Im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburger Heide (Landkreis Heidekreis, Landkreis Harburg, Landkreis Lüchow-Dannenberg, Landkreis Lüneburg, Landkreis Uelzen, Landkreis Celle) ist Arbeitslosigkeit im Juli gestiegen. „29.477 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1.390 Personen (4,9 Prozent) mehr als im Juni und 351 Personen beziehungsweise 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,9 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 5,9 Prozent“, so die Agentur für Arbeit Lüneburger Heide, die in ihrer Mitteilung auch die Zahlen für die einzelnen Gebiete aufschlüsselt. Aber: „Mehr Arbeitslose treffen auf mehr Stellen“, so die Agentur, die aktuell besonders den Ausbildungsmarkt in den Fokus nimmt – und bei dem gebe es aktuell „fast 1.600 freie Ausbildungsstellen.“
„Zum 1. August richtet sich der Blick traditionell auf den Ausbildungsmarkt; für ein abschließendes Resümee des Ausbildungsjahres ist es dennoch zu früh“, führt Sven Rodewald, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburger Heide, aus. „Seit Oktober wurden in den Arbeitsagenturen in der Lüneburger Heide mehr als 5.500 Jugendliche auf ihren Weg in eine Ausbildung oder ein duales Studium beraten. Gleichzeitig meldeten Unternehmen mehr als 4.600 Ausbildungsstellen. Sowohl auf Seiten der Ausbildungsinteressierten als auch der der Ausbildungsstellen gab es in diesem Jahr ein Plus. Aktuell sind noch mehr als 1.900 Jugendliche ohne Lehrvertrag und fast 1.600 Stellen warten auf ihren Azubi“, heißt es in der Mitteilung der Agentur für Arbeit.
„In den kommenden Wochen wird sich auf dem Ausbildungsmarkt noch einiges bewegen. Zudem starten viele Ausbildungsgänge auch am 1. September. Auch danach ist immer noch ein Einstieg in die Ausbildung möglich“, so der Agenturchef. An Jugendliche appelliert er, mit der Berufsberatung, sofern noch nicht geschehen, umgehend Kontakt aufzunehmen, sich über noch freie Ausbildungsstellen zu informieren und mögliche Alternativen abzuklopfen. „Unternehmen sind Chancengeber und auch, wenn das Zeugnis auf dem ersten Blick nicht überzeugt, ist das kein Grund, sich ein praktisches Talent entgehen zu lassen. Mit Hilfen, wie beispielsweise der Assistierten Ausbildung können wir den Weg in und durch eine Ausbildung ebnen“, führt Rodewald aus. Informationen und Kontaktmöglichkeiten für Jugendliche und Unternehmen finden sich unter www.arbeitsagentur.de/lueneburger-heide online.
Zur gestiegenen Arbeitslosenquote für den Juli im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburger Heide erklärt diese: „Ein höhere Arbeitslosigkeit im Sommer ist saisonal begründet und hängt mit einer steigenden Jugendarbeitslosigkeit zusammen. Nicht alle jungen Fachkräfte können nach dem Ausbildungsende in ihren Ausbildungsbetrieben verbleiben. Gleichzeitig melden sich junge Menschen in der Übergangszeit zu Ausbildung oder Studium arbeitslos“, so Rodewald. Bemerkbar machten sich zudem ausbleibende positive Konjunkturimpulse, die unter anderem dafür verantwortlich seien, dass befristete Arbeitsverträge ohne Verlängerung ausliefen oder einige Betriebe ihre Belegschaft der Geschäftslage anpassten: „Für eine flächendeckende Eintrübung gibt es jedoch keine Anzeichen. So verzeichnen beispielsweise die Wirtschaftsbereiche Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Baugewerbe und Sozial- und Gesundheitswesen eine höhere Arbeitskräftenachfrage als noch vor einem Jahr“, hebt der Agenturchef hervor.
Ein Blick auf die isolierte Betrachtung der Zahlen des Heidekreises: „Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Heidekreis im Juli 2026 gestiegen. 5.139 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 119 Personen (2,4 Prozent) mehr als im Juni und 29 Personen beziehungsweise 0,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,5 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 6,5 Prozent“, so die Mitteilung der Agentur, laut der die Unterbeschäftigung nach vorläufigen Angaben im Juli bei 5.926 Personen gelegen und sich damit gegenüber dem Vormonat Juni (78 Personen beziehungsweise 1,3 Prozent) erhöht und sich verglichen mit Juli 2025 (78 Personen beziehungsweise 1,3 Prozent) verringert habe (zur Unterbeschäftigung zählen neben den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden).
Weitere Zahlen aus dem Heidekreis: „Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.590 Personen (113 Personen mehr als im Vormonat und 19 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 3.549 Arbeitslose registriert (6 Personen mehr als im Vormonat und 10 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 69 Prozent aller Arbeitslosen betreut.“ Ferner hätten sich laut Agentur im vergangenen Monat insgesamt 888 Personen arbeitslos gemeldet: „Davon kamen 331 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 766 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 251 eine Erwerbstätigkeit auf.“
In der Grundsicherung (Jobcenter) sei die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 94 auf insgesamt 4.340 gesunken: „Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 5.855 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, das waren 2051Personen weniger als vor einem Jahr.“ (Auch hier gelte laut Agentur für Arbeit Lüneburger Heide: Grundsicherungsdaten sind vorläufig und hochgerechnet.)
Auf für den Heidekreis gibt die Agentur eine eigenständige Betrachtung im Bereich der Ausbildungsplätze: „Seit Oktober wurden in den Arbeitsagenturen in Soltau und Walsrode 620 Jugendliche auf ihren Weg in eine Ausbildung oder ein duales Studium beraten. Gleichzeitig meldeten Unternehmen 770 Ausbildungsstellen. Sowohl auf Seiten der Ausbildungsinteressierten (5,1 Prozent) als auch auf der der Ausbildungsstellen (0,5 Prozent) gab es ein Minus. Aktuell sind noch 229 Jugendliche ohne Lehrvertrag und 242 Stellen warten auf ihren Azubi.“