DB Regio statt Erixx

LNVG fasst zwei Bahnnetze zusammen

DB Regio statt Erixx

Der Erixx in der Heide: Ab Dezember 2021 soll das Bild der Vergangenheit angehören. Statt dessen wird die DB Regio die beiden Linien auf dem sogenannten Heidekreuz bedienen. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) fasst zwei Bahnnetze in der Mitte Niedersachsens zu einer Einheit zusammen. Fahrzeuge und Mitarbeiter sollen dort dann flexibler eingesetzt werden können. „Wir wollen so erreichen, dass sich personal- oder fahrzeugbedingte Zugausfälle verringern“, so Carmen Schwabl, Geschäftsführerin der LNVG. Betreiberin des neuen „Dieselnetzes Niedersachsen-Mitte“ wird die DB Regio AG. Der bisherige Betreiber Erixx hat die Ausschreibung zum künftigen Betrieb der Bahnstrecke verloren.

„Wir haben bei erixx alles dafür getan, ein attraktives und wirtschaftliches Angebot abzugeben. Leider hat es nicht ganz gereicht, diesen sehr harten Preiswettbewerb zu gewinnen. Das bedauern wir sehr“, so Lorenz Kasch, kaufmännischer Geschäftsführer des Erixx.

Das neue Netz besteht aus dem bisherigen „Heidekreuz“ mit den Linien Bremen - Soltau - Uelzen sowie Hannover - Soltau - Buchholz, sowie den Linien Hildesheim - Hameln - Löhne - Bünde) und Hildesheim -Bodenburg. Der Vertrag mit DB Regio läuft bis Ende 2029. In jedem Zug muss künftig ein Kundenbetreuer mitfahren, um die Information für die Fahrgäste und die Sicherheit zu verbessern. Ab Mitte 2022 muss der neue Betreiber zudem WLAN in den Zügen zur Verfügung stellen.

Die Mitarbeiter, die bei den beiden bisherigen Betreibern beschäftigt sind, haben einen Rechtsanspruch darauf, vom neuen Betreiber übernommen zu werden. Außerdem verlangt die LNVG auch für dieses Netz ein Personalkonzept - eine Vorgabe, die die Gesellschaft seit 2017 in neuen Verträgen macht.

LNVG-Chefin Schwabl: „Der Betreiber muss nachweisen, dass er Mitarbeiter in Reserve hat, die bei kurzfristigen Ausfällen einspringen können. Auch ein Plan für die Ausbildung von Nachwuchskräften über den eigenen Bedarf hinaus muss vorgelegt werden. Die Bahnunternehmen sind in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich die noch immer angespannte Situation bei Lokführern verbessert.“ Die bisher eingesetzten 36 Dieseltriebwagen vom Typ LINT 41 aus dem Fahrzeugpool der LNVG sollen weiter fahren. DB-Regio wird auch für die Instandhaltung verantwortlich sein.

Die Enttäuschung bei Erixx ist groß: „Gerade während der kritischen Phase der Corona-Pandemie hat erixx bewiesen, dass ein zuverlässiger, uneingeschränkter Nahverkehr unter schwierigsten Bedingungen möglich ist. Die erixx-Züge im Heidekreuz sind pünktlich gefahren, das Hygiene- und Sicherheitskonzept war schnell und wirkungsvoll“, betont Geschäftsführer Kasch.

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