„Im Heidekreis lässt es sich sicher leben“ | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Kriminalstatistik: Zahl der Straftaten gesunken

„Im Heidekreis lässt es sich sicher leben“

Weniger Straftaten und eine leicht gesunkene Aufklärungsquote – so lässt sich in aller Kürze die Kriminalstatistik im Heidekreis für das Jahr 2025 zusammenfassen. Leitender Polizeidirektor Jens Heuchert, Chef der Polizeiinspektion Heidekreis, und die Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes, Polizeidirektorin Christina Kappenberg, stellten die Zahlen für das vergangene Jahr am 19. März in einem Pressegespräch in Soltau vor. Dabei informierten sie über die aktuelle Entwicklung der Kriminalität im Landkreis und ordneten die wichtigsten Zahlen verständlich ein.

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Heidekreis wurden demnach im Jahr 2025 insgesamt 9.174 Straftaten registriert. Dies entspricht einem Rückgang um 1.436 Fälle im Vergleich zum Vorjahr. In prozentualer Hinsicht bedeutet dies eine Abnahme der Fallzahlen um 13,53 Prozent gegenüber 2024. Der Rückgang fällt damit im Heidekreis deutlich stärker aus als im Vergleich auf übergeordneter Ebene, denn: Im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg wurde lediglich ein Rückgang von 8,60 Prozent, landesweit in Niedersachsen von 4,28 Prozent verzeichnet. Inspektionsleiter Heuchert: „Ich freue mich sehr über den deutlichen Rückgang der für das Berichtsjahr 2025 erfassten Gesamtstraftaten, weil damit natürlich auch die Kriminalitätsbelastung im Heidekreis insgesamt gesunken ist. Kurzum: Im Heidekreis lässt es sich sicher leben und ich hoffe für die Bürgerinnen und Bürger des Heidekreises, dass diese positive Entwicklung anhält.“

Die Aufklärungsquote aller erfassten Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Heidekreis beträgt im Jahr 2025 62,90 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr (63,13 Prozent) entspricht dies einem leichten Rückgang. Trotzdem liegt die Aufklärungsquote weiterhin über dem Landesdurchschnitt von 62,72 Prozent.

Kathrin Schuol, Polizeipräsidentin der Polizeidirektion Lüneburg: „Die insgesamt gesunkene Zahl der registrierten Straftaten ist ein ermutigendes Zeichen und Ausdruck der wirksamen Arbeit unserer Polizei sowie vielfältiger präventiver Maßnahmen. Gleichzeitig beeinflussen gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie Mobilität sowie wirtschaftliche und soziale Entwicklungen weiterhin das Kriminalitätsgeschehen“. Und weiter: „Wir leben in einer sicheren Region. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr außerordentliches Engagement, ihre Professionalität und ihre Einsatzbereitschaft. Gleichwohl wissen wir um unsere fortwährende Verpflichtung: In der Präventionsarbeit zur Verhinderung von Straftaten ebenso wie in der akribischen Tatortarbeit – insbesondere im Bereich einzelner Deliktsfelder – dürfen wir nicht nachlassen. Wir werden uns auch künftig mit Nachdruck und Verantwortungsbewusstsein für die Sicherheit der Menschen im Nordosten Niedersachsens einsetzen.“

Zu den im Jahr 2025 im Heidekreis bearbeiteten 9.174 Straftaten konnten insgesamt 4.339 Tatverdächtige ermittelt werden. Im Vergleich zu 2023 (4.774 Tatverdächtige) ist auch hier ein deutlicher Rückgang festzustellen. Dabei waren 3.434 der Tatverdächtigen Erwachsene ab 21 Jahren, 321 Heranwachsende (18 bis 21 Jahre), 368 Jugendliche (14 bis 18 Jahre) sowie 216 Kinder (unter 14 Jahre).

Laut Statistik verfüge der Großteil der Tatverdächtigen, nämlich 3.181 Personen (73,31 Prozent), über die deutsche Staatsangehörigkeit. 1.158 Tatverdächtige hatten diese nicht (26,69 Prozent). Auch in diesem Bereich ist ein Rückgang zu verzeichnen: Im Jahr 2024 lag die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen noch bei 1.295. Das entspricht einer Abnahme um 10,58 Prozent.

In der zahlenmäßig größten Deliktsgruppe, den Diebstahlsdelikten, ist im Jahr 2025 ein Rückgang um 201 Taten (-6,81 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Innerhalb dieses Deliktsbereichs zeigen sich jedoch unterschiedliche Entwicklungen: Während die einfachen Diebstähle leicht um 62 Fälle (+3,83 Prozent) angestiegen sind, ist bei den schweren Diebstählen ein deutlicher Rückgang um 263 Fälle (-19,72 Prozent) festzustellen. Die Aufklärungsquote bei den Diebstahlsdelikten ist von 38,16 Prozent im Jahr 2024 auf 35,94 Prozent gesunken und liegt damit leicht unter dem Landesdurchschnitt von 36,30 Prozent.

