„Eine robuste Entwicklung“

Volksbank Lüneburger Heide eG zieht Bilanz für Geschäftsjahr 2022

„Eine robuste Entwicklung“

In der vergangenen Woche berichteten die Vorstandsmitglieder der Volksbank Lüneburger Heide eG, Ulrich Stock und Gerd-Ulrich Cohrs, über erste Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2022. „Diese zeigen, dass die Genossenschaftsbank weiterhin erfolgreich wirtschaftet“, so ihr Blick auf die Bilanz für das vergangene Jahr. Außerdem: Ulrich Stock ist jetzt Vorstandssprecher.

In ihrer Mitteilung geht die Volksbank auf die einzelnen Bereiche der Bilanz ein – und ebenso auf die Entwicklungen und besonderen Umstände des vergangenen Jahres: „Trotz der immer noch sehr schwierigen Rahmenbedingungen erreichte die Bank größtenteils ihre selbstgesteckten Ziele. Mehr als 120 Millionen Euro Zuwachs der Kundenkredite auf über 2,5 Milliarden Euro, ein Sprung der Bilanzsumme auf über vier Milliarden Euro und insgesamt einen Anstieg der von der Volksbank betreuten Kundengeschäfte auf jetzt fast acht Milliarden Euro zeigen eine robuste Entwicklung. Auch die Kernkapitalquote steigt voraussichtlich auf einen Wert von über 15 Prozent. Die endgültigen Daten werden nach Abschluss der Prüfungsarbeiten in der Vertreterversammlung im Juni dieses Jahres vorgelegt.“

Gerd-Ulrich Cohrs betont: „Nicht nur die Zahlen zeigen, dass die Bank erfolgreich und zukunftssicher aufgestellt ist. Besonders die Ernennung meines Kollegen Ulrich Stock zum Vorstandssprecher der Volksbank Lüneburger Heide setzt ein klares Zeichen für Kontinuität.“ Zum 1. Januar 2023 hat der 42-Jährige diese Funktion übernommen. „Ich freue mich sehr über diese Entscheidung unseres Aufsichtsrates. Das ist eine großartige Wertschätzung meiner geleisteten Arbeit und gleichzeitig ein Vertrauensvorschuss für die kommenden Aufgaben“, so Stock.

Des Geldinstitut ist auch ein großer Arbeitgeber und Förderer in hiesigen Breiten: „Die Volksbank bietet 573 Mitarbeitenden aus der Region, darunter 39 Auszubildenden, eine berufliche Zukunft und einen sicheren Arbeitsplatz“, so die Mitteilung. Mit vielfältiger Weiterbildung, der Möglichkeit zum mobilen Arbeiten, flexiblen Arbeitszeiten, Entgeltumwandlung und zahlreichen Vergünstigungen passe sich die Bank an den Arbeitsmarkt an und werde als zeitgemäßer Arbeitgeber wahrgenommen: „Auch wir spüren den Fachkräftemangel und haben uns rechtzeitig neu ausgerichtet. Da sind wir auf einem guten Weg“, ist sich Stock sicher. „Im Dezember erhielten alle Mitarbeitenden, egal ob Auszubildende, Teil- oder Vollzeitkräfte, 1.000 Euro Inflationsausgleichsprämie.“ Nicht nur die Arbeitnehmer profitieren von dem kerngesunden Unternehmen, auch die hiesigen Vereine und Institutionen freuten sich im vergangenen Jahr über zahlreiche Zuschüsse, so die Mitteilung: „Ihre meist ehrenamtliche Arbeit förderte die Genossenschaftsbank 2022 mit 560.000 Euro. Alleine 20.000 Euro spendete sie anlässlich des Ukrainekriegs an überwiegend regionale Hilfsorganisationen. Gezahlte Gehälter in Höhe von 27,7 Millionen Euro stärkten 2022 außerdem die Kaufkraft vor Ort und somit die heimische Wirtschaft. Und rund 4,5 Millionen Euro flossen darüber hinaus als Bauinvestitionen an regionale Unternehmen.“

Die Bank über die Idee der Genossenschaft als „Geschäftsmodell mit Mitbestimmung“: „Mittlerweile rund 83.000 Genossenschaftsmitglieder bilden die breite Basis der Volksbank. Zusätzlich acht Millionen Geschäftsguthaben wurden im Jahr 2022 von den Mitgliedern gezeichnet. Zum 31. Dezember 2022 beträgt der Bestand etwa 44 Millionen Euro“, heißt es in der Mitteilung. „Für uns ist das ein starker Vertrauensbeweis“, freut sich Cohrs. „Die Mitglieder wirken über die gewählten Vertreter an den Entscheidungen der Bank mit und profitieren direkt vom Erfolg der Bank: Jeder Teilhaber erhielt 2022 zwei Prozent Dividende.“

