„Die Ministerpräsidenten haben sich für die gefährlichere Lösung entschieden“

Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz vom 22. März bringen die Touristiker in der Lüneburger Heide auf die Palme

„Die Ministerpräsidenten haben sich für die gefährlichere Lösung entschieden“

Keine Öffnung, keine Perspektive: Die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz vom 22. März bringen die Touristiker in der Lüneburger Heide auf die Palme. Bis zum Ende harrten sie vor den Fernsehgeräten aus, ging es doch in der Konferenz um ihre Zukunft.

Erstmalig nach der Zwangsschließung sollte wieder darüber beraten werden, ob Öffnungen im Tourismus an Ostern möglich sind und die ausgeblutete Branche endlich wieder Geld verdienen darf. Dementsprechend groß war die Ernüchterung, als die Ergebnisse präsentiert wurden: Keine Angleichung des Deutschlandtourismus an die Chancen des Mallorca-Urlaubs. Keine Teststrategie, um mehr Sicherheit einzuführen. Keine Luca-App, um die Kontaktnachverfolgung einfacher zu machen. Nicht einmal eine Perspektive gab es für den Tourismus, der durch die Verlängerung des Lockdowns in den April dann acht Monate in der Pandemiephase zwangsgeschlossen bleiben muss. Obwohl selbst das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) in einer Studie bewiesen habe, dass die Ansteckungsgefahr in Hotels sehr gering sei, werde die Branche systematisch bei jeder Ministerpräsidentenkonferenz für Zukunftsszenarien ausgespart, kritisieren die Touristiker: „Jetzt müssen die Gerichte sprechen, ob es sich hier um eine dauerhafte Ungleichbehandlung einer Branche handelt“, meint Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. Er ist sich sicher, „dass viele Betriebe klagen werden.“

„Es ist uns nach wie vor völlig unverständlich, dass man Mallorca-Urlaub machen darf und die gleichen Bedingungen innerhalb Deutschlands nicht gelten“, betont von dem Bruch. Man könne die Anreise mit dem Auto und den kontaktlosen Check-in in eine Ferienwohnung viel coronasicherer gestalten, als eine Fluganreise mit Bustransfer in ein Mallorca-Hotel. Auch die erforderlichen Testungen hätte man akzeptiert. „Es geht uns nicht um Öffnen um jeden Preis, es geht uns um gleiche Chancen. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen und eine ganze Branche vernichtet“, unterstreicht der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. Zudem wäre aus Infektionssicht eine Vermischung mit anderen Ländern auf Mallorca noch viel gefährlicher: „Die Ministerpräsidenten haben sich für die gefährlichere Lösung entschieden, das darf nicht so stehen bleiben.“

Außerdem werde, so von dem Bruch weiter, eine Aufnahme in den Stufenplan für den Tourismus gefordert. Eine Dauerschliessung über acht Monate könne ja nicht endlos weitergehen, zumal die Branche viele Ideen für einen coronasicheren Aufenthalt vorgelegt habe.

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