Keine echte ÖPNV-Struktur im Heidekreis

SPD-Kreistagsfraktion: Eigentlich nur Schülerbeförderung vorhanden

Keine echte ÖPNV-Struktur im Heidekreis

„Eine geordnete, zielführende Struktur des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Heidekreis zu erkennen, fällt schwer“, so der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion und Landtagsabgeordnete, Sebastian Zinke, in einer ersten Stellungnahme nach der Auswertung der Antwort der Kreisverwaltung auf die Anfrage seiner Fraktion in Sachen ÖPNV.

Und weiter: „Eigentlich gibt es trotz ‚Masterplans ÖPNV‘ nur die Schülerbeförderung, den Heideshuttle und, in geringem Umfang seitens des Heidekreises gefördert, die Bürgerbusse. Die Nutzungsmöglichkeiten der Bevölkerung für die Busse der Verkehrsgemeinschaft ergeben sich nur nebenbei.“

Dazu müsse man wissen, so Zinke, daß für den Bereich des ÖPNV mit Hilfe der Zuschüsse des Landes immerhin jährlich fast vier Millionen Euro bereitgestellt würden. Die Kreisverwaltung teilt mit, daß die Verkehrsunternehmen in der Verkehrsgemeinschaft Heidekreis im Busbetrieb immerhin rund 2,413 Millionen Kilometer zurücklegten, davon rund 94.000 an Samstagen, der Wert für die 190 Schultage liege aber nicht vor. Nach seinen Schätzungen kommt der Landrat auf rund 290.000 Kilometer Busfahrleistung jenseits der Schülerbeförderung, dies würde bedeuten, daß für diesen Zweck aus Landkreismitteln jährlich rund 125.000 Euro bereitgestellt würden, so Zinke.

Für den Betrieb des kostenlosen Heide-Shuttles (vom 15. Juli bis zum 15. Oktober eines jeden Jahres) stellen Landkreis und Städte und Gemeinden jährlich 122.500 Euro zur Verfügung. Nach der Antwort der Kreisverwaltung nutzen dieses Angebot insgesamt rund 26.000 Personen, von denen immerhin 61 Prozent im Heidekreis wohnen.

Die nur im Heidekreis fahrenden ehrenamtlich betriebenen Bürgerbusse aus Schwarmstedt, Schneverdingen und Walsrode beförderten in Jahr 2017 rund 19.500 Fahrgäste ganzjährig, davon entfielen auf Schwarmstedt 7.000, Schneverdingen 6.000 und Walsrode 6.500 Personen.

Für die Busbeschaffung erhalten die nicht gemeinnützigen Bürgerbusvereine Zuschüsse der Landesnahverkehrsgesellschaft, des Landkreises sowie zum Teil der örtlichen Kommunen. Der laufende Betrieb wird im wesentlichen durch die örtlichen Kommunen und Sponsoren erbracht.

„Diese ÖPNV-Strukturen halten wir nicht für ausgewogen und zielführend. Wir werden die Kreisverwaltung bitten, über die Verkehrsgemeinschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO) eine finanziell und strukturell ausgewogenere ÖPNV-Konzeption für den Heidekreis erarbeiten zu lassen, vielleicht können dabei ÖPNV-Konzepte anderer niedersächsischer Landkreise Vorbild sein“, heißt es abschließend von der SPD-Kreistagsfraktion.

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