Die Artenvielfalt stärken

Naturschutzstiftung Heidekreis: Zwei Projekte

Die Artenvielfalt stärken

Mit zwei neuen Projekten startete die Naturschutzstiftung Heidekreis in den Herbst: „Biotopverbundsysteme Streuobstlandschaften“ und „Streuobst-Kulturlandschaft Aller-Leine-Tal“. Anfang vergangnenen Monats begann die Arbeit an den beiden „LEADER“-geförderten Projekten unter Trägerschaft der Naturschutzstiftung. Beide Vorhaben haben das Ziel, die Artenvielfalt durch die Pflege, Neuanlage und Instandsetzung von historischen Kulturlandschaften und bedrohten Biotopen zu stärken.

Deutschland leidet, wie viele Nachbarländer auch, unter einem teils enormen Insektenschwund - mit drastischen Auswirkungen nicht nur auf alle anderen auf Insekten angewiesenen Tierarten. Gerade in Bezug auf diese dramatischen Entwicklungen ist die Förderung von „alten“ Streuobstwiesen, artenreichem Grünland und Feldhecken eine Möglichkeit, diesem Trend zumindest lokal entgegenzusteuern. „Gleichzeitig fördern Neuanlagen zusätzlich die Wiederausbreitung vieler früher häufig anzutreffender Pflanzenarten und leisten einen Beitrag zum Erhalt genetischer Vielfalt“, so Projektleiter Mirco Johannes von der Naturschutzstiftung Heidekreis.

Gerade die Bedeutung von Feldhecken werde oft unterschätzt. So biete eine vielschichtig aufgebaute Hecke Lebensraum für eine große Zahl von Tieren. In Hainbuchenknicks in Schleswig-Holstein seien rund 1.500, in Feldhecken in Süddeutschland etwa 900 Tierarten festgestellt worden. Naturnahe Hecken könnten hinsichtlich der Vogelwelt ähnliche Funktionen wie Waldränder übernehmen, so dass es nicht verwunderlich sei, „dass viele Vogelarten in beiden Gehölzstrukturen auftreten.“ Im Kontakt mit intensiver genutzten landwirtschaftlichen Flächen, vor allem Äckern, stellten solche Saumstrukturen wichtige Rückzugs- und Nahrungsbiotope für die Tierwelt dar. Linienhafte, naturnahe Heckenstrukturen erfüllten neben der Lebensraumfunktion für Vögel, Amphibien, Reptilien auch Funktionen des Biotopverbundes. „So sind solche Landschaftsbestandteile häufig Leitlinien, beispielsweise für Kleinsäuger und Insekten, die bei Wanderung, Ausbreitung oder Nahrungssuche genutzt werden. Im Biotopverbund wird über den räumlichen Kontakt zum Beispiel zu Streuobstwiesen, artenreichem Grünland oder Wäldern die wertvolle ökologische Wirkung von Feldhecken noch verstärkt“, berichtet Mirco Johannes.

Beim „LEADER“-Kooperationsprojekt „Biotopverbundsysteme Streuobstlandschaften“ stehen der Naturschutzstiftung Heidekreis 132.000 Euro Eigenmittel und zusätzlich noch eine Fördersumme von 198.000 Euro von den „LEADER“-Regionen Vogelpark-Region, der Naturparkregion Lüneburger Heide und dem Aller-Leine-Tal zur Verfügung. Die drei „LEADER“-Regionen beteiligen sich jeweils mit 66.000 Euro ihres Kontingents an der Fördersumme. Zusätzlich hierzu startet im Aller-Leine-Tal noch das Projekt „Streuobst-Kulturlandschaft Aller-Leine-Tal“. Hierbei stellt die Naturschutzstiftung Heidekreis 10.000 Euro aus Eigenmitteln zur Verfügung, noch einmal die gleiche Summe gab es im Rahmen der „LEADER“-Förderung durch die Aller-Leine-Tal-Region. Beide Projekte haben eine Laufzeit von zwei Jahren. Weitere Schwerpunkte beider Projekte sind Umweltbildungsmaßnahmen wie die Ergänzung von Lehrpfaden, Infotafeln, Weiterbildungen und Umweltprogramme für Schulen oder Kitas. Die Vernetzung regionaler Akteure, Informationsvermittlung, Öffentlichkeitsarbeit und die Förderung von Vermarktungsmöglichkeiten wie zum Beispiel die Initiierung einer Vermarktungsstudie oder die Organisation von Obstpatenschaften ergänzen das Aufgabenfeld.

Ein besonderes Angebot richtet sich an Menschen, die an einer zweijährigen berufsbegleitenden Fortbildung zum Obstbaumwart teilnehmen möchten. Die Kosten hierfür können über das Projekt „Biotopverbundsysteme Streuobstlandschaften“ übernommen werden. Bei Interesse an der Weiterbildung oder allen weiteren Fragen zu den aktuellen Projekten können sich Interessierte gern bei Mirco Johannes von der Naturschutzstiftung Heidekreis, E-Mail johannes@naturschutzstiftung-heidekreis.de, Telefon (05191) 970875, melden.

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