„Leitplanken“ für Kitas

Verlässlicher Rahmen für „Hochfahren“ des Betriebes in Kindertageseinrichtungen

„Leitplanken“ für Kitas

Zum „Hochfahren“ des Betriebes der Kindertageseinrichtungen nach dem Corona-bedingten Stillstand (mit Ausnahme der Notbetreuung) hat das Niedersächsische Kultusministerium jetzt „Leitplanken“ veröffentlicht.

Kita-Leitfaden, Rahmen-Hygieneplan, Hinweise zum Umgang mit besonders schutzwürdigen Personen und Ideen zur Teilhabe aller Kinder am pädagogischen Alltag von Kita und Kindertagespflege bei der Notbetreuung: Den örtlichen Jugendhilfeträgern, den Kommunalen Spitzenverbänden, den Mitgliedsverbänden der Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege, dem Katholischen Büro Niedersachsen, der Konföderation evangelischer Kirchen sowie der LAG Elterninitiative will das Ministerium praxisnahe Richtlinien für die Ausweitung der Kindertagesbetreuung an die Hand geben. Damit sollen die zuständigen Kita-Träger vor Ort einen verlässlichen Rahmen haben, um den Kita-Betrieb schrittweise hochzufahren.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne: „Wir ermöglichen nach und nach den Eltern wieder deutlich mehr Betreuung. Darüber freue ich mich, weil Kinder wieder Spielmöglichkeiten und mehr soziale Kontakte bekommen und Eltern entlastet werden. Die Träger benötigen realistischerweise aber auch Vorlauf, um die Kapazitäten vor Ort schrittweise zu erhöhen.“

Der Leitfaden „Kita in Corona-Zeiten“ erläutert die Spielräume bei der Erweiterung der Notbetreuung und gibt organisatorische Hinweise. So wird dargestellt, dass ab Montag, den 11. Mai, schrittweise bis zu 13 Kinder im Ü3-Bereich (halbe Gruppenstärke) aufgenommen werden können. In Notgruppen mit überwiegend Krippenkindern können bis zu acht Kinder betreut werden, in Hortgruppen bis zu zehn (ebenfalls halbe Gruppenstärke). „Diese Gruppengrößen entsprechen einer landesweiten Betreuungsquote bis 50 Prozent“, so das Ministerium. Tagespflegepersonen und Großtagespflegestellen können ab 11. Mai bereits den Regelbetrieb aufnehmen, mit fünf Kindern pro Tagesmutter oder Tagesvater. Im Bereich der Großtagespflege können jeweils maximal fünf Kinder einer Tagespflegeperson fest zugeordnet betreut werden.

Der „Niedersächsische Rahmen-Hygieneplan Corona Kindertageseinrichtungen“ dient als Ergänzung zum innerbetrieblichen Hygieneplan der Gemeinschaftseinrichtung und gilt, solange die Pandemie-Situation im Land besteht. Dieser wurde vorab mit der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens, den Kirchen, den Trägerverbänden der freien Wohlfahrt erörtert sowie mit dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) abgestimmt. Einsatz und Verhaltensregeln für Kräfte in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen werden ebenso thematisiert, wie Raumhygiene, Reinigung und Desinfektion.

„Zwar ist das Land Niedersachsen nicht Arbeitgeber der Beschäftigten in den Tageseinrichtungen für Kinder und der Tagespflegepersonen, mit dem Informationspapier ‚Empfehlungen zum Umgang mit Beschäftigten in Tageseinrichtungen für Kinder und mit Kindertagespflegepersonen, die besonderen Schutz bedürfen‘ gibt das Kultusministerium aber Hinweise, wie die jeweiligen Träger bestimmte Personengruppen vor Infektionen mit dem Coronavirus schützen können“, erläutert das Ministerium.

Passend zur schrittweisen Öffnung der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege hat das Kultusministerium zudem ein Ideen- und Impulspapier mit Tipps für Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung und in der Kindertagespflege veröffentlicht. Im Zentrum steht dabei die Frage: Wie können Kinder, die noch nicht in Einrichtungen zurückkehren können, trotz Notbetreuung am pädagogischen Alltag teilnehmen und eingebunden werden?

„Ich möchte, dass alle Kinder die Chance erhalten, ihre Erzieherinnen und Erzieher wiederzusehen und mit ihren Freundinnen und Freunden zu spielen - wenigstens ein paar Stunden zu Beginn“, kommentiert Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne den Phasenplan zum sukzessiven Hochfahren des Kitabetriebes. Dafür sei das Ideen- und Impulspapier eine wichtige und hilfreiche Handreichung für die engagierten Fachkräfte in den Einrichtungen.

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