Grundsteuerklärung: Abgabefrist endet am 31. Januar dieses Jahres

Niedersächsisches Finanzministerium beantwortet häufig gestellte Fragen

Grundsteuerklärung: Abgabefrist endet am 31. Januar dieses Jahres

Noch bis zum 31. Januar dieses Jahres haben Eigentümerinnen und Eigentümer eines Grundstücks Zeit, ihre Grundsteuererklärung gegenüber dem Finanzamt abzugeben. „Beim Erklärungseingang nimmt Niedersachsen im bundesweiten Vergleich eine Spitzenposition ein, gleichwohl haben noch viele Grundstücksbesitzerinnen und Grundstückbesitzer ihre Steuererklärung im Januar abzugeben: Von rund 55 Prozent sind die Grundsteuererklärungen erst eingegangen“, teilte vor kurzem des Niedersächsische Finanzministerium mit Sitz in Hannover mit.

„Die Erklärung lässt sich mit wenigen Angaben erledigen: der Adresse, den Flächengrößen des Grundstücks sowie der Gebäudeflächen für Wohnen und für Nicht-Wohnen. Das nötige Aktenzeichen wurde im Informationsschreiben schon im Juni jeder Grundbesitzerin und jedem Grundbesitzer an die Hand geben“, heißt es vonseiten des Ministeriums. Eine erneute Fristverlängerung sei nicht möglich. Die Finanzverwaltung müsse bis Ende 2023 den Großteil der 3,5 Millionen Grundstücke bewerten, damit den Gemeinden rechtzeitig die notwendigen Grundlagen für die Erhebung der Grundsteuern ab 2025 vorlägen.

Die Niedersächsische Steuerverwaltung bietet ein breites Angebot, das die Abgabe der Steuererklärung erleichtert. Auf der Internetseite des Landesamtes für Steuern Niedersachsen (https://lstn.niedersachsen.de/steuer/gundsteuer/grundsteuerreform-in-niedersachsen.html) werden Ausfüllhilfen verschiedenster Art angeboten: die Antworten auf die wichtigsten Fragen (FAQs), Checklisten, Erklär-Videos und weitere Informationen zur Vorbereitung auf die Erklärungsabgabe. Als besonders hilfreich habe sich die beispielhafte Klick-Anleitung erwiesen, die Seite für Seite die Steuererklärung durchgehe.

Der eigens eingerichtete Grundsteuer-Viewer (www.grundsteuer-viewer.niedersachsen.de) gibt Hilfestellung zu den Grundstücksdaten. Dabei handelt es sich um eine Kartendarstellung, aus der die Grundstücksflächen online abzulesen sind. Zudem gibt es bei jedem Finanzamt eine Hotline zur Grundsteuerreform.

Nachdem das Bundesverfassungsgericht die gesetzlichen Regelungen zur Grundsteuer für unvereinbar mit dem allgemeinen Gleichheitssatz der Verfassung erklärt hat, musste der Gesetzgeber die Grundsteuer reformieren. Ab dem 1. Januar 2025 kann die Grundsteuer nur noch nach neuem Recht erhoben werden. „Eine Erhöhung des Grundsteueraufkommens ist nicht Ziel der Landesregierung. Gleichwohl wird und muss es durch die Reform zu Belastungsverschiebungen kommen. Das kann sowohl zu einem Mehr als auch zu einem Weniger an Steuern für den Einzelnen führen. Die Höhe der Grundsteuer setzen letztlich die Gemeinden mit ihrem Hebesatz fest“, teilt das Ministerium in Hannover mit.

Die Multiplikation des vom Finanzamt ermittelten Grundsteuermessbetrags mit dem Hebesatz der Gemeinde ergibt die ab 2025 zu zahlende Grundsteuer. Die bisherigen Hebesätze gelten nur noch bis zum Jahr 2024 und dürfen danach nicht mehr angewendet werden. Die Gemeinden müssen ganz neu rechnen und dabei auch einen aufkommensneutralen Hebesatz, also einen Hebesatz, der sich ergäbe, wenn die Höhe des Grundsteueraufkommens gleichbliebe, veröffentlichen. Die Gemeinden können den Hebesatz aber auch in anderer Höhe beschließen. Die Höhe der ab 2025 zu zahlenden Grundsteuer steht daher frühestens im Jahr 2024 fest. Über die zu zahlende Grundsteuer erhalten die Grundstückseigentümer von der Gemeinde einen gesonderten Grundsteuerbescheid.

