Heidebahn: „Nächster rechtlicher Schritt ist die Abmahnung“

Anhaltende Probleme auf den hiesigen Strecken von „Start Niedersachsen Mitte“: Landtagsabgeordneter Zinke wendet sich mit Schreiben an den Verkehrsminister

Heidebahn: „Nächster rechtlicher Schritt ist die Abmahnung“

Es läuft nicht rund auf den Schienen im Heidekreis. Erst vor wenigen Tagen informierte „Start Niedersachsen Mitte“ über weitere Einschränkungen im Bahnverkehr und ein weiteres Maßnahmenpaket, um „die derzeitige geringe Fahrzeugverfügbarkeit auf den Linien RB 37 und 38 zum Schulbeginn zu kompensieren“, so das Unternehmen (HK berichtete). Wegen der vielen Probleme auf der Heidebahn wendet sich Landtagsabgeordneter Sebastian Zinke jetzt mit Schreiben an den Verkehrsminister: Ein möglicher nächster rechtlicher Schritt sei die Abmahnung, so der SPD-Politiker in seiner Mitteilung.

„Start Niedersachsen Mitte“ trat vor einiger Zeit die Nachfolge von „Erixx“ an - auch mit dem Ziel, einige Verbesserungen auf den Weg zu bringen. Doch verbessert hat sich auf dem Schienennetz durch den Heidekreis bisher wenig, stattdessen viele Zugausfälle und Verzögerungen. „Die Fahrzeugsituation ist aktuell angespannt, weil unter anderem viele wichtige Ersatzteile für unsere Fahrzeuge derzeit am Markt nicht verfügbar sind oder die Lieferung mit langen Wartezeiten verbunden ist“, hatte Mathias Hoff, Leiter von „Start Niedersachsen Mitte“, dazu erklärt. Zudem mache Corona auch vor der Werkstatt nicht halt, sodass viele krankheitsbedingte Ausfälle zu verzeichnen seien, so Hoff: „Wir nutzen aktuell alle verfügbaren Werkstattkapazitäten, nichtsdestotrotz steht derzeit eine hohe Anzahl an Fahrzeugen nicht für den Fahrbetrieb zur Verfügung. Daher können wir viele Fahrten leider nur in geringerer Traktion bedienen.“ Aus diesem Grund habe „Start“ ein Maßnahmenpaket entwickelt, um überfüllte Züge und Ausfälle aufgrund der aktuell eingeschränkten Fahrzeugverfügbarkeit so gering wie möglich zu halten und um planbare Verbindungen anzubieten. So werden bei Bedarf bis auf Weiteres zusätzlich Busse eingesetzt.

Nachdem sich der hiesige Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke nachdrücklich über die unhaltbaren Zustände bei der Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs im Heidekreis hinwies und zügige Verbesserungen forderte, kommt nunmehr laut Rückmeldung aus dem Verkehrsministerium endlich Bewegung in die Sache.

Der Abgeordnete Zinke beschrieb die Zustände als nicht mehr tolerierbar. Er verwies in seinem Forderungsschreiben an den Verkehrsminister auf die Notwendigkeit eines funktionierenden Schienenverkehrs im ländlichen Raum, der für Zinke besonders bei Berufspendlern sowie Schülerinnen und Schüler verlässlich funktionieren müsse. Zinke, der selbst diese Zugverbindungen nach Hannover in den Landtag nutzt, machte seinem Unmut Luft und gab auch die zahlreichen Rückmeldungen aus der Bevölkerung an das Ministerium weiter.

„Dass das so nicht weitergehen kann, ist wohl nun auch beim CDU-Verkehrsminister Althusmann angekommen“, setzt Zinke zu einem Seitenhieb an, „über das Ministerium teilte die zuständige Landesnahverkehrsgesellschaft mit, dass die Zustände regelmäßig überprüft und bei weiteren Verfehlungen rechtliche Schritte gegen die Betreiber eingeleitet würden“. Sebastian Zinke wertet dieses Vorgehen als einen ersten Erfolg, eine wirkliche Verbesserung könne für ihn aber nur durch zuverlässige Zugverbindungen erreicht werden. Hierzu treffe sich Zinke auch mit dem Geschäftsführer der Start GmbH zu einem Gespräch, um nachhaltige Optimierungen für die Region voranzubringen.

Als Aufgabenträger habe die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen die Start GmbH als Betreiberin der Bahnstrecke dazu aufgefordert, den vertraglichen Pflichten zur vollständigen Erbringung des Verkehrsangebots in Umfang und Qualität unverzüglich nachzukommen. Weitere rechtliche Schritte werden laut Zinke eingeleitet, wenn die vertraglich vereinbarte Betriebsqualität nicht kurzfristig erreicht werde. Das sei, so der Abgeordnete Zinke, ein längst überfälliger Schritt.

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