitz und sein Team zu unterstützen. Das heißt, dass seit Donnerstag, dem 19. März, das CTZ acht Stunden lang testet. Sämtliche offene Anmeldungen sind mittlerweile von unserem CTZ-Team kontaktiert - so weit wie möglich. Manche Menschen sind zum Beispiel telefonisch nicht zu erreichen - und wurden beziehungsweise werden untersucht“, heißt es weiter.

8. Wie erfahren Betroffene ihr Testergebnis, wer teilt es mit? Die aktuell vier Covid-19-Erkrankten (Stand 27. März, mittags) im Landkreis Heidekreis hätten laut HKK keine Beschwerden, die einen Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich machten. Es gebe bislang keinen Covid-19-Patienten im HKK. „So werden diese Patienten, wie grundsätzlich auch Patienten, die nicht stationär aufgenommen werden müssen, von ihrem Hausarzt betreut. Er teilt das Testergebnis mit, meldet es auch an das Gesundheitsamt“, informiert das Heidekreis-Klinikum.

9. Was passiert mit Betroffenen, wenn das Testergebnis positiv ausfällt, sie also mit dem Virus infiziert sind? Nur wer so schwer erkrankt ist, dass er oder sie stationär im Krankenhaus aufgenommen werden muß, kommt im Krankenhaus in Isolierung. Dies war, wie bereits erwähnt, noch nicht der Fall. Nicht schwer Erkrankte kommen in häusliche Quarantäne - und zwar für 14 Tage. Die medizinische Betreuung erfolgt dann durch den jeweiligen Hausarzt, der das Testergebnis auch dem Gesundheitsamt meldet.

10. Gesetzt dem Fall, das Testergebnis ergibt, dass jemand das Virus hat: Müssen dann alle Menschen, mit denen der Infizierte in einem gemeinsamen Haushalt lebte, ebenfalls in Quarantäne?Dazu empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI), die deutsche Bundesoberbehörde für unter anderem Infektionskrankheiten:

· Menschen mit einer bestätigten COVID-19-Erkrankung sollten allein in einem gut belüftbaren Einzelzimmer untergebracht sein.

· Die Anzahl der Kontakte zu anderen Personen sollte auf das absolute Minimum, das heißt auf Haushaltsangehörige, deren Unterbringung nicht anderweitig möglich ist, oder die zur Unterstützung benötigt werden, reduziert werden.

· Haushaltsangehörige sollten sich in anderen Räumen getrennt von Infizierten aufhalten. Falls dies nicht möglich ist, ist die Einhaltung eines Abstands von mindestens einem Meter und bis zu zwei Metern zu ihnen empfohlen. Zudem sollten sowohl die Infizierten als auch die Haushaltsangehörigen jeweils einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

· Kontakte zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts sollten unterbleiben.

Wieso wird nicht jeder in Deutschland auf Covid-19 getestet? Ganz einfach: Jeder Test hält nur fest, ob der Getestete genau zu dem Zeitpunkt des Tests mit dem Virus infiziert ist oder nicht. Theoretisch könnte sich jeder kurz nach dem Test anstecken. Zudem sind die qualifizierten Labore bereits bundesweit voll ausgelastet, teilweise sogar schon überlastet. Es kommt daher bereits jetzt zu Wartezeiten von bis zu fünf Tagen, bis das Testergebnis vorliegt. Und gibt es bereits eine Therapie oder ein Medikament, das gegen Covid-19 hilft? Derzeit leider noch nicht.

Was kann jeder einzelne tun, um die Verbreitung des Virus aufzuhalten - und sich nicht anzustecken?

Das HKK rät allen Bürgerinnen und Bürgern:

1. Waschen Sie sich gründlich Ihre Hände!

2. Halten Sie Abstand, mindestens 1,5 Meter!

3. Bleiben Sie Zuhause - minimieren Sie Ihre sozialen Kontakte!

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