„Herausfordernde Zeiten, erfolgreicher Abschluss 2021“

Bilanzgespräch zum abgelaufenen Geschäftsjahr bei Volksbank Lüneburger Heide

„Herausfordernde Zeiten, erfolgreicher Abschluss 2021“

„Herausfordernde Zeiten, erfolgreicher Abschluss 2021“ - so ließe sich das Bilanzpressegespräch der Volksbank Lüneburger Heide eG betiteln - doch dahinter steht natürlich viel mehr. Denn eigentlich wollten Gerd-Ulrich Cohrs, Vorstand der Volksbank Lüneburger Heide eG und André Pannier, Regionalleiter und Sprecher der Region Heidekreis, in der vergangenen Woche beim alljährlichen Pressegespräch wie gewohnt über das abgelaufene Geschäftsjahr berichten. Doch „Business as usual“ fällt dieser Tage auch ihnen schwer. Cohrs und Pannier blicken mit großer Sorge auf die Ereignisse in der Ukraine. Auch wenn die Bank laut eigener Aussage nicht direkt betroffen ist - neben den schrecklichen menschlichen Schicksalen erwarten die Verantwortlichen auch negative wirtschaftliche Auswirkungen. „Das Thema bewegt uns alle und auch wir möchten einen kleinen Beitrag leisten“, so Cohrs in der anschließenden Mitteilung der Volksbank Lüneburger Heide: „Daher spendet die Bank 20.000 Euro für die Ukraine. Wohin das Geld geht, entscheiden die Mitarbeiter. Sie können Vorschläge einreichen und hierzu abstimmen.“

Trotz der aktuellen Herausforderungen und den ohnehin schwierigen Rahmenbedingungen berichteten die Verantwortlichen über ein zufriedenstellendes Ergebnis 2021: „Trotz Corona, anziehender Inflation, der Negativzinspolitik der EZB und sich weiter verschärfender Regulatorik erreichten wir unsere selbstgesteckten Ziele“, so Cohrs.

Das spiegeln auch die Zahlen wider: Die Wachstumsraten im Kreditgeschäft und im Vermittlungsgeschäft betragen jeweils zehn Prozent. Und ebenso bei der Bilanzsumme gab es ein kräftiges Wachstum: Sie stieg um fünf Prozent auf 3,98 Milliarden Euro. Das Gesamtergebnis von 21,4 Millionen Euro vor Steuern stärkt das Eigenkapital der Genossenschaftsbank. Um zukünftig erfolgreich zu bleiben, investierte die Bank rund acht Prozent mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr für Personal, Ausstattung, Technik und neue Kundenangebote.

Das Besondere an einer Genossenschaftsbank sind ihre Mitglieder - und diese Gemeinschaft wächst bei der Volksbank Lüneburger Heide eG seit Jahren an: „Für uns ist das ein starker Vertrauensbeweis“, freut sich Cohrs. Denn: „Die gut 83.000 Mitglieder unterhalten zusammen rund 36 Millionen Euro Geschäftsguthaben bei der Bank. Das sind ca. sechs Millionen Euro mehr als in dem Geschäftsjahr zuvor.“

Um die niedrigen Zinsen und die hohe Inflation aufzufangen setzen laut Cohrs immer mehr Kunden auf das Wertpapiergeschäft. Die Volksbank verzeichnet dort einen Zuwachs von 27 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Die immer noch niedrigen Zinsen sorgten außerdem für eine hohe Nachfrage bei Krediten. „Diese ist ungebrochen groß“, so Pannier. „Und trotz hoher Baupreise spüren wir das vor allem bei Baufinanzierungen.“ Hier wuchs die Summe neuer Finanzierungen um rund neun Prozent auf 364 Millionen Euro. Insgesamt stieg die Kreditsumme sogar um zehn Prozent auf 2,42 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Bundesweit legten hier alle Banken im Durchschnitt nur rund fünf Prozent zu.

Neben gezahlter Gewerbe- und Grundsteuer (3,7 Millionen Euro) sowie überwiesenen Gehältern (29 Millionen Euro) flossen über sechs Millionen Euro für Gebäude, Betriebs- und Geschäftsausstattung in die Region. Vereine und Institutionen erhielten knapp 500.000 Euro Zuwendungen in Form von Spenden, Sponsoring oder Reinerträgen. 20.000 Euro davon spendete die Bank allein an die Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal. Neben der regionalen Verbundenheit sei der Bank auch die Kundenbindung besonders wichtig, führt Cohrs aus. Einen Teil dazu beitragen solle das VR Prime Bonusprogramm, das die Volksbank im November eingeführt hat: „Ganz im genossenschaftlichen Sinn belohnen wir die intensive Nutzung unserer Bankangebote. Wer mehr mit uns macht erhält einen günstigeren Kontopreis, bis hin zu einer monatlichen Gutschrift. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Vorteile wie ein erhöhter Freibetrag beim Verwahrentgelt oder erweiterte Zeichnungsrechte von Genossenschaftsanteilen“, erläutert Cohrs in den Grundzügen das Konzept.

