Digitale Endgeräte für bedürftige Schüler: Jobcenter sollen Kosten übernehmen

SPD-Politiker informieren: Schüler beziehungsweise deren Eltern müssen den entsprechenden Bedarf beim Jobcenter geltend machen, der im Regelfall bis zu 350 Euro betragen kann

Digitale Endgeräte für bedürftige Schüler: Jobcenter sollen Kosten übernehmen

Die Jobcenter sollen künftig die Kosten für digitale Endgeräte für bedürftige Schülerinnen und Schüler übernehmen, wenn kein anderes Gerät bereitsteht. Darauf weisen jetzt der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil sowie die SPD-Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth und Sebastian Zinke in einer gemeinsamen Pressemitteilung hin.

Die Schülerinnen und Schüler beziehungsweise deren Eltern müssen den entsprechenden Bedarf beim Jobcenter geltend machen, der im Regelfall bis zu 350 Euro betragen kann. „Der Präsenzunterricht ist an nahezu allen Schulen in unserer Region weitgehend oder vollständig eingestellt worden. Stattdessen findet Distanzunterricht statt. Das ist für alle eine große Herausforderung. Ganz besonders schwierig ist die Situation für Kinder, deren Familien auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende angewiesen sind“, so Klingbeil. Viele Betroffene hätten sich in den vergangenen Wochen und Monaten an ihn gewandt und er, Klingbeil, habe zudem mehrere Gesprächsrunden mit den Schulen, Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie seiner Landtagskollegin Dörte Liebetruth und seinem Landtagskollegen Sebastian Zinke organisiert.

Die drei SPD-Politiker sind sich sicher: „Kinder, deren Familien auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende angewiesen sind, verfügen oft nicht über die notwendige technische Ausstattung, um am Online-Unterricht teilzunehmen. Dabei ist es gerade für diese Kinder wichtig, dass sie weiterhin Zugang zu Bildung erhalten. Bereits existierende Bildungsungleichheiten dürfen in dieser kritischen Phase nicht noch weiter verstärkt werden.“

Der Bund hat im Sommer des vergangenen Jahres den Bund-Länder-Digital-Pakt um 500 Millionen Euro aufgestockt. Damit sollten die Länder dabei unterstützt werden, Schulen mit digitalen Endgeräten auszustatten, die dann bedürftigen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen. Wenn eine flächendeckende Umsetzung noch nicht gelungen sei, dürfe dies nicht zulasten der betroffenen Schülerinnen und Schüler gehen, unterstreichen die Sozialdemokraten.

„Ich bin Bundesarbeitsminister Hubertus Heil deshalb sehr dankbar, dass er die Bundesagentur für Arbeit angewiesen hat, die Kosten für digitale Endgeräte für bedürftige Schülerinnen und Schüler zu übernehmen, wenn kein anderes Gerät, insbesondere keines vonseiten der Schule, bereitsteht“, betont Klingbeil. Dabei gehe es beispielsweise um Laptops, Tablets und Drucker. Der entsprechenden Bedarf müsse beim Jobcenter angegeben werden.

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