Deutlich mehr Arbeitslose

Arbeitsmarkt: Starke Veränderungen durch Coronakrise

Deutlich mehr Arbeitslose

„Unter normalen Umständen hätten wir jetzt unser Augenmerk auf die intensive Vermittlung und Beratung in den Markt gerichtet. Die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt nun aus, denn die Corona-Krise hat alles abrupt verändert. Für den Monat April setzt sich die dynamische Frühjahrsbelebung nicht mehr fort“, bilanziert Sven Rodewald, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Celle, die auch für den Heidekreis zuständig ist.

Im Landkreis Heidekreis waren im April 4.641 arbeitslose Personen gemeldet und damit 386Frauen und Männer (9,1 Prozent) mehr als im Vormonat. Der Vergleich zum Vorjahr zeigte einen Anstieg um 757 Personen (19,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 5,2 Prozent.

„Systemrelevant Arbeiten – um dem Fachkräftemangel zu begegnen rüsten sich Branchen für die Rekrutierung zusätzlicher Beschäftigter: Die Landwirtschaft, die Lebensmittellogistik und der Lebensmittelhandel sowie die Pflege und das Gesundheitswesen. Die individuellen Chancen auf einen sicheren Job können durch Quereinstieg kurzfristig gesichert werden und erhalten langfristig durch Weiterbildung im Beruf das notwendige Fundament in Form des Berufsabschlusses. Gute Chancen haben derzeit auch jugendliche Ausbildungssuchende, denn Betriebe suchen jetzt über digitale Wege ihre künftigen Fachkräfte und wissen, dass sie ausbilden müssen, damit in den kommenden Jahren viele Leistungsträgerinnen und -träger in den Ruhestand gehen können. Die Betriebe melden jetzt auch weiterhin ihre freien Ausbildungsstellen im Arbeitgeberservice der Agenturen für Arbeit“, führt Rodewald aus.

Von den Agenturen für Arbeit in Soltau und Walsrode wurden 1.783 Arbeitslose betreut. Im Vergleich zum März stieg die Zahl der Arbeitslosen um 191 Personen (12,0 Prozent) und verglichen mit April vergangenen Jahres stieg sie um 480 Personen (36,8 Prozent). Beim kommunalen Jobcenter Heidekreis waren 2.858 Erwerbslose gemeldet und damit 195 Personen (7,3 Prozent) mehr als vor einem Monat und 277 Personen (10,7 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

489 jüngere Frauen und Männer unter 25 Jahren waren im April arbeitslos gemeldet, 79 Personen (19,3 Prozent) mehr als vor einem Monat. Verglichen mit April 2019 stieg die Arbeitslosenzahl bei dieser Personengruppe um 126 Personen (34,7 Prozent).

1.059 Arbeitslosmeldungen erfolgten im April, 187 so genannte Zugänge (21,4 Prozent) mehr als im März und 155 Zugänge (17,1 Prozent) mehr als im April des vergangenen Jahres. Im Gegenzug wurden 675 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit verzeichnet, 326 Abgänge (32,6 Prozent) mehr als im Vormonat und 478 Abgänge (41,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Natürlich macht sich die Coronakrise auch auf dem Stellenmarkt negativ bemerkbar: Im Heidekreis wurden 132 Arbeitsangebote neu aufgenommen, 169 Stellen (56,1 Prozent) weniger als im März. Der Vergleich zum April des Vorjahres zeigte ein Minus von 121 Stellenangeboten (47,8 Prozent). Insgesamt waren 1.337 freie Stellen aus dem Heidekreis im Bestand der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, 86 Stellen (6,0 Prozent) weniger als im März und 159 Stellen (10,6 Prozent) weniger als im April des vergangenen Jahres.

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