Bundespolizei warnt vor Anremplern, Scheibenklopfern und Stau-Erzeugern

Die Monster sind los: Kampagne warnt vor Taschendieben und ihren Tricks

Bundespolizei warnt vor Anremplern, Scheibenklopfern und Stau-Erzeugern

Auch viele Heidjer sind auf die Schiene angewiesen, nutzen den Zugverkehr, um zur Arbeit in die Großstadt und wieder nach Hause zu gelangen. Dabei sind so manches Mal aber auch finstere Gesellen mit im Zug, die mitfahren, um lange Finger zu machen. Auf der Jagd nach Beute nutzen sie die verschiedensten Maschen. So gibt es zum Beispiel die sogenannten Anrempler, Scheibenklopfer und Stau-Erzeuger, außerdem falsche Touristen und Beschmutzer. Um die Bevölkerung vor den Tricks der Taschendiebe zu warnen, startet die Bundespolizei nun eine Aufklärungskampagne mit dem Titel „StopPickpockets“.

Taschendiebstahl ist ein Teil der organisierten Kriminalität von europaweit agierenden Diebesbanden. Diese gehen oft arbeitsteilig in Kleingruppen vor. In den Dienststellen der Bundespolizei sind diese Taten ständig Thema, denn fast täglich werden Anzeigen aufgenommen, Ermittlungen eingeleitet und Geschädigte betreut. In Spitzenzeiten registrierte die Bundespolizei im Zusammenhang mit Taschen- und Handgepäckdiebstahl auf deutschen Bahnanlagen mehr als 40.000 Fälle pro Jahr.

„Ein Anstieg der derzeit coronabedingt relativ niedrigen Fallzahlen ist mit der Lockerung von Reisebeschränkungen zu erwarten. Das hat die Entwicklung nach dem Ende des ersten Lockdowns im Vorjahr gezeigt“, so ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Hannover. Um dieser erwartenden Entwicklung präventiv entgegenzutreten, soll die Kampagne potenzielle Opfer durch bessere Kenntnis der Tricks der Taschendiebe und „Anrempler“ sensibilisieren.

Zunächst setzt die Kampagne, auch aufgrund der Restriktionen, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben, auf sichtbare Informationen. Es gibt ein Aktionslogo, zudem werden Plakate und Flyer ausgehängt und in Geschäften und in den Schaukästen der Deutschen Bahn AG längerfristig über Taschen- und Handgepäckdiebstahl informieren sowie auf die zentrale Webseite der Kampagne www.stop-pickpockets.eu hinweisen.

Über diese Internetseite kann sich jede und jeder Interessierte mit ihrem beziehungsweise seinem Smartphone oder Tablet informative kurze Trickfilme und weiter hilfreiche Informationen zu den häufigsten Tricks der Taschendiebe, dargestellt durch den „Anrempler“ und seine Bande, anschauen. Hingucker und „Erkennungszeichen“ der Kampagne sind kleine Monster, die die Aufmerksamkeit der Reisenden wecken und dazu beitragen sollen, dass sich die Bahnkunden weiter informieren und die Tricks der Taschendiebe kennen, um so nicht nur sich, sondern auch andere besser zu schützen.

Das Material steht europaweit für den Einsatz in Bahnhöfen und Zügen zur Verfügung. Das einheitliche Logo soll einen Wiedererkennungswert erzeugen und den gemeinsamen Ansatz gegen dieses Kriminalitätsphänomen widerspiegeln. Zusätzlich zu Pressemitteilungen läuft die Kampagne über die verschiedenen Social-Media-Kanäle der Bundespolizei in Niedersachsen, Bremen und Hamburg sowie durch die Bundespolizeidirektion Hannover bei Twitter unter @bpol_nord.

Eine weitere Kampagne dieser Art ist zur Fußball-EM im Juni und Juli dieses Jahres geplant. Soweit es die Pandemielage dann erlaubt, soll es auch begleitende Präsenzveranstaltungen geben, zum Beispiel die Vorführungen von Taschendiebstahltricks an besonders betroffenen Bahnhöfen.

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