Kleine Krabbler umsiedeln

Neue Ameisenschutzbeauftragte des Landkreises Heidekreis

Kleine Krabbler umsiedeln

Zwei im Landkreis ausgebildete Ameisenheger, Walter Heidelberg und Holger Schade, haben jüngst von der unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Heidekreis die Berechtigung erhalten Ameisennester in besonderen Fällen umzusiedeln und werden nun als Ameisenschutzbeauftragte des Landkreises Heidekreis bei der Behörde geführt.

Eine Umsiedlung erfolgt in enger Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde und nur, wenn ein entsprechender Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung oder Befreiung von den Zugriffsverboten von der UNB positiv beschieden wurde. Der unter besonderen Artenschutz stehenden Roten Waldameise (Hügelbauende Waldameise) gilt der besondere Schutz der Heger. Von der normalen Hegemaßnahme über die Artenbestimmung bis hin zur Not- und Rettungsumsiedlung wurde in der Hegeausbildung alles vermittelt. Im theoretischen Teil ging es um Gesetzestexte und Naturschutzbestimmungen, während im praktischen Teil die Umsiedlung eines Ameisenvolkes zu meistern war.

Solch eine Umsiedlung ist jedes Mal eine neue und große Herausforderung, denn kein Nest ist wie das andere. „Die Ameisen machen nicht immer das, was wir gern möchten, wobei wir ihnen ja nur helfen wollen. Die Umsiedlung erfolgt meistens sehr früh, wenn noch keine großen Aktivitäten im Nest sind. Dann ist es in Sachen Temperaturen relativ kühl und im Nest herrscht noch kein großer Betrieb“, berichtet Heidelberg. Und weiter: „Um diese Zeit bekommen wir die meisten von ihnen beim ersten Mal mit.“ Der Rest werde nach fünf bis sieben Tagen in einer zweiten Nachumsiedlung an den neuen Standort verbracht. Die Umsiedlung sei „reine Handarbeit und muss mit viel Vorsicht erfolgen, denn es sind Lebewesen, die hier verpackt werden.“

Walter Heidelberg und Holger Schade kennen sich schon seit vielen Jahren. Nach ihrer Tätigkeit als Berufssoldat haben beide eine Ausbildung zum Streuobstpädagogen abgeschlossen und sich dann über Weiterbildungen und Lehrgänge zum Ameisenheger ausbilden lassen. Nach der Benennung durch den Landkreis haben sie sich jetzt zur „Ameisenhege Heidekreis GbR“ zusammengeschlossen und sind seitdem, von April bis Juli, fast wöchentlich unterwegs. Auch die angrenzenden Landkreise stellen sehr gern Unterstützungsgesuche an die UNB Heidekreis, weil es bei ihnen keine ausgebildeten Heger gibt. So haben Heidelberg und Schade bereits im Landkreis Celle und im Landkreis Lüneburg erfolgreich Nester umgesiedelt. Allerdings gibt es auch im Heidekreis viel zu tun, denn der Artenschutz rückt immer mehr in den Fokus. Die Begehung von zu rodenden Flächen, die Bestandskartierung und Überwachung gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Fachleute. Die Grundlagen und die sehr gute Ausbildung haben beide, zeitlich versetzt, bei der „Heide Ameise Jörg“, wie sich Jörg Beck gern selbst betitelt, erhalten. Beck ist auch der Vorsitzende des eingetragenen Fördervereins „Deutsches Ameisen-Erlebnis-Zentrum“ in Ehrhorn. Der Verein betreibt eine mobile Ameisenschule. Damit werden Kindergärten oder Schulen besucht, um diese interessanten Tiere der jungen Generation vorzustellen.

Wer sich für diese Tätigkeit interessiert oder einfach mal dabeisein möchte, hat die Möglichkeit, sich im Walderlebnis Ehrhorn zu informieren. Interessierte können sich auch direkt per E-Mail unter ameisenhege-hk(at)gmx.de melden.

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