NABU: „Ein großer Erfolg“

Gesetzesänderungen machen Volksbegehren überflüssig

NABU: „Ein großer Erfolg“

Grünland und artenreiche Wiesen sowie Gewässerrandstreifen werden besser geschützt, heimische Baumarten gefördert, der Wiesenvogelschutz wird ausgeweitet, der Anteil des Ökolandbaus gesteigert und die Flächenversiegelung stark reduziert: Diese und weitere Eckpunkte für besseren Tier- und Pflanzenschutz in Niedersachsen hat das Parlament in Hannover in seiner letzten Sitzung beschlossen und gesetzlich verankert. Die mit dem Volksbegehren (HK berichtete) angestrebten Ziele für mehr Arten- und Umweltschutz wurden damit weitgehend erreicht so Dr. Antje Oldenburg, Pressesprecherin des Naturschutzbundes (NABU) Heidekreis.

„Da die Initiatoren des Volksbegehrens deshalb die zweite Phase nicht beantragen werden, ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen“, so Oldenburg: „Der NABU Heidekreis begrüßt die Landtagsbeschlüsse und bedankt sich ausdrücklich für die Zustimmung und Unterstützung durch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die von Haus zu Haus gegangen sind, um bei Freunden, Verwandten und Nachbarn Unterschriften zu sammeln oder Listen in ihren Geschäften ausgelegt haben. Besonders gefreut hat uns die Initiative von Nicht-Mitgliedern, die trotz Corona Informationsstände organisiert und betreut haben“, so die Pressesprecherin. Landesweit habe die Anzahl der Unterschriften in den vergangenen beiden Monaten fast verdoppelt werden können. So sei der politische Druck auf die laufenden Verhandlungen zum Niedersächsischen Weg deutlich erhöht worden.

„Ohne diesen Druck hätte es den Niedersächsischen Weg nie gegeben“, ist sich der 1. Vorsitzende Klaus Todtenhausen sicher. „Die beschlossenen Änderungen im Natur-, Wald- und Wassergesetz sind zweifellos eine deutliche Verbesserung für die Tier- und Pflanzenwelt in unserem Bundesland, doch bedarf es in Zukunft großer Anstrengungen, will man das dramatische Artensterben sowie das Verschwinden und die Beeinträchtigung von Lebensraumtypen und Biotopverbundlinien nicht nur stoppen, sondern den negativen Trend der vergangenen Jahrzehnte umkehren.“

Insbesondere beim Pestizideinsatz, bei den gesetzlich geschützten Biotopen und Landschaftsbestandteilen, beim Wiesenvogelschutz und beim Thema Lichtverschmutzung hätte sich der Kreisverband striktere Regelungen gewünscht. Auch gelte es, die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben stärker zu kontrollieren und die vereinbarten Aktions-, Reduktions- und Förderprogramme regelmäßig zu evaluieren.

„Wir hoffen, dass die im Niedersächsischen Weg vereinbarte Vor-Ort-Betreuung von Natura-2000-Gebieten auch im Aller-Leine-Tal realisiert wird und werden uns dafür einsetzen, dass eine der 15 vorgesehenen Ökologischen Stationen in unserer Region entsteht“, ergänzt Oldenburg und weist darauf hin, dass „selbst nach der Ausweisung der Flussaue als FFH- und Vogelschutzgebiet Grünländereien, Nasswiesen und Ruderalfluren umgebrochen wurden und Wiesenbrüter wie Kiebitz, Rotschenkel und Uferschnepfe fast völlig verschwunden sind“.

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