„Damit wird unsere Natur im gigantischen Ausmaß zerstört“

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau startet Petition

„Damit wird unsere Natur im gigantischen Ausmaß zerstört“

„Der Bahnkonzern will gegen den Willen der Bevölkerung eine unnötige neue Bahnstrecke von Hannover nach Hamburg bauen. Damit wird unsere Natur im gigantischen Ausmaß zerstört. Das heißt konkret: Millionen Quadratmeter Natur, Wälder, Naturschutzgebiete und Landschaften. Das führt wiederum zu vielen Folgeproblemen. Die Strecke verläuft zum Teil nur wenige Meter von Wohnhäusern entfernt“. Das schreibt das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau, das jetzt eine Petition gegen die Pläne der Deutschen Bahn AG startet, mit der es sich an Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, wendet.

„Unsere Heimat würde sich dramatisch verändern. Der Irrsinn an dem Vorhaben des Milliardenkonzerns: Es gibt einen bereits ausgehandelten und sinnhaften Plan für einen Ausbau der bestehenden Strecken“, schreiben die Initiatoren der Petition und beziehen sich damit auf den im Rahmen des Dialogforums „Schiene Nord“ erarbeitete Alfa-E-Variante: „Auf Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse nach eigenen Maßstäben und intransparenten Bemessungsgrundlagen möchte sich der Konzern nicht mehr an seine Zusage des Ausbaus halten. Die gewaltige Naturzerstörung und Folgeschäden werden ausgeblendet. Das ist eine zweifelhafte Konzernhaltung, die nicht mehr in die heutige Zeit passt“, heißt es vonseiten der Initiative.

Die neue Trasse sei für den ICE und den Güterverkehr vorgesehen. „Mehr als 100 Züge sollen Tag und Nacht - insbesondere Güterverkehr - fahren, das heißt alle 15 Minuten. Der Lärm wäre über Quadratkilometer hinweg zu hören. Die neue Trasse besitzt eine Breite von bis zu 100 Metern. Für das Gleisbett muss der Boden auf gigantischer Fläche verdichtet werden. Die Gesamtlänge der neuen Strecke beträgt circa 130 Kilometer“, heißt es im Petitionsaufruf der Gegner der Neubautrasse. Die Bahn wolle ihre Pläne ohne Zustimmung der Bevölkerung und ohne Zustimmung des Landes Niedersachsen durchsetzen. Das sage schon genug aus. „Der Milliardenkonzern wird der Bundesregierung in Berlin die Pläne in wenigen Wochen zur Zustimmung vorlegen. Nur wenn die Online-Petition sehr viele Stimmen zählt, lässt sich die Katastrophe verhindern.“

Im Kern gehe es um etwas Grundsätzliches, so die Initiatoren der Petition: „Wir sollten als Gesellschaft entscheiden können, in welcher Welt wir in Zukunft leben wollen. Konzernentscheidungen, die von uns als Gesellschaft getragen werden müssen, sind auch entsprechend abzustimmen. Es ist nicht richtig, wenn ein Konzern eigenständig und ohne Rücksicht auf Verluste entscheidet - und das über den Kopf von Millionen betroffenen Menschen hinweg.“

Der Protest richte sich nicht gegen die Bahn, „sondern gegen den Bahn-Irrsinn eines unnötigen Trassenneubaus von Hannover nach Hamburg.“ Es gebe „sinnhaftere Lösungen“, die bereits vorlägen und mit dem Land Niedersachsen, der lokalen Politik, renommierten Verkehrsexperten, dem Bahn-Konzern und den Bürgerinitiativen gegen die Neubaupläne erarbeitet worden seien, nämlich „den gezielten Ausbau der bestehenden Strecke.“

Stimmen für die Petition sammelt das Aktionsbündnis unter https://www.change.org/Bahnsinn-2023.

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