Mehr als 500 Freiwillige helfen mit

Elfter Naturpark-Tag am 12. November / Bislang 32 Aktionen

Mehr als 500 Freiwillige helfen mit

Sie werden in der Heide auch als „tierische Landschaftspfleger“ bezeichnet: die Heidschnucken. Weil sie, unterstützt von Ziegen, auf den Heideflächen aufkommende Gehölze, Gräser und das Heidekraut selbst „naschen“, bleibt die Heide kurz und der nährstoffarme Boden erhalten. Da ist es nur folgerichtig, dass der Naturpark Lüneburger Heide bei seinem traditionellen Naturpark-Tag hölzerne „Aktionsschnucken“ aufstellt, um den zweibeinigen ehrenamtlichen Landschaftspflegern den Weg zu weisen. Und das werden auch in diesem Jahr wieder eine ganze Menge sein: Beim nunmehr elften Naturpark-Tag, der am Samstag, dem 12. November, auf dem Programm steht, werden weit mehr als 500 Freiwillige in der gesamten Naturparkregion, also in Teilen der drei Landkreise Heidekreis, Lüneburg und Harburg, zur Natur- und Landschaftspflege erwartet.

An vielen Aktionsorten im Naturpark Lüneburger Heide werden an diesem Tag wieder die beliebten Heideflächen entkusselt. Das bedeutet, das Kiefern- und Birkenschösslinge herausgerissen, ausgegraben oder abgeschnitten werden. Hilke Feddersen, Geschäftsführerin des Naturparks, betont, dass alle Aktionen vorab mit den jeweiligen Naturschutzbehörden und den Grundeigentümern abgestimmt worden sind. Zudem unterstreicht sie, wie wichtig diese Arbeiten für Flora und Fauna sind: „Mit diesen Entkusselungsaktionen unterstützen wir die Offenhaltung der Heide- oder Moorflächen, die sonst binnen weniger Jahre verbuschen würden. Wir erhalten damit Lebensraum für viele Tiere und Pflanzenarten, die diese selten gewordene offene Landschaft benötigen.“

Alle in der Region wohnenden Kinder, Jugendlichen, Frauen und Männer sowie auch mit der Region verbundenen Gäste sind dazu aufgerufen, bei einer der unterschiedlichen Aktionen mitzumachen. Über die zentrale Internetseite www.naturpark-tag.de sind alle bislang 32 Aktionen und Informationen aufgelistet, inklusive interaktiver Online-Karte. Darauf lässt sich schnell erfassen, welche Aktion wo stattfindet.

Feddersen freut sich, dass diesmal „so viele Gruppen wie noch nie zuvor“ mitmachen. Dabei sind zahlreiche Vereine, Einrichtungen und Institutionen „Wiederholungstäter“, um mit Ehrenamtlichen aller Altersklassen einen Beitrag zum Erhalt der Heideflächen zu leisten.

Mit von der Partie ist zum Beispiel der Wintermoorer Oldtimer Club, der die Osterheide entkusselt, das Soltauer „YouZe - Kinder- und Jugendarbeit Soltau“, das sich mit jungen Helferinnen und Helfern auf einer Obstwiese arbeiten wird. Auch der Verein Heideblüte, das Zupforchester Saitenwind, der Imkerverein und die Heidefreunde, allesamt aus Schneverdingen, machen mit, ebenso der Neuenkirchener Verein Schäferhof. Darüber hinaus sind Grundschulen, Gemeinden, Stiftungen, eine Reservistenkameradschaft und viele weitere Naturfreunde mit von der Partie.

„Die Entkusselungsaktionen sind ein besonderes gemeinsames Erlebnis und machen auch ohne Vorkenntnisse richtig Spaß. Das Entkusseln geht bei den kleinen Schösslingen gut per Hand, in dem man sie samt Wurzel rauszieht. Bei den Jungbäumen wird Hacke oder Spaten benötigt, und bei den ganz großen kommt dann schon mal eine Säge zum Einsatz“, erklärt Feddersen.

Es gibt aber auch viele andere Aktionen zur Pflege und zum Erhalt der Landschaft: Da sind zum Beispiel Gruppen, die sich dem Obstbaumschnitt widmen, andere, die an Gewässern tätig werden sowie diejenigen, die die Heidelandschaft im Zuge von Müllsammelaktionen von achtlos weggeworfenem Unrat befreien. Weitere Beteiligte betätigen sich als „Baumeister“, fertigen Nistkästen an und stellen Insektenhotels auf. Und die zertifizierten Natur- und Landschaftsführerinnen und -führer (ZNL) im Naturpark Lüneburger Heide pflanzen in Handeloh eine Hecke für die Wildbienen. Das Engagement der „zweibeinigen Landschaftspfleger“ ist also äußerst vielfältig.

Auch Helferinnen und Helfer, die sich einzeln einer Gruppe anschließen, werden nicht alleingelassen: Bei allen Aktionsgruppen ist eine Ansprechperson des Naturpark-Teams vor Ort, die jeweils an der heidefarbenen Naturpark-Weste zu erkennen ist.

Apropos Weste: Wer in der Natur tatkräftig mit anpacken möchte, sollte natürlich nicht in Lackschuhen und Jackett auftauchen. Die Initiatoren empfehlen Arbeitskleidung, festes Schuhwerk und Handschuhe. Wer hat, darf gern auch einen Spaten oder eine Astschere mitbringen.

Die farbenfrohen „Aktionsschnucken“ als Hingucker und Wegweiser werden am jeweiligen Treffpunkt, Straßenabzweig oder Parkplatz aufgestellt. Hinweise zu den jeweiligen Zeiten, den Treffpunkten sowie weitere Informationen zu jeder Aktion gibt es auf der Internetseite des Naturparks unter www.naturpark-tag.de. Telefonisch steht die Geschäftsstelle unter der Rufnummer (04171) 693139 zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

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