Länderübergreifender Einsatz zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität

Polizeipräsident der Polizeidirektion Lüneburg, Thomas Ring: „Wichtiger Baustein der Kriminalitätsbekämpfung“

Länderübergreifender Einsatz zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität

Einen länderübergreifenden Einsatz der Bundespolizei und der norddeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen,Schleswig-Holstein und Niedersachsen gab es am gestrigen Donnerstag zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität unter der Gesamteinsatzleitung der Polizeidirektion Ratzeburg, Schleswig-Holstein. Auch im Heidekreis waren Polizeibeamte aktiv. Hintergrund ist die Vereinbarung der Innenminister und Innensenatoren der norddeutschen Küstenländer vom 8. März 2018 zur „Intensivierung der Bekämpfung der länderübergreifenden Eigentumskriminalität durch organsierte überregional agierende Tätergruppierungen.“

„Zielrichtung des Einsatzes am 25. November war insbesondere die Bekämpfung der Wohnungseinbruchs- und der Kraftfahrzeugdiebstahlskriminalität. Denn diese Deliktsbereiche verursachen im Bereich der Eigentumskriminalität den größten wirtschaftlichen Schaden“, so eine Pressesprecherin der Polizeidirektion Lüneburg. Neben dem wirtschaftlichen Schaden litten die Geschädigten besonders stark durch das Eindringen in den privaten Lebensbereich, das subjektive Sicherheitsgefühl werde in besonders nachhaltiger Weise beeinträchtigt.

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg wurden in den Landkreisen Celle, Harburg, Heidekreis, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen, Rotenburg und Stade insgesamt 679 Fahrzeuge und 935 Personen überprüft. Dabei konnten Strukturerkenntnisse und Ermittlungsansätze zu reisenden Tätergruppen gewonnen werden, die nun in der Folge tiefergreifend überprüft werden. „Diverse verkehrsrechtliche Verstöße, auch im Bereich des Alkohol- und Betäubungsmittelmissbrauchs, wurden geahndet und ein offener Haftbefehl vollstreckt. Während des Einsatzes kam es zu einem versuchten Einbruch im Bereich Seevetal. Im Bereich Celle unterstützten die Einsatzkräfte bei der Unterbindung einer Freiheitsberaubung“, teilt die Polizeidirektion Lüneburg mit. Bei sämtlichen Maßnahmen sei auf die Einhaltung der geltenden Corona-Verordnung geachtet worden.

Der Polizeipräsident der Polizeidirektion Lüneburg, Thomas Ring, sieht in der länderübergreifenden Kontrolle einen wichtigen Baustein der Kriminalitätsbekämpfung: „Die Polizeidirektion Lüneburg grenzt an die Länder Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein sowie an die Landeshauptstadt Hannover. Die besonders gute Verkehrsanbindung an die Bundesautobahnen und Bundesstraßen bedeutet dabei eine hohe Frequentierung durch mobil agierende Tätergruppierungen. Hier setzen wir mit länderübergreifenden und koordinierten Kontrollen an. Die gestrige Aktion hat wieder einmal gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit den beteiligten Ländern gut funktioniert! Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls und der Kraftfahrzeugerlangungsdelikte als Form einer besonders sozialschädlichen Kriminalität ist und bleibt ein Schwerpunkt der polizeilichen Aufgabenwahrnehmung.“

Neben den verschiedenen offenen und verdeckten polizeilichen Kontroll- und Ermittlungsmaßnahmen, auch in Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspolizei, setzt die Polizei weiterhin insbesondere auch auf die Prävention wie die Einbruchschutzberatung sowie auf die aktive Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger.

„Helfen Sie aktiv mit! - Einbruchschutz betrifft jeden!“ - so lautet das Motto. Bereits seit dem Jahr 2016 verzeichnet die Polizei in der Region mit einzelnen Schwankungen einen mehr als erfreulichen drastischen Rückgang bei den Haus- und Wohnungseinbrüchen. Dieser wurde im letzten Kalenderjahr auch durch die Anwesenheit von Hauseigentümern aufgrund der Corona-Pandemie noch verstärkt, so dass die Polizei im vergangenen Jahr einen weiteren Rückgang der Einbrüche von mehr als 40 Prozent verzeichnen konnte. Dieser Trend setzt sich laut Polizeidirektion Lüneburg „mit einem Rückgang um gut 13 Prozent auch im aktuellen Kalenderjahr 2021 fort.“ Nichtsdestotrotz gelte es gerade zu Beginn der dunklen Jahreszeit besonders wachsam zu sein, „denn trotz grundsätzlich sinkender Fallzahlen ist jeder Einbruch ein Einbruch zu viel!“

Die Polizei appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, den Tätern das Leben mit Einbruchschutzmaßnahmen so schwer wie möglich zu machen. Die Wirksamkeit lasse sich mit Zahlen belegen, zumal in den vergangenen Jahren mehr als 40 Prozent (2020: 43,91 Prozent) aller Einbrüche gescheitert seien - Tendenz steigend.

„Sicherungstechnik schrecke Einbrecher ab. Sie bedeute längere „Arbeitszeit“ und damit ein größeres Entdeckungsrisiko. „Bei gut gesicherten Fenstern und Türen brechen Täter ihren Einbruchsversuch bereits nach wenigen Minuten ab“, so die Pressesprecherin der Polizeidirektion Lüneburg. Parallel dazu setzten die Ermittler auch auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger, an die sie appellieren: „Einbrecher, Diebe oder Trickdiebe können Ihnen auffallen, wenn Sie Augen und Ohren offen halten.“

Um diese ungefiltert aktuell entgegennehmen zu können, hat der Ermittlungsbereich Wohnungseinbruchdiebstahl für Hinweise aus der Bevölkerung weiterhin eine gesonderte Erreichbarkeit unter Ruf (04131) 83061991 („WED-Hinweis-Telefon“) eingerichtet. Über diese Nummer können Bürger - auch außerhalb von akuten Einsatzanlässen - Hinweise an die Ermittler telefonisch weitergeben. Dazu steht auch weiterhin die E-Mail-Adresse wed@pi-lg.polizei.niedersachsen.de zur Verfügung.

Wichtig: Bei aktuellen beziehungsweise akuten Hinweisen oder Einsatzlagen werden Bürgerinnen und Bürger gebeten, den Notruf über 110 zu wählen, „damit entsprechende Einsatz- und Fahndungsmaßnahmen sofort erfolgen können.“

Unter www.k-einbruch.de informiert die Polizei, wie das Zuhause wirkungsvoll geschützt werden kann.

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