Mit Geflügelpest infizierte Wildgans am südlichen Stadtrand von Soltau gefunden

Veterinärbehörde des Landkreises Heidekreis ordnet kreisweite Aufstallungspflicht für Geflügel an

Mit Geflügelpest infizierte Wildgans am südlichen Stadtrand von Soltau gefunden

Am heutigen Freitag, dem 23. April, wurde bei einer am südlichen Stadtrand von Soltau gefundenen Wildgans (Nonnengans) eine Infektion mit dem Virus der hochpathogenen „Aviären Influenza“, kurz Geflügelpest, vom Subtyp H5 N8 amtlich festgestellt. Vor dem Hintergrund dieses Nachweises sowie weiterer positiver Fälle bei Wildvögeln in Niedersachsen ordnet nun die Veterinärbehörde des Heidekreises bis auf Weiteres eine kreisweite Aufstallungspflicht für sämtliches gehaltenes Geflügel - von Hühnern und Puten über Enten und Gänse bis hin zu Fasanen, Wachtel und Laufvögeln - an. „Sofern in den nächsten zwei bis drei Wochen keine weiteren neuen Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln im Heidekreis festgestellt werden und sich das Seuchengeschehen in Niedersachsen weiter beruhigt, wird diese zurzeit leider notwendige Aufstallungsverpflichtung umgehend wieder aufgehoben“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Landkreises Heidekreis.

„Als Schutzmaßnahme für das heimische Hausgeflügel und der landwirtschaftlichen Betriebe, die Wirtschaftsgeflügel halten, muss der Heidekreis eine Aufstallungsverpflichtung anordnen. Die Gefahr des Eintrags des hochansteckenden Geflügelpestvirus in die Bestände kann nur auf diese Weise wirkungsvoll reduziert werden. Für Geflügelhalterinnen und -halter gilt es jetzt, besonders wachsam zu sein und auf eine strikte Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen zu achten“, erklärt Dr. Thomas Krull, Fachbereichsleiter Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Heidekreises. Im Landkreis gebe es rund 1.100 Geflügel haltende Bestände mit rund 390.000 Stück Geflügel, die es zu schützen gelte.

In weiten Teilen ist der Heidekreis ein Wildvogeldurchzugs- und rastgebiet für zahlreiche wild lebende Wat- und Wasservogelarten. Die Veterinärbehörde hat daher die kreisweite Aufstallung von Geflügel in geschlossenen Ställen, mindestens aber dessen Unterbringung unter einer Schutzvorrichtung angeordnet. Diese Vorrichtung muss aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten Abdeckung bestehen und an allen Seiten gegen das Eindringen von Wildvögeln, beispielsweise durch Draht oder Netze, gesichert sein.

Außerdem weist der Landkreis Heidekreis auf die strikte Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen hin. So dürfe kein Oberflächenwasser für Tränken benutzt „und auch nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden.“ Futter, Einstreu und alle für die Geflügelhaltung erforderlichen Gegenstände müssten für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Darüber hinaus sollte beim Betreten der Geflügelhaltung unbedingt gesondertes Schuhwerk getragen werden. Jägerinnen und Jäger sollten zudem jeglichen Kontakt zu Geflügel vermeiden, wenn sie mit Federwild in Kontakt gekommen seien.

Auffällige und vermehrte Todesfälle bei Geflügel sind dem Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Heidekreises unter der Telefonnummer (05162) 970306 zu melden. Ein direkter Kontakt mit toten oder kranken Wildvögeln sollte vermieden werden.

Die entsprechende Allgemeinverfügung wurde durch den Heidekreis erlassen und am 23. März dieses Jahres auf der Internetseite des Heidekreises unter www.heidekreis.de/bekanntmachung veröffentlicht. Sie gilt ab kommenden Montag, 26. April, bis auf Widerruf. Der Landkreis weist darauf hin, „dass Zuwiderhandlungen als Ordnungswidrigkeit geahndet werden können.“

Weitere Informationen zum Thema Geflügelpest sind auf der Internetseite des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit unter dem Link https://tierseucheninfo.niedersachsen.de zu finden.

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