„Das war schon Wahnsinn“: Um die 1.000 Einsätze im Heidekreis

Kreisbrandmeister Thomas Ruß: „Die Arbeiten bei starkem Sturm in der Nacht waren für die Einsatzkräfte wirklich gefährlich, glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt“

„Das war schon Wahnsinn“: Um die 1.000 Einsätze im Heidekreis

Zunächst fegte Sturmtief „Ylenia“ durch den Heidekreis und hatte rund 220 Feuerwehreinsätze in zwölf Stunden zur Folge. Überwiegend hatten es die Einsatzkräfte mit umgestürzten Bäumen zu tun. Das Geräusch von laufenden Kettensägen war dann auch am vergangenen Freitag und Samstag nahezu überall im Heidekreis zu hören. Orkan „Zeynep“ hatte nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle im Heidekreis offiziell für mehr als 750 Einsätze der Rettungskräfte im Landkreis gesorgt. Die Dunkelziffer dürfte indes weitaus höher liegen.

„Das Einsatzaufkommen in der Nacht war schon Wahnsinn“, resümiert Thorben Friedrich, Leiter der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle im Heidekreis. „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier in der Leitstelle mussten eine wahre Flut von Notrufen bewältigen. Unsere Vorbereitungen, die maximale Anzahl von Disponenten in den Dienst zu rufen, haben sich ausgezahlt und die neu angeschaffte Technik zur Verteilung der Unwettereinsätze an die einzelnen kommunalen Einsatzleitungen hat hervorragend funktioniert“, so Friedrich weiter.

Bis weit in den Samstagnachmittag hinein waren die ehrenamtlichen Einsatzkräfte noch unterwegs, um die Schäden zu beseitigen und Straßen wieder befahrbar zu machen. Unterstützt wurden sie dabei von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Straßenmeistereien und zum Teil von örtlichen Landwirten, die mit großen Gerätschaften die Arbeiten oftmals enorm erleichterten. Trotz allem waren auch am Sonntag einige weniger befahrene Abschnitte von Straßen sowie Fuß- und Radwegen gesperrt. Diese wurden in den folgenden Tagen nach und nach geräumt.

„Die Arbeiten bei starkem Sturm in der Nacht waren für die Einsatzkräfte wirklich gefährlich, glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt“, zieht auch Kreisbrandmeister Thomas Ruß ein Fazit der Sturmnacht. „Ich bin stolz auf das, was durch das Ehrenamt im Heidekreis geleistet werden kann, insbesondere auch im Hinblick auf den Ausbildungsdienst, der wegen der Pandemie zurzeit nur eingeschränkt möglich ist“, erklärt Ruß weiter.

Alles in allem war diese Orkannacht für die Einsatzkräfte im Heidekreis stark fordernd. Es gab kaum eine der 94 Feuerwehren im Landkreis, die nicht im Einsatz war. Einzelne Wehren waren quasi über fast 16 Stunden im Dauereinsatz - und die Kräfte somit bis zur totalen Erschöpfung im Einsatz, insbesondere da die meisten am Freitag ihrem normalen Berufsalltag nachgehen mussten. Die Dankbarkeit in der Bevölkerung war allerdings deutlich zu spüren. Vielerorts erfuhren die Einsatzkräfte guten Zuspruch der Bevölkerung oder erhielten von Restaurants, Einzelhändlern oder Privatpersonen Essen, Süßigkeiten oder Kaffee gesponsert, um zwischenzeitlich wenigstens etwas Energie zu tanken.

Logo