Familienwegweiser Heidekreis: Wichtige Informationen für jede Lebensphase

Neues Internetportal des Landkreises ist seit 1. Januar online

Familienwegweiser Heidekreis: Wichtige Informationen für jede Lebensphase

An wen kann ich mich wenden, wenn mein Kind zu früh das Licht der Welt erblickt hat und ich kompetente Ansprechpartner zum Thema Frühgeburt suche? Wo finde ich Hilfe, wenn mein pubertierendes Kind über die Stränge schlägt? Wer kann mir sagen, wie es nach einer Scheidung für mich weitergehen soll? Wer Fragen wie diese hat, der tut sich manchmal schwer damit, sich Unterstützung zu suchen. Deshalb wartet der Landkreis Heidekreis nun mit einem neuen Angebot auf: Unter der Adresse www.familienwegweiser-heidekreis.de gibt es seit 1. Januar dieses Jahres ein Internetportal rund um den Bereich Kinder, Jugendliche und Familien, auf dem viele Infos zu finden sind. Wer etwas Spezielles zu diesen Themen sucht, kann sich bequem per Mausklick schlaumachen oder die richtigen Ansprechpartner finden. Außerdem haben Anbieter von familienbezogenen Dienstleistungen die Möglichkeit, ihre Angebote kostenfrei zu präsentieren. Landrat Manfred Ostermann, Sina Böhling, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie des Landkreises sowie ihre Mitarbeiterinnen Susann Muscas und Jennifer Küddelsmann stellten den Wegweiser am vergangenen Mittwoch im Kreishaus in Bad Fallingbostel vor.

Das Rad mussten die Macher des Portals nicht neu erfinden, zumal es mit dem digitalen Familienbegleitbuch bereits ein ähnliches Angebot gab, dieses jedoch teils aufwendig per USB-Sticks verbreitet werden musste und damit im Zeitalter der Smartphones nicht mehr gegenwartsnah war, wie Ostermann erläuterte. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, brachte er es auf den Punkt.

Deshalb fiel bereits vor rund eineinhalb Jahren der Startschuss für das Projekt, das weit mehr ist als nur ein „Update“. Was das neue Portal zu bieten hat, führten Böhling und ihre Mitarbeiterinnen per Laptop und Beamer vor. Wer www.familienwegweiser-heidekreis.de in die Adressleiste seines Browsers tippt, sieht auf der Startseite unter einer Animation sieben sogenannte „Lebenswelten“. Dabei handelt es sich um die Rubriken „Eltern werden“, „Vom Kleinkind zum Schulkind“, „Kinder & Jugendliche“, „Familien ‚leben‘“, „Familienleistungen“, „Gesundheit“ und „Erlebnis“. Über diese „Knöpfe“ kann sich der Nutzer beziehungsweise die Nutzerin zu weiteren Untermenüs durchklicken, um dann bei Inhalten wie Krippen und Kitas, Sprachliche Bildung, Fachärztinnen und Fachärzte, Sozialleistungen, Elternzeit und vielen weiteren Themen zu landen. Unter anderem gibt es Links zu externen Seiten und zu wichtigen Dokumenten und Faltblättern, die zum Teil in acht Sprachen übersetzt worden sind.

Ob Neubürger oder Einwohner, die schon seit langem oder schon immer im Heidekreis leben, „jeder findet passgenaue Antworten auf die Fragen, die er hat“, so Ostermann. Und sollte es doch mal Unklarheiten geben, so seien die Kontaktdaten der entsprechenden Ansprechpartnerinnen und -partner in Nullkommanichts zu finden. Zudem werde der Familienwegweiser stetig gepflegt und kontinuierlich aktualisiert. „Bei Veränderungen, zum Beispiel Stellenwechseln, wird alles angepasst. Das ist das Schöne an einem Online-Portal“, so Ostermann. Und genau darum gehe es: „Wir bieten einen guten Service. Wir greifen die Möglichkeiten, die uns das Internet bietet, auf, um ein moderner Dienstleister und immer up to date zu sein“, unterstrich der Landrat.

Zudem habe der eine oder andere Ratsuchende bei bestimmten Themen Hemmschwellen, Ansprechpartner telefonisch zu kontakten. Auch in dieser Hinsicht sei der Familienwegweiser hilfreich. „Es gibt hier also die Barrierefreiheit, die bei unseren Sozialraumpartnern hochgelobt wird. Man klickt sich einfach rein“, hob der Landrat hervor.

„Eine Internetseite lebt davon, dass sie aktuell und vollständig ist“, so Böhling. Deshalb nehmen wir gern Anregungen entgegen, falls etwas ergänzt werden sollte. Wenn ein Thema fehlt, kann man es mit wenigen Klicks hinzufügen. Das Portal soll und muss kontinuierlich weiterentwickelt werden. Und es lebt davon, dass externe Anbieter mit uns kooperieren“, erläuterte die Fachbereichsleiterin.

Das Wegweiser-Team hat rund 700 mögliche Anbieter von familienbezogenen Dienstleistungen kontaktiert mit dem Hinweis, dass sie sich auf dem Familienwegweiser-Portal kostenlos sowie schnell und unkompliziert eintragen lassen können. Dazu gehören unter anderem Selbsthilfegruppen, Arztpraxen, Kindertagesstätten und Schulen, aber auch Touristenattraktionen für Familien. Nach zuletzt 80 Neueinträgen sind inzwischen 250 Anbieter mit von der Partie. „Der Familienwegweiser soll aber kein Sammelsurium und auch kein Werbeportal sein. Die Angebote müssen in den Gesamtkontext passen“, erläuterte Ostermann. Er hoffe, dass möglichst viele Vereine, Organisationen, Institutionen und Gruppen diese Möglichkeit nutzten, „damit wir ein möglichst vollständiges Bild wiedergeben können.“ Auf der anderen Seite profitierten die Anbieter davon, über den Familienwegweiser gefunden und wahrgenommen werden zu können. Interessierte, die diese Möglichkeit nutzen möchten, können auf der Internetseite einfach auf „Anbieter werden“ klicken und erhalten dann genaue Instruktionen, wie das Ganze vonstatten geht.

Das Portal bietet auf der Startseite außerdem eine Übersicht über die Notrufnummern und verfügt zudem über eine Suchfunktion. Wer trotz der Fülle an Informationen noch Fragen haben sollte, wird an den Familien- und Kinderservice der jeweiligen Kommune verwiesen. Diese Einrichtungen beraten Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern, Familien und Fachkräfte bei Fragen zum Erziehungsalltag und in schwierigen Lebenssituationen.

„Wir sehen unser Angebot als Gemeinschaftsleistung“, betonte Böhling. Entwickelt hat das Portal die Marktplatz GmbH, die auch für die Gestaltung des Internetauftritts des Landkreises verantwortlich zeichnet, in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den Sozialraumbüros. Mit verschiedenen Werbemaßnahmen wie Plakaten, Aufklebern und bedruckten Begrüßungstaschen soll der Familienwegweiser nun in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Ostermann jedenfalls ist vom Ergebnis angetan: „Mitarbeiter und Externe haben sich sehr viel Mühe gegeben. Das ist eine ganz tolle Sache!“

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