Landkreis Heidekreis und Kommunen fordern Festhalten an „Alpha E“

Landrat Jens Grote: „Die Bahn versucht hier durch die Hintertür doch noch zu einer Neubaustrecke durch den Heidekreis zu kommen“

Landkreis Heidekreis und Kommunen fordern Festhalten an „Alpha E“

„Wir fordern das Festhalten an Alpha E“ - dies ist das einhellige Votum der Hauptverwaltungsbeamtinnen und -beamten im Heidekreis nach einer Informationsveranstaltung der Deutschen Bahn am gestrigen Donnerstag.

Im Rahmen einer Videokonferenz hatte die Bahn Landrat Jens Grote sowie den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern die Ergebnisse einer sogenannten Sensitivitätsbetrachtung vorgestellt. Die Untersuchung bezieht sich auf das Schienenprojekt Hamburg/Bremen-Hannover (HHBH), um die Kapazität der Schieneninfrastruktur in Norddeutschland zu erweitern. Mit Hilfe der Sensitivitätsbetrachtung sollen verschiedene Trassenvarianten entwickelt und bewertet werden. Die Betrachtung hat dabei die Aufgabe den gesamten Raum hinsichtlich der technischen Machbarkeit von Varianten und möglicher Auswirkungen derselben auf den Raum und die Umwelt zu untersuchen. Maßgeblich untersucht wurden dabei auch Varianten entlang der Autobahn 7.

Die Hauptverwaltungsbeamtinnen und -beamten zeigten sich darüber mehr als erstaunt, da dies den Beschlüssen des Dialogforums „Alpha E“ eklatant widerspreche. Im Rahmen dieses Dialogprozesses hatten sich im Jahr 2015 Kommunen, Bürgerinitiativen und die Bahn auf den Ausbau des Bestandsstreckennetzes verständigt. Bund und Land saßen damals ebenfalls mit am Tisch. Klar war seinerzeit auch, dass Lärmschutzmaßnahmen ergriffen werden sollten, die über gesetzliche Mindeststandards hinausgingen.

Diesen Punkt greife die Bahn jetzt wieder auf, heißt es vonseiten des Landkreises. Die Verantwortlichen der Bahn hätten erklärt, dass sich durch die übergesetzlichen Maßnahmen die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes nunmehr nur durch den Neubau entlang der Autobahn 7 realisieren lasse.

„Die Bahn versucht hier durch die Hintertür doch noch zu einer Neubaustrecke durch den Heidekreis zu kommen“, ärgert sich Landrat Grote. Das aber habe „mit einem fairen Miteinander und einem Dialog auf Augenhöhe nichts zu tun.“ Im Abschlussdokument des Dialogforums sei eindeutig festgehalten, dass erwartet werde, dass die übergesetzlichen Maßnahmen ohne Einfluss auf den Kosten-Nutzen-Index finanziert würden.

„Natürlich werden wir uns auch inhaltlich mit der Sensitivitätsbetrachtung auseinandersetzen“, so Grote. Klar sei aber auch, „dass wir Abweichungen von den Beschlüssen des Dialogforums unseren Widerstand entgegensetzen werden.“ Er, Grote, werde sich jetzt ebenfalls mit seinen Kollegen in den Nachbarlandkreisen in Verbindung setzen, „um ein gemeinsames weiteres Vorgehen abzustimmen.“

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