Neben der regionalen Verbundenheit sei der Bank auch die Kundenbindung besonders wichtig, führt Stock aus. Einen Teil dazu trage das noch junge VR Prime Bonusprogramm bei, mit dem die Bank Ende 2021 gestartet sei. Das Besondere daran: Im besten Fall zahle die Bank jeden Monat bis zu fünf Euro auf das Girokonto des Kunden. Stock erklärt, wie das funktioniert: „Ganz im genossenschaftlichen Sinn belohnen wir die intensive Nutzung unserer Bankangebote. Wer mehr mit uns macht, profitiert automatisch.“ Die Bank geht auch auf die Themen Niedrigzins und Inflation ein: „Teure Baukosten und steigende Zinsen sorgten 2022 für einen spürbaren Rückgang bei der Baufinanzierungsnachfrage – sie sank im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent auf 269 Millionen Euro. Insgesamt stieg das Kreditvolumen jedoch um fünf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro an. Nach wie vor gibt es einen großen Bedarf an Wertpapierberatungen, so auch im vergangenen Geschäftsjahr“, so die Mitteilung. „Das Jahr war gekennzeichnet von volatilen Märkten und damit verbundenen Wertschwankungen. Gerade in diesem Fall ist eine gute Beratung so wichtig“, sagt Stock.

Schon seit Jahren setze die Volksbank auf eine Omnikanal-Strategie: „Wir möchten dort für die Kunden da sein, wo sie uns gerade brauchen. Ziel ist es, dass unsere Kunden jederzeit problemlos zwischen den einzelnen Kanälen wie Online, Telefon oder Filiale wechseln können“, so Stock. Immer mehr Serviceleistungen erledigten die Kunden laut Stock mittlerweile über das hauseigenen „DialogCenter“ – das habe wiederum Auswirkungen auf die Erreichbarkeit: „Wir wissen um das Problem der phasenweise langen Wartezeit unserer Kunden am Telefon“, bedauert Stock. „Daher wird unser „DialogCenter“ auch weiterhin wachsen. Seit 2021 haben wir die Anzahl der Mitarbeiter bereits verdreifacht. Zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden alleine in 2022 neu eingearbeitet, weitere werden folgen“, verspricht der Vorstandssprecher. Den Mix aus Onlinebanking, Banking-App und „DialogCenter“ ergänze die personenbesetzten Filialen. Hiervon unterhalte die Genossenschaftsbank 38, zusätzlich seien 18 SB-Standorte in Betrieb. Die Genossenschaftsbank setze laut eigener Aussage auch in Zukunft auf ihre Filialen: „Die Filiale bleibt ein fester Bestandteil unserer Kundenkommunikation. Wir passen unser Filialnetz weiter an die Bedürfnisse unserer Kunden an und sichern alle zukunftsfähigen Standorte. Schließungen sind für 2023 nicht geplant“, betont Stock. Die Volksbank wolle den Kunden weiterhin zur Seite stehen: „Die gestiegenen Lebenshaltungskosten gehen auch an den Kunden der Regionalbank nicht spurlos vorbei. Allen, die finanzielle Engpässe befürchten oder bereits haben, macht die Bank zurzeit ein besonderes Gesprächsangebot: Die Liquiditätsberatung“, so die Mitteilung. „Unseren Kunden steht auf unbestimmte Dauer eine kostenintensive Zeit bevor. Wenn das Geld für die laufenden Kosten nicht mehr reicht, finden wir gemeinsam mit ihnen eine Lösung“, so Stock. Hierzu gehöre auch die Senkung der Zinsen rückwirkend zum 1. Januar 2023 für private Dispositionskredite – umgangssprachlich als Dispo bekannt. Für darüber hinausgehende Überziehungen verzichtet die Bank seit dem 1. Januar außerdem auf die dafür fälligen Zinsen.

Auch die Tochtergesellschaften des Unternehmen seien erfolgreich: „Neben unserer Rolle als Baufinanzierer sind wir auch im regionalen Immobilien- und Grundstücksmarkt gut vernetzt. Unsere Tochtergesellschaften GEB Gesellschaft für Entwicklung und Bauen, Immo-Konzepte und VBLH Grundbesitz trugen kräftig zum erfolgreichen Geschäftsergebnis bei“, so Cohrs. Während die GEB mbH auf die Entwicklung und Erschließung von Baugebieten spezialisiert ist, vermitteln die Makler der Immo-Konzepte GmbH Wohn- und Gewerbeimmobilien. Verwaltung und Entwicklung der fremdvermieteten Immobilien verantwortet wiederum die VBLH Grundbesitz GmbH & Co. KG. „Das Immobilien- und Grundstücksgeschäft ist ein interessanter und zukunftsfähiger Markt“, so Cohrs. „Hier werden wir unser Engagement weiter ausbauen.“

Der Ausblick der Leitung: „Es ist ein großer Vorteil, dass wir regional fest verwurzelt und überregional gut vernetzt sind. So bleiben wir auch in Zukunft ein starker Partner für die Region und die Menschen, die hier leben“, ist sich der Vorstand sicher.

In der Böhmestadt ist der frühere Standort des Geldinstitutes übrigens „verschwunden“. Der Neubau brauche laut Mitteilung etwas länger als gedacht: „Das alte Volksbankgebäude in Soltau ist mittlerweile abgerissen. Der Baustart musste jedoch verschoben werden. Als Grund führen die Vorstände Probleme mit dem erhöhten Grundwasserspiegel und einer eventuellen Schadstoffbelastung des Wassers aufgrund der Vornutzung durch eine Färberei an.“

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