Gemeinsam gegen Krebserkrankungen

Vom geplanten Brustzentrum bis zum Onkologischen Zentrum Heidekreis

Gemeinsam gegen Krebserkrankungen

Zwischen 180 bis 220 Frauen erkranken jedes Jahr im Heidekreis an Brustkrebs, so statistische Erhebungen. Wird die Brustkrebserkrankung frühzeitig erkannt, ist sie zu über 90 Prozent heilbar. Damit diese Patientinnen auch im Heidekreis medizinisch bestmöglich versorgt werden können, wurde am Heidekreis-Klinikum (HKK) nun die Sektion Senologie und Brustchirurgie innerhalb der Fachabteilung Gynäkologie etabliert.

Dr. Mina Fam, Chefarzt der Senologie (Diagnose und Therapie von Brusterkrankungen) und Brustchirurgie ist „Vollblut-Mediziner“. Schon sein Vater, so der gebürtige Ägypter, war Gynäkologe. Mit ihm gemeinsam hatte Dr. Fam eine Praxis. „Aber“, so erklärt der Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, „ich wollte mich weiter spezialisieren, um an Brustkrebs erkrankte Frauen immer bestmöglich zu behandeln. Deshalb bin ich nach Deutschland gekommen - und werde hier bleiben.“

Sein Ziel im Heidekreis ist laut der Mitteilung des HKK, ein zertifiziertes Brustzentrum aufzubauen: „Ich habe darin bereits Erfahrung, war an einer solchen Zertifizierungsmaßnahme eines Krankenhauses in Hessen maßgeblich beteiligt.“ Am Wichtigsten sei es, so Chefarzt Fam - der sich selbst als „mit dem Beruf verheiratet“ bezeichnet - „bei dieser Erkrankung für die Patientinnen, aber auch deren Angehörigen, da zu sein. Die Diagnose Brustkrebs ist für die gesamte Familie ein Schock. Mein Team und ich - dazu gehören neben uns Ärztinnen und Ärzte auch die Fachkräfte der Pflegenden, Psychoonkologen und der Sozialdienst - werden uns um jede Patientin bestmöglich kümmern und dabei auch die Familien unserer Patientinnen mit im Blick haben.“ Von der Diagnose über - gegebenenfalls einen chirurgischen Eingriff - bis zur medikamentösen Behandlung, können erkrankte Patientinnen bei Dr. Fam sprichwörtlich alles aus einer Hand bekommen. Einzig die Bestrahlungstherapie – die letzte Therapiestufe in der Behandlungskette - muss über Kooperationspartner in Celle, Hannover, Lüneburg oder Rotenburg/Wümme erfolgen.

Dr. Fam ist als Senior Mammaoperateur nach „OnkoZert“ und mit „DEGUM Stufe II Mammasonografie Zertifikat“ exzellent qualifiziert - und bringt noch eine andere, besondere Qualifikation mit: Chefarzt Dr. Fam ist zugelassen zur genetischen Beratung und genetischen Testung. „Nicht jede erkrankte Frau hat eine erblich bedingte Ursache. Könnte diese Ursache aber vorliegen, habe ich die Zulassung, diese Patientin hier direkt vor Ort die Blutabnahmen durchzuführen“, so der Mediziner. Weite Wege nach Hamburg oder Hannover zu einem Humangenetiker entfallen somit am Heidekreis-Klinikum. „Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass der Brustkrebs - oder auch Eierstockkrebs - erblich bedingt ist, wird die Behandlung darauf abgestimmt“, so Dr. Fam, der bereits mehr als 900 Brustoperationen durchgeführt hat.

Sein Ziel ist es, „so narbenschonend wie möglich zu operieren. Kein von mir operierte Frau soll später im Spiegel immer wieder schmerzhaft an ihre Erkrankung erinnert werden.“ Denn für Dr. Fam gehört auch ein gutes operatives Ergebnis zur ganzheitlichen medizinischen Versorgung. „Fühlt sich die Frau auch nach der Operation in ihrem Körper wohl, so ist das gut für die Psyche und aktiviert letztlich auch die Selbstheilungskräfte.“

Medizinische Weiterentwicklung, bereits seit Frühjahr 2019 arbeitet der Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums, Dr. Achim Rogge, gemeinsam mit den Chefärztinnen und Chefärzten des Heidekreis-Klinikums daran. „Mein Ziel ist es, für die Bevölkerung des Heidekreises eine bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung sicherzustellen.“ So wird, gleichzeitig zu Zertifizierung zum Brustzentrum auch eine Zertifizierung zum Darmzentrum - hier sind Professor Dr. Frank Schmitz, als Chefarzt der Inneren Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie und Dr. Carsten Nix, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie federführend - angestrebt. Dr. Rogge: „Alle Zentren werden unter dem Dach ,Onkologisches Zentrum Heidekreis‘ geführt.“

Aber nicht nur die stationäre Versorgung hat der HKK-Geschäftsführer im Blick, sondern auch die Sicherstellung medizinischer und pflegerischer ambulanter Angebote: „Wir entwickeln unsere Medizinischen Versorgungszentren weiter, die Planungen für eine Nachnutzung unserer Alt-Standorte in Soltau und Walsrode nach dem Umzug in ein Gesamtklinikum schreiten voran. Wir, die gesamte Heidekreis-Klinikum gGmbH, hat dabei immer den gesamten Heidekreis im Blick.“

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