„HeideHerzen“: Weihnachtspost-Aktion gegen die Einsamkeit

Lehrerin Elisabeth Okon und Medizinstudent Marcel Borchert wollen mit ihrem Projekt an Menschen erinnern, die in der Gesellschaft allzu häufig vergessen werden

„HeideHerzen“: Weihnachtspost-Aktion gegen die Einsamkeit

Weihnachten steht für Einkehr, Besinnung und schöne Stunden im Kreise der Familie. Doch für einige Einwohnerinnen und Einwohner des Heidekreises ist das keine Selbstverständlichkeit. Insbesondere viele Menschen in den 23 Senioren- und Pflegeheimen im Heidekreis drohen, vergessen zu werden. Das Projekt „HeideHerzen“, initiiert von Lehrerin Elisabeth Okon und Medizinstudent Marcel Borchert, geht auf diese Problematik ein und schafft eine Möglichkeit für alle, in der Weihnachtszeit etwas Gutes zu tun.

Auf der Internetseite heideherzen.de können Adressen von Senioren- und Pflegeheimen im Heidekreis angefordert werden, an die weihnachtliche Karten geschickt werden können. „Manche Menschen, die unter anderem in Seniorenheimen leben, sind scheinbar vergessen und fühlen sich insbesondere über die Feiertage einsam. Im hohen Alter schwindet die Zahl der Angehörigen und viele der Bewohnerinnen und Bewohner bekommen entsprechend weniger Besuch“, unterstreichen die Initiatoren der Aktion. Und weiter: „Gleich der tollen Fürsorge durch die Pflegeheime sind soziale Interaktionen vor allem auch durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkt worden, zudem leben wir gerade in krisenbehafteten Zeiten mit drohender Inflation und schwerwiegenden Konflikten auf der Welt, unter anderem im Iran und der Ukraine. Es überfällt uns das Gefühl, all dem machtlos entgegen zu stehen.“

„Teilnahme an unserer Gesellschaft und Glück sind wichtige Bausteine für ein gesundes Leben - Aspekte, die das Projekt ‚HeideHerzen‘ berücksichtigt“, erklärt Marcel Borchert. Und Elisabeth Okon ergänzt: „Dabei geht es aber längst nicht nur um einen Gewinn für die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime. Als Lehrerin glaube ich, dass das Projekt ‚HeideHerzen‘ für zum Beispiel Schulen gewinnbringend ist und Schülerinnen und Schüler für soziale Projekte sensibilisieren kann.“

Mitmachen kann aber jeder, egal ob aus dem Heidekreis kommend oder sich ihm verbunden fühlend. Der Fantasie darf bei der Gestaltung der Karten freier Lauf gelassen werden. Von Bunt- und Aquarellstiften bis hin zu Stickern ist alles erlaubt. Wichtig ist, groß und deutlich zu schreiben. Bewohner, die nicht mehr so gut sehen können, werden die Karten von den Pflegerinnen und Pflegern vorgelesen.

Die Idee zu dem Projekt „HeideHerzen“ kam den beiden im vergangenen Winter, als sie Weihnachtskarten für ihre Großeltern gestalteten. Dabei schickten sie auch eine Karte an ein Seniorenheim. Von den Coronamaßnahmen waren und sind vor allem Menschen in diesen Einrichtungen betroffen. Anonym verschickten Borchert und Okon daher auch Karten an einige Karten an Bewohner. Später erfuhren sie über Umwege, dass viele der Karten einen festen Platz auf den Nachttischen der Bewohnerinnen und Bewohner gefunden hatten. „Die positive Resonanz war überwältigend“, berichten die Lehrerin und der Student.

Mit dem Portal Heideherzen.de wollen sie nun in diesem Jahr allen Menschen ermöglichen, an diesem weihnachtlichen Glück teil zu haben. Gleichzeitig sollen noch mehr Interessierte die Gelegenheit bekommen, mit einer kleinen Geste große Freude zu schenken. Am Projekt selbst haben aber noch viele andere mitgewirkt. So hat ein Freund die Internetseite gestaltet, Schäferin Wiebke Schmidt-Kochan aus Schneverdingen versammelte ihre Heidschnucken-Herde für das Aktionsfoto. „Und wiederum andere sprechen einfach nur über das Projekt und machen es dadurch bekannter“, freuen sich Borchert und Okon.

Die Anleitung zum Mitmachen ist im Internet unter www.heideherzen.de zu finden.

Logo