Im Bereich der Wohnungseinbruchdiebstähle wurde im Heidekreis ein besonders deutlicher Rückgang registriert: Die Fallzahlen gingen dabei um 61 Taten (-27,98 Prozent) zurück. Die Aufklärungsquote ist hier zwar ebenfalls gesunken und liegt nun bei 28,66 Prozent, bewegt sich jedoch weiterhin deutlich über dem Landes- (18 Prozent) und Direktionsdurchschnitt (20,79 Prozent).

Auch Sexualdelikte sind in der Statistik aufgeführt. Im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Heidekreis 336 Fälle registriert. Dies entspricht einem Rückgang um 15 Fälle (-4,27 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Von den erfassten Taten entfallen 171 auf den Deliktsbereich „Verbreitung pornografischer Inhalte“. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsfeld bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau und konnte nochmals gesteigert werden: Sie liegt nun bei 94,94 Prozent (2024: 93,73 Prozent). Heuchert: „Was mich bei der Verbreitung pornografischer Inhalte besorgt, ist, dass in diesem Deliktsfeld fast 59 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen Kinder und Jugendliche waren. Diese negative Entwicklung kann die Polizei durch ihre Ermittlungen kaum beeinflussen, zumal es hier ein großes Dunkelfeld geben dürfte. Ich kann daher nur an alle Eltern appellieren, sich mit ihren Kindern über die verantwortliche Nutzung digitaler Medien auszutauschen.“

In Sachen Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit gab es im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Rückgang um 344 Taten (-16,06 Prozent) auf 1.798 Taten. Innerhalb der einzelnen Deliktsbereiche zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild: Während es bei den Körperverletzungsdelikten (-242 Fälle) und den Straftaten gegen die persönliche Freiheit (-116 Fälle) zu einer deutlichen Abnahme kam, ist bei den Raubdelikten im Jahr 2025 ein Anstieg um 14 Taten auf 70 Taten festzustellen.

Die Aufklärungsquote im Bereich der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit hat sich positiv entwickelt und ist auf 91,05 Prozent gestiegen (2024: 89,73 Prozent). Bundesweit sorgen immer wieder Attacken mit Stichwaffen für Schlagzeilen. Auch im Heidekreis kommt es zu Taten dieser Art. Im Jahr 2025 griffen Täter in 44 Fällen zu einer Stichwaffe, jeweils einem Messer. 2024 hatte es einen Fall mehr gegeben.

Mit Blick auf häusliche Gewalt wurden im Jahr 2025 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Heidekreis 683 Fälle registriert. Dies entspricht einem Rückgang um 11,18 Prozent (-86 Fälle) im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden 602 Opfer erfasst, darunter 404 Frauen und 198 Männer. Unter den Betroffenen befanden sich zudem laut Statistik 107 Minderjährige.

Christina Kappenberg, Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes: „Häusliche Gewalt findet oft im Verborgenen statt, doch ihre Folgen sind gravierend und betreffen viele Menschen – auch im Heidekreis. Jeder einzelne Fall ist einer zu viel. Es ist unser Anspruch als Polizei, Betroffene konsequent zu schützen, Täter zur Verantwortung zu ziehen und das Dunkelfeld weiter zu erhellen. Entscheidend ist dabei auch, dass Betroffene den Mut haben, sich Hilfe zu holen – und dass ihnen diese Hilfe verlässlich zur Verfügung steht.“

Ein Thema, das bundesweit für Entsetzen sorgt, ist die Gewalt gegen Polizei- und Rettungskräfte. Was taten dieser Art angeht, so hat es im Jahr 2025 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Heidekreis 52 Fälle gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr (89 Fälle) entspricht dies einem deutlichen Rückgang. Insgesamt wurden 135 Polizeibeamtinnen und -beamte als Opfer erfasst, von denen 15 leicht verletzt wurden. Schwere Verletzungen gab es glücklicherweise nicht. Im Bereich der Rettungskräfte wurden vier Fälle registriert, bei denen zwei Personen leicht verletzt wurden.

Leitender Polizeidirektor Jens Heuchert unterstreicht in diesem Zusammenhang: „Gewalt gegen Einsatzkräfte ist durch nichts zu rechtfertigen. Diese Menschen sorgen an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für unser aller Sicherheit und leisten wichtige Hilfe – und dies sehr häufig unter schwierigen und belastenden Bedingungen. Dies verdient Anerkennung sowie Respekt und eben gerade nicht Pöbeleien, Beleidigungen oder gar Angriffe.“