Führungen mit dem Nabu starten wieder

Drei Wanderungen am ersten Juniwochenende

Führungen mit dem Nabu starten wieder

Der Naturschutzbund (Nabu) Heidekreis bietet wieder Wanderungen an: Aufgrund der Lockerungen in der aktuellen Corona-Verordnung ist es seit Anfang Juni möglich, naturkundliche Führung unter Einhaltung der geltenden Abstandsregeln und Hygienevorschriften mit einer Teilnehmerzahl von maximal zehn Personen durchzuführen. Der Naturschutzbund Heidekreis lädt Interessierte am ersten Juniwochenende zu drei vogelkundlichen Führungen ein, für die aber eine telefonische Anmeldung mit Angabe der Kontaktdaten bei der Exkursionsleitung erforderlich ist.

Den Auftakt macht am Samstag, den 6. Juni, eine morgendliche Vogelstimmen-Wanderung durch das Hahnenbachtal bei Leverdingen. Felder, Wälder und Heide prägen das Tal des nur knapp 20 Kilometer langen Baches, der in kleinen Moorsenken nahe der Ortschaft entspringt und bei Bellen in die Wiedau mündet. Auf der dreistündigen Führung auf dem Heide-Erlebnispfad um den „Schwarzen Dreck“ lernen die Teilnehmer unter der fachkundigen Leitung von Harald Dexheimer mit etwas Glück mehr als 30 Vogelgesänge kennen. Wer dem melodischen Gesang der Heidelerchen lauschen und die Bettelrufe junger Buntspechte hören möchte, sollte sich am 6. Juni um 9 Uhr am Feldweg neben Freißmann-Haustechnik in der Ortsmitte von Leverdingen einfinden. Anmeldung und Auskünfte unter Telefon (05163) 290460.

Nachtschwärmer kommen am gleichen Tag bei einer Abendwanderung im Lichtenmoor auf ihre Kosten. Das südlich von Rethem gelegene Hochmoor gehört zu den stark gefährdeten Lebensraumtypen, die zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen einzigartigen Lebens- und Rückzugsraum bieten. Feuchte und trockene Heiden mit Pfeifen- und Wollgrasbeständen, Handtorfstiche und Schwingrasenmoore sind hier ebenso zu finden wie Birken-, Kiefern- und Moorwälder. „Im Mittelpunkt der Exkursion steht der auch Nachtschwalbe genannte Ziegenmelker, eine seltene Vogelart, die bevorzugt Heiden und Moore sowie sandige Kiefernwälder mit größeren Freiflächen besiedelt“, erläutert der Nabu. „Mit seinem rindenfarbigen Gefieder ist der dämmerungs- und nachtaktive Insektenfresser sowohl auf Ästen als auch am Boden perfekt getarnt und daher am besten kurz nach seiner Rückkehr aus den Überwinterungsgebieten im östlichen Afrika festzustellen, wenn er seinen schnurrenden Reviergesang hören lässt oder während des Balzfluges mit den Flügeln klatscht.“ Die dreistündige Wanderung startet um 21 Uhr vom Parkplatz beim Burghof/Rathaus in der Langen Straße 4 in Rethem; wetterfeste Kleidung und Mückenschutz werden empfohlen. Anmeldungen nimmt Wolfgang Welle unter der Mobilnummer 0172-5146827 entgegen.

Die sonntägliche Führung „Und die Turteltaube lässt sich hören in unserem Lande“ begibt sich auf die Suche nach dem Vogel des Jahres 2020, der sprichwörtlich zu einem Symbol der Liebe gewordenen Turteltaube. „Während das markante Gurren der grazilen Vögel mit ihrem farbenfrohen Gefieder früher an jedem Dorfrand und Flussufer zu hören war, findet unsere kleinste Taube heute kaum noch geeignete Lebensräume“, so der Nabu. „Seit Jahrzehnten machen dem einzigen Langstreckenzieher unter den mitteleuropäischen Taubenarten der Verlust von Brachen, wildkräuterreichen Ackersäumen, Feldgehölzen und Kleingewässern sowie die Bejagung im Mittelmeerraum zu schaffen.“ Auf der zweistündigen Führung durch die Schotenheide südlich von Eilte informiert Dr. Antje Oldenburg über Aussehen, Lebensweise, Gefährdung und Schutz der seltenen Taube und verrät, woher das als Motto gewählte Zitat stammt. Die Exkursion startet am 7. Juni um 9 Uhr vom Pavillon an der alten Bahntrasse beim ehemaligen Bahnhof in Eilte. Anmeldung unter Telefon (05164) 801113.

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