Maifeiern werden abgesagt

DGB Heidekreis: Keine Veranstaltungen zum Tag der Arbeit

Maifeiern werden abgesagt

Auch der Tag der Arbeit bleibt von der Coronakrise nicht verschont: „Selbstverständlich sagen wir unsere Veranstaltungen rund um den 1. Mai ab“, erklärt dazu jetzt Heinz-Dieter „Charly“ Braun, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Heidekreis und hofft, „dass wir unser Kulturfest mit dem Schneverdinger Improtheater, dem Poetry-Slammer ‚a.traut.mann‘ und anderen Kulturschaffenden nachholen zu können.“ Abgesagt ist auch das Gedenken an den Nazi-Überfall von 1933 auf das „Volkshaus“ der Soltauer Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die gewerkschaftlichen Kampagnen der nächsten Monate zur Renten- und Gesundheitspolitik.

Gemeinsam mit dem DGB-Bundesvorsitzenden Reiner Hoffmann freuen sich die Gewerkschaftsfunktionäre im Heidekreis über die erblühenden neuen Formen der Solidarität. „Solidarität heißt in diesem Jahr: Abstand halten und unterstützen von allen, die Hilfe brauchen“, konstatiert Braun und fordert: „Nach der Corona-Pandemie müssen wir die Sparprogramme der letzten 20 Jahre gegen das Gesundheitswesen dringend rückgängig machen und profitorientierte Kliniken rekommunalisieren, denn Gesundheit ist keine Ware.“

Zudem kritisiert die gewerkschaftliche Friedensbewegung, dass auch jetzt noch der NATO-Generalsekretär und die deutsche Verteidigungsministerin an der Erhöhung des Rüstungsetats festhielten: „Das ist völlig unverständlich“, meint Braun.

Und in einer DGB-Erklärung heißt es: „Heute aber gilt es erst einmal jenen zutiefst zu danken, die uns tagtäglich - mit hohem Risiko für die eigene Gesundheit - vor dem Virus schützen und unsere Versorgung gewährleisten. Wir müssen sie unterstützen, wo immer möglich. Ob Pflegerinnen und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte, die Kassiererinnen und Kassierer im Supermarkt, die Einsatzkräfte bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, die Beschäftigten bei Ver- und Entsorgungsdiensten, Lkw- und Bus-Fahrerinnen und -Fahrer oder das Zugpersonal - sie alle verdienen unseren Respekt und unsere Solidarität. Wir alle müssen uns jetzt dafür einsetzen, dass ihre Arbeit angemessen gewürdigt wird und sie anständige Arbeitsbedingungen haben.“

Der DGB-Kreisvorsitzende unterstreicht, dass auch diejenigen die Solidarität der Gesellschaft brauchten, die von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besonders betroffen seien, die um ihre Existenzgrundlage fürchteten oder um die ihrer Familien, die von Betriebsschließungen, Kurzarbeit oder Geschäftsaufgabe bedroht seien. Viele Menschen müssten zu Hause arbeiten und sich gleichzeitig um ihre Kinder kümmern: „Wir müssen dafür sorgen, dass ihr Arbeitsplatz und ihr Einkommen gesichert bleiben. Wir warnen Arbeitgeber vor jedem Versuch, die Situation zu missbrauchen und Arbeitnehmerrechte einzuschränken. Wir fordern von der Politik, dass sie alle notwendigen Mittel zur Überwindung der Krise mobilisiert.“

Die Aussage „Solidarisch ist man nicht alleine“ gelte auch mit Blick auf Europa. Das Virus kenne keine Grenzen. Deshalb müssten die Regierungen der Europäischen Union eng zusammenarbeiten und ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie miteinander abstimmen: „Wir werden es nicht zulassen, dass der Kampf gegen das Coronavirus den Nationalisten in die Hände spielt und sich zum Spaltpilz für das geeinte Europa entwickelt. Angst, Wut und Nationalismus sind keine guten Ratgeber. Nur mit Solidarität, mutigem und entschiedenem Handeln und Besonnenheit stehen wir die Krise gemeinsam durch“, so der DGB.

Und weiter: „Wir können es heute schon beobachten: Überall erblühen neue Formen der Solidarität, wie Nachbarschaftshilfen, Einkaufsgemeinschaften oder Jugendorganisationen, die alte Menschen und andere Hochrisiko-Gefährdete unterstützen. Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Kunst im Netz, Museen öffnen virtuell, Schulen entwickeln innovative Lehrmethoden. Allerorts leben Menschen vor: Solidarisch ist man nicht alleine. Solidarität ist ansteckend.“

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