Ehrenamtliche auf Dauertrab

Arbeitsreiches Wochenende für die Feuerwehren im Heidekreis

Ehrenamtliche auf Dauertrab

Ein arbeitsreiches Wochenende liegt hinter den Freiwilligen Feuerwehren im Heidekreis. Nicht nur der starke Schneefall sorgte für Einsätze, auch das normale „Tagesgeschäft“ hielt die ehrenamtlichen Einsatzkräfte auf Trab.

Den ersten Einsatz gab es bereits am sehr frühen Freitagmorgen. Die Freiwillige Feuerwehr Walsrode und der Rettungsdienst rückten um kurz nach 2 Uhr aus, um eine Person mit einem medizinischen Notfall aus ihrer Wohnung in der Robert-Koch-Straße zu befreien.

Um 11.11 Uhr erreicht die Leitstelle ein weiterer Notruf. In Ilster hatte sich ein 41 Jahre altes Pferd mit dem Huf in einem Gatter verfangen, war mit diesem umgestürzt und konnte sich selbst nicht mehr befreien. Die Feuerwehr Ilster-Alvern-Töpingen und der Rüstwagen aus Munster zerteilten das Gatter mechanisch und befreiten so das Tier. Ein hinzugezogener Tierarzt konnte bei dem Pferd, glücklicherweise keine Verletzungen feststellen.

Gegen 14.15 Uhr wurden dann die Freiwilligen Feuerwehren Lindwedel, Hope und Schwarmstedt nach Lindwedel zu einem gemeldeten Gebäudebrand alarmiert. Dieser stellte sich nur als Entstehungsbrand heraus, sodass auch dieser Einsatz schnell abgearbeitet war.

Wenig später wurden auch die Freiwilligen Feuerwehren Walsrode und Honerdingen um 15.55 Uhr in die Fritz-Reuter-Straße in Walsrode alarmiert. Hier war es im Keller eines Mehrparteienhauses zu einem Feuer von mehreren Gegenständen gekommen. Dieses konnte von Bewohner schon vor Eintreffen der Feuerwehr soweit abgelöscht werden, dass nur noch Nachlöscharbeiten notwendig waren.

Ein paar Minuten später dann auch Alarm für die Feuerwehren aus Hademstorf und Hodenhagen. Auf der Landstraße 190 war ein PKW bei starkem Schneefall von der Fahrbahn abgekommen und mit einem Zaun kollidiert. Die Fahrerin wurde dabei in ihrem Fahrzeug eingeschlossen. Mit Hilfe von hydraulischem Rettungsgerät wurden die Türen des Fahrzeuges geöffnet und die Fahrerin befreit, ein Rettungswagen brachte die Verletzte ins Krankenhaus.

Um 16.47 Uhr wurden dann auch die Feuerwehren Harber und Soltau zu einem Verkehrsunfall alarmiert. Ein LKW war im Bereich der Autobahnabfahrt Soltau-Ost in einen Graben gerutscht und mit einem Baum kollidiert. Im weiteren Einsatzverlauf kamen durch extreme Straßenglätte noch weitere Fahrzeuge von der Fahrbahn ab. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle bis entsprechende Abschleppunternehmen vor Ort waren.

Der zeitaufwändigste Einsatz des Wochenendes ereignete sich dann am Samstagmittag in Groß Eilstorf. Die Betreiber einer Biogasanlage stellten fest, dass die Planendächer von zwei ihrer Anlagen den Schneemassen nicht mehr standhielten und kollabiert waren. Dadurch bestand die Gefahr, dass der Fermenter beschädigt wird und es zur unkontrollierten Freisetzung von Biogas kommt. Als Erstmaßnahme wurde versucht, den Schnee mit Wasser anzutauen, das eingesetzte Wasser wie auch das Tauwasser mit Hilfe von Tauchpumpen abzusaugen und das Dach von der Schneelast zu befreien. Das funktionierte solange gut, bis der Frost deutlich anzog und die Dächer vereisten. Als Sofortmaßnahme wurde mit großen Mengen Streusalz versucht, den Tauprozess weiter zu beschleunigen. Parallel dazu wurde mit Zeltheizungen der Planenzwischenraum wie auch die Eisfläche beheizt. Mit Hubsteigern und der Drehleiter wurde die Fläche zusätzlich mechanisch vom Schnee geräumt. Gegen 23 Uhr hatten, nach knapp zehn Stunden Einsatzdauer bei Eiseskälte, die Maßnahmen schließlich Erfolg und die Dächer konnten sich durch ihren Eigendruck wieder aufrichten. Vor Ort waren rund 100 Einsatzkräfte von den Feuerwehren Groß Eilstorf, Südkampen, Vethem, Honerdingen und Walsrode. Ebenfalls kamen Kräfte der Johanniter Unfallhilfe aus Schwarmstedt und vom Ortsverband Soltau des Technischen Hilfswerks zum Einsatz.

Stadtbrandmeister Michael Schlüter betonte die gute Zusammenarbeit der einzelnen Kräfte: „Das war wirklich ein Hand-in-Hand-Arbeiten der verschiedenen Organisationen. Da zeigt sich wieder einmal, wie wichtig Improvisationstalent bei so einem nicht alltäglichen Einsatz ist“.

Im Laufe des Nachmittags löste dann in einem Restaurant in Harber die Brandmeldeanlage aus. Nach Kontrolle stellten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte aus Harber und Soltau fest, dass es sich um einen Fehlalarm handelt.

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