Eine große Herausforderung sei hierbei die neue Rechtsprechung auf Grundlage eines BGH-Urteils: „In der Vergangenheit reichte es aus, wenn die Kunden den Änderungen nicht widersprachen. Heute benötigen wir aufgrund des BGH-Urteils die Zustimmung jedes einzelnen Kunden. Das bedeutet sowohl für uns als auch für die Kunden einen erheblichen Mehraufwand“, bedauert Cohrs.

599 Mitarbeiter, darunter 42 Auszubildende, beschäftigte die Bank zum Stichtag 31. Dezember 2021. Das sind zehn mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Viele Banker arbeiten mittlerweile regelmäßig an ihrem mobilen Arbeitsplatz von zu Hause aus. „Wir haben gleich zu Beginn der Pandemie auf mobiles Arbeiten gesetzt, um unsere Mitarbeiter bestmöglich vor dem Virus zu schützen“, so Cohrs. Fortbildungen sowie Meetings fanden, wann immer möglich, digital statt.

Nicht nur die Mitarbeiter, auch die Kunden seien immer mehr digital unterwegs, stellt Cohrs fest: „Das war auch vor der Pandemie schon so, doch die Einschränkungen, die das Virus mit sich brachte, puschte diesen Trend noch einmal. Über 60 Prozent der circa 110.000 Girokontokunden haben einen Onlinebanking-Zugang. Rund 34.000 nutzen die mobile VR Banking-App. Und immer mehr Kunden erledigen ihre Standardbankgeschäfte telefonisch, per Mail oder Chat über unser hauseigenes Dialog-Center.“ Zu ihnen gehörten laut Cohrs auch immer mehr Senioren.

Das Dialog-Center gewinnt laut Aussage der Volksbank immer mehr an Bedeutung in der Omnikanal-Welt. So bietet die Bank mittlerweile ergänzend zu den oben genannten Kommunikationswegen auch den Video-Service an. In 13 Filialen sind die bedienerfreundlichen Videostationen schon in Betrieb. Seit der vergangenen Woche auch in Lübtheen, Bleckede, Maschen und Walsrode.

Eine weitere Neuerung kommt bei den Kunden gut an: „Unsere Online-Terminbuchung für Beratungen, die wir seit Ende Oktober anbieten. Über 1.300 Termine wurden hierüber bereits gebucht“, freut sich Cohrs. Bei beratungsintensiven Themen setzt die Bank auch weiterhin auf eine Spezialisierung Ihrer Berater. „Wir haben eigene Teams für Bauherren, vermögende Privatkunden, für den Mittelstand und die Landwirtschaft“, erläutert Pannier.

Nachhaltigkeit spielt in vielen Bereichen der Regionalbank eine große Rolle. So bietet beispielsweise der Verbundpartner Union Investment immer mehr nachhaltige Produkte wie Zertifikate oder Fonds an. Aber auch mit konkreten Maßnahmen wie energetische Konzepte bei Neubauten, E-Tankstellen oder dem E-Postfach stärkt die Bank ihren Fokus auf das Thema. „Wir berücksichtigen alle drei ESG-Kriterien. Sehr deutlich wird unser Engagement im sozialen Bereich, schaut man sich allein unsere Förderbilanz an“, unterstreicht Cohrs.

„Neben unserer Rolle als Baufinanzierer sind wir auch im regionalen Immobilien- und Grundstücksmarkt gut vernetzt. Unsere Tochtergesellschaften GEB Gesellschaft für Entwicklung und Bauen mbH, Immo-Konzepte GmbH und VBLH Grundbesitz KG trugen kräftig zum erfolgreichen Geschäftsergebnis bei“, freut sich Pannier, der auch Geschäftsführer der GEB ist. Während die GEB auf die Entwicklung und Erschließung von Baugebieten spezialisiert ist, vermitteln die Makler der Immo-Konzepte GmbH Wohn- und Gewerbeimmobilien. Verwaltung und Entwicklung der fremdvermieteten Immobilien verantwortet wiederum die VBLH Grundbesitz KG. „Das Immobilien- und Grundstücksgeschäft ist ein interessanter und zukunftsfähiger Markt“, so Pannier. „Hier werden wir unser Engagement weiter ausbauen.“

Der Ausblick der beiden Verantwortlichen ist optimistisch: „Wir setzen 2022 unseren Weg der Modernisierung fort. Unsere Mitarbeiter haben in den letzten Jahren bewiesen, dass wir uns auch bei unerwarteten Veränderungen auf sie verlassen können. Wir wachsen schneller als der Markt und unser Geschäftsmodell hat sich als sehr tragfähig erwiesen“, so Pannier und Cohrs. Für die Volksbank Lüneburger Heide eG gelte also der Volksbank-Slogan: „Morgen kann kommen“.

Was auf jeden Fall komme, wenn auch mit etwas Verzögerung, aber noch im laufenden Jahr, sei die große Baumaßnahme in der Böhmestadt: „Bevor der Neubau in Soltau starten kann, steht der Abriss des Altgebäudes für das zweite Quartal dieses Jahres an.“

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