„Einfach ein Menschenfreund“

Übergabe am Heidekreis-Klinikum: Apotheke jetzt unter neuer Leitung

„Einfach ein Menschenfreund“

Am Heidekreis-Klinikum (HKK) steht die Apotheke jetzt unter neuer Führung: Klaus Meier verabschiedete sich von HKK-Geschäftsführer Dr. Achim Rogge in den (Un)Ruhestand und übergibt die Leitung des Bereiches an Dr. Waleed Ahmed.

Meier blickt auf eine lange Karriere zurück: Der heute 71-Jährige hat einen Magister in Theologie, studierte ein paar Semester Pädagogik und dann Pharmazie. Außerdem singt er im Chor, liebt Kunst und Kultur, spricht „Französisch wie meine Muttersprache“, Englisch und auch noch etwas Polnisch. Und er spielt Golf. Seit 2006 war er Leiter der Apotheke des Heidekreis-Klinikums, jetzt hat er den „Staffelstab der Nachfolge“ an Dr. Waleed Ahmed übergeben.

Der Pharmazie bleibt er allerdings erhalten: Klaus Meier ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP) und der European Society of Oncology Pharmacy (ESOP). Außerdem gründete er den Norddeutschen Zytostatika Workshop (NZW), der 2022 sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Außerdem hat er die Unit-Dose-Versorgung im HKK etabliert, den Neubau des Zytostatika-Labors betreut - und gleich zu Beginn seiner Arbeit im HKK die klinisch-pharmazeutische Betreuung auf den Stationen eingeführt.

Seine Mitarbeiterinnen schätzten stets sein Wirken und Wissen: „Bei ihm stand immer das Wohl aller Patientinnen und Patienten im Vordergrund,“ so Apothekerin Julia Rabe. Apothekerin Eva Dailidow fügt hinzu: „Unser Chef hat immer gesagt: Wir sind viel mehr als nur Lieferanten für Medikamente, wir sind die Experten für Arzneimittel. Deshalb müssen wir nah an unseren Patienten sein und unsere Kompetenzen im interdisziplinären Team einbringen.“ Und so war - und ist - es auch.

„Als das Gesetz erlassen wurde, dass es Stationsapothekerinnen und Apotheker geben muss, waren viele Krankenhaus-Apothekerinnen und -Apotheker verunsichert, für uns alle hier im Heidekreis-Klinikum gehört das aber schon zum normalen Arbeitsalltag“, resümiert Dailidow.

Sein Team wusste zudem: Meier blicke „über den Tellerrand“, habe sich immer für interdisziplinäres Arbeiten eingesetzt und war im Rahmen von Fachweiterbildungen als Dozent deutschlandweit unterwegs (gewesen). „Durch sein Netzwerk haben wir im HKK regelmäßig Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum“, lobt Rabe. Das sei für ein eher kleines Haus, wie das HKK eher ungewöhnlich. Das halbjährige Praktikum in der HKK-Apotheke stehe aber für Qualität. Dailidow: „Herr Meier ist kreativ, unkonventionell, visionär und zielgerichtet. Ihn als Vorgesetzten zu haben, hieß stets nach einer Lösung, statt nach einem Problem zu suchen.“ Er habe einen „guten Blick für Menschen“, habe instinktiv gewusst, wer wann Zuspruch brauchte. Eben auch ein Theologe, beziehungsweise: „einfach ein Menschenfreund“. Viel Lob also für ihren scheidenden Chef, doch er habe natürlich auch kleine Fehler - aber Klaus Meier sei selbstkritisch, so die beiden Apothekerinnen. Ärgerte er sich über sich selbst, schimpfte er: „Mensch, Meier!“

Und was mache „Mensch Meier“, jetzt im (Un)Ruhestand? Die Apothekerinnen sind sich sicher: „Das Wort Stillstand kennt er nicht!“ In der Tat, Klaus Meier verliert sein Ziel „Menschen, die in Situationen, die für sie schwierig sind, zu unterstützen“ nicht aus den Augen. Dabei hat er immer das große Ganze im Blick: „Zum einen liegt ihm die Gewährleistung sicherer Arbeitsbedingungen für alle die mit Krebsmedikamenten zu tun haben“, am Herzen. Klaus Meier: „Hierbei ist es von besonderer Wichtigkeit, auch bei der Europäischen Kommission ein Ohr zu finden, um schädliche Entwicklungen wie sie sich in den USA entwickelt haben, zu verhindern.“

Er wird sich auch, als stellvertretender Direktor des Instituts für angewandte Gesundheitswissenschaften (IFAHS), weiterhin „besonders um die praxisnahe Forschung zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Hinblick auf die patientenorientierte Pharmazie“ kümmern. „Wir müssen unbedingt die Versorgungshürden, die durch die Sozialgesetzbücher und die darin wurzelnde Finanzierung hervorgerufen werden, beseitigen. Der Gesamtprozess von der Prävention bis zur palliativen Versorgung muss mit allen Akteuren abgestimmt sein, um wirtschaftlich aber vor allem effektiv zu handeln.“

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