Kiebitz und Co. helfen

Heidekreis macht auf Schutzprojekt für Wiesenvögel aufmerksam

Kiebitz und Co. helfen

Unter dem Titel „Praktischer Wiesenvogelschutz im Heidekreis - Cash for Kiebitz“ bietet ein Projekt der Fachgruppe Natur- und Landschaftsschutz des Heidekreises interessierten Flächenbewirtschafterinnen und -bewirtschaftern im Landkreis die Möglichkeit, sich im Feld- und Wiesenvogelschutz zu engagieren. Für die freiwillige Teilnahme am Projekt können Landwirtinnen und Landwirte Ausgleichsprämien erhalten. .

Mögliche Maßnahmen sind unter anderem der direkte Schutz von Gelegen bei der Bewirtschaftung oder Verbesserungen der Aufzuchtbedingungen, wie zum Beispiel Verzicht der Drainierung von Nassstellen für den Zeitraum einer Brutsaison. Zielarten dieses Projektes sind neben dem Kiebitz auch der Große Brachvogel, der nur noch mit wenigen einzelnen Brutpaaren im nordwestlichen Heidekreis vorkommt.

Vor wenigen Jahrzehnten war der Kiebitz auch im Heidekreis noch oft auf Feldern und Wiesen zu sehen. Dies am häufigsten in den feuchten Niederungen wie dem Allertal oder auf besonders moorigen Standorten im Nordwesten des Landkreises, die nur schwierig bewirtschaftet werden konnten und durch Nassstellen und lückenhafte Vegetation geprägt waren. Mittlerweile sind diese Feldvögel immer seltener geworden. In Deutschland ist der Brutbestand um mehr als 90 Prozent zurückgegangen, und auch im Heidekreis werden die Kiebitze immer seltener.

Veränderte Brutbedingungen führen beim Kiebitz zu geringem Bruterfolg. Die beabsichtigte Ertragssteigerung von Wiesen führte zu frühzeitigerer sowie häufigerer Mahd und die Weidetierhaltung wird immer seltener. Dies hatte zur Folge, dass Grünland durch die dichte Grasnarbe und den schnellen Wuchs der Gräser für Kiebitze oft keinen geeigneten Brutort mehr darstellt. Da Kiebitze zur frühzeitigen Erkennung von Feinden eine freie Rundumsicht beim Brüten bevorzugen, siedeln sie sich mittlerweile besonders häufig auf unbestellten Äckern an. Die Hauptbebrütungsphase ist Anfang April und fällt häufig mit dem Zeitraum der Maisaussaat oder anderen Bewirtschaftungsmaßnahmen zusammen. So gehen viele Gelege verloren.

Für das Projekt „Praktischer Wiesenvogelschutz im Heidekreis - Cash for Kiebitz“ wurde eine Auswahl von Flächen mit gut 1.200 Hektar festgelegt, basierend auf den Erkenntnissen noch vorhandener Bruthabitate. Dort können nun gezielte Fördermaßnahmen für die Vögel umgesetzt werden.

Eine Infoveranstaltungen für die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter genau dieser Flächen am 25. März 2020 musste wegen der Coronakrise zwar abgesagt werden, doch die Bemühungen zum Schutz der Bodenbrüter sollen weitergehen, soweit die Lage dies zulässt. Hierzu werden die Vögel im Bereich der Projektflächen durch einen vom Heidekreis beauftragten Ornithologen kartiert, die Landwirtinnen und Landwirte werden über Brutvorkommen informiert und können eine Beratung zur Auswahl möglicher Schutzmaßnahmen erhalten.

Das Projekt gliedert sich im Rahmen der Förderrichtlinie „Spezieller Arten- und Biotopschutz“ in eine Reihe ähnlicher Gelege- und Kükenschutzprojekte des Landes Niedersachsen. Diese haben in anderen Landkreisen durch die rücksichtsvolle Bewirtschaftung engagierter Landwirtinnen und Landwirte schon deutliche Erfolge für Feld- und Wiesenvögel erzielen können. Die finanzielle Förderung des Projektes erfolgt durch die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes.

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