Das Niedersächsisches Finanzministerium beantwortet häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit der Grundsteuererklärung:

Bis wann muss ich die Steuererklärung abgeben?

Bis zum 31. Januar 2023 haben diejenigen, die am 1. Januar 2022 Eigentümerinnen oder Eigentümer eines Grundstücks waren, ihre Grundsteuererklärung gegenüber dem Finanzamt abzugeben.

Welche Angaben sind dafür in Niedersachsen notwendig?

Wer Eigentümer ist, um welches Grundstück es geht, die Flächengrößen des Grundstücks, die Gebäudeflächen für Wohnen und für Nicht–Wohnen sowie das Aktenzeichen.

Wo finde ich die Angaben?

Ihr Aktenzeichen und die Lagebezeichnung wurde Ihnen mit einem Informationsschreiben im Juni mitgeteilt. Die Größe Ihres Grundstücks können Sie dem Grundsteuer-Viewer entnehmen, der für diese Zwecke im Internet für Sie kostenlos bereitgestellt wird. Sie finden die Angaben aber auch in Ihren Unterlagen zum Beispiel aus den Eintragungsmitteilungen des Grundbuchamtes. Die Wohnfläche finden Sie zum Beispiel in Ihren Bauunterlagen oder dem Kaufvertrag.

Was mache ich, wenn ich das Informationsschreiben mit dem Aktenzeichen nicht erhalten habe?

Wenden Sie sich an das Finanzamt, in dessen Einzugsgebiet das Grundstück liegt. Eine Übersicht der Kontaktdaten finden Sie auf der Website des Landesamtes für Steuern Niedersachsen.

Wo finde ich Hilfe?

Hilfestellungen und Informationen finden Sie auf der Website grundsteuer.niedersachsen.de. Für darüber hinaus gehende Fragen stehen die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Ihrem zuständigen Finanzamt bereit. Die jeweilige Telefonnummer wurde Ihnen mit dem Informationsschreiben mitgeteilt.

Muss ich die Steuererklärung elektronisch über ELSTER abgeben?

Grundsätzlich soll die Erklärung elektronisch abgegeben werden. Das geht über das kostenlose Portal ELSTER oder eine andere verfügbare Software. Der Vorteil ist, dass Erläuterungen direkt bei den Eingabefeldern Hilfestellung geben und alle Angaben auf Plausibilität überprüft werden. So werden Nachfragen des Finanzamtes verhindert. Notfalls werden aber auch Steuererklärungen in Papierform angenommen.

Warum gibt es unterschiedliche Modelle in den Bundesländern?

Der Bund hat ein komplexes Modell entwickelt und zugleich den Ländern die Möglichkeit eingeräumt, eigenes Landesrecht für die Grundsteuer zu schaffen. Niedersachsen und vier weitere Bundesländer haben sich für eine eigene Lösung entschieden. Ziel ist es einen gerechten Weg für die Bemessung der Grundsteuer zu wählen, der wenig Aufwand für die Bürger und Bürgerinnen sowie die Verwaltung bedeutet.

Wird die Grundsteuer erhöht?

Mit dem neuen Gesetz ist keine Erhöhung des Aufkommens beabsichtigt. Es wird durch die Reform jedoch zu Änderungen - nach oben und unten - bei der Höhe der für den Einzelnen zu zahlenden Steuern kommen, denn die bisherige Verteilung war ja nicht verfassungsgemäß. Wer also bisher in einem gewissen Rahmen profitiert oder höher belastet war, bei dem wird es ab 2025 zu einem Mehr oder zu einem Weniger an Steuern führen.

Wo kann ich sehen, wie hoch in Zukunft meine Grundsteuer sein wird?

Zum derzeitigen Zeitpunkt kann die Höhe der Grundsteuer ab dem 1. Januar 2025 noch nicht berechnet werden. Denn die Gemeinden setzen die Grundsteuer mit einem selbst festgelegten Hebesatz fest und bestimmen damit die Höhe der Steuer. Um den Hebesatz festlegen zu können, benötigen die Gemeinden wiederum die neuen Grundsteuermessbeträge, die die Finanzämter zunächst berechnen müssen.

Da die Einnahmen aus der Grundsteuer insgesamt nicht steigen sollen, wird den niedersächsischen Gemeinden aufgegeben, neben dem tatsächlich festgesetzten Hebesatz den Hebesatz zu veröffentlichen, der aufkommensneutral wäre.

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