Lüneburger Heide GmbH: Tourismus verzweifelt an der Politik

Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch: „Der Ball liegt im Spielfeld von Herrn Weil“

Lüneburger Heide GmbH: Tourismus verzweifelt an der Politik

Mallorca ist als Urlaubsziel möglich, die Lüneburger Heide nicht - das Öffnungskonzept, das am 3. März dieses Jahres zwischen Bund und Ländern vereinbart wurde, lässt die hiesigen Tourismusbetriebe verzweifeln. Sie bemängeln, dass erneut eine Öffnungsperspektive für den Tourismus im Stufenpapier des Bundes und der Länder fehlt. „Das RKI als zuständiges Bundesinstitut hat doch am 18. Februar schon bescheinigt, dass der Tourismus das niedrigste Risiko überhaupt darstellt“, betont Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. In der Studie „Strategie und Handreichung zur Entwicklung von Stufenkonzepten bis Frühjahr 2021“ bescheinige das RKI den Hotels als einzigem von 17 potenziellen Ansteckungsorten ein niedriges Infektionsrisiko. „Trotzdem ignorieren die Bundes- und Landespolitiker diese Tatsache und die eigene Studie“, ärgert sich von dem Bruch.

Dass die Entscheidungsträger das Thema Tourismus erneut vertagt hätten und am 3. März keine Perspektive für diesen Bereich, der Ende März dann sieben von 13 Covid-Monaten geschlossen sei, aufzeigten, bringe die Hoteliers auf die Palme. Nach den „massiven Pannen mit der Auszahlung der Hilfsgelder“ weigere sich die Politik nun auch, „eine Perspektive für diesen wichtigen Wirtschaftszweig in Niedersachsen aufzubauen.“

„Wir haben der Landesregierung Konzepte für eine kontrollierte Öffnung ab Ostern mit Lüftungskonzept und Selbstschnelltests unterbreitet“, unterstreicht von dem Bruch, „es ist für uns an keiner Stelle nachvollziehbar, dass man fröhlich nach Mallorca oder Südafrika reisen darf, nicht aber in die sichere Lüneburger Heide.“

Nach dem „kaum verständlichen Stufenplan aus Berlin“ setze die Branche laut von dem Bruch nun auf die Landesregierung, „um wenigstens in Niedersachen, einem klassischen Tourismusland, eine Perspektive zu bekommen. Der Ball liegt im Spielfeld von Herrn Weil. Es ist den Menschen nicht mehr vermittelbar, dass drei Stunden beim Friseur auf engstem Raum möglich sind, ein Kurzurlaub im abgeschiedenen Ferienhaus aber nicht.“

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