Naturpark-Tag: Rund 500 Freiwillige aktiv

Am 13. November tatkräftig die Lüneburger Heide schützen: Wer hilft mit?

Naturpark-Tag: Rund 500 Freiwillige aktiv

Als parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sind Anzug und Krawatte die „Berufsbekleidung“ von Michael Grosse-Brömer. Diese wird allerdings gegen Hemd, robuste Hose und festes Schuhwerk getauscht, wenn es denn gilt, in der freien Natur mit anzupacken, um die Heidelandschaft zu pflegen und zu erhalten. Und dazu haben Interessierte wieder am zweiten Samstag im November Gelegenheit, denn dann organisiert der Naturpark Lüneburger Heide den regionsübergreifenden Naturpark-Tag. Am 13. November steht dieser zum nunmehr zehnten Mal auf dem Programm. Rund 500 Freiwillige werden in den drei Landkreisen Heidekreis, Lüneburg und Harburg zur Natur- und Landschaftspflege erwartet. Die Schirmherrschaft hat Michael Grosse-Brömer übernommen.

„Die Heidelandschaft will gepflegt sein“, weiß der Politiker: „Gemeinsam mit den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern freue ich mich auf den Naturpark-Tag, der nach einem Jahr Pause jetzt wieder stattfinden kann. Alle sind eingeladen, sich für den Erhalt der einmaligen Kulturlandschaft vor unserer Haustür einzusetzen und am 13. November mitzumachen“, unterstreicht Grosse-Brömer. Einen Schwerpunkt werden auch diesmal wieder Entkusselungsmaßnahmen bilden: „Beim Entkusseln müssen Birken und andere Pflanzen beseitigt werden, die das Wachstum und Erscheinungsbild der Heide negativ beeinträchtigen“, sagt Grosse-Brömer. In der Heidelandschaft gebe es zwar immer viel zu tun, „aber im November können viele mitmachen.“

Und so sind auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Gruppen und Vereine mit von der Partie, unter anderem der Wintermoorer Oldtimer-Club, der Imkerverein, die BUND-Ortsgruppe und der Verein Heidefreunde aus Schneverdingen, der Verein Schäferhof Neuenkirchen sowie das „YouZe“ Soltau. Eine Übersicht über alle geplanten Maßnahmen und Beteiligten gibt es auf der Internetseite www.naturpark-tag.de. Auf dieser sind unter anderem auch eine interaktive Karte und Hinweise zu den Corona-Bestimmungen zu finden.

Wie bereits den Worten des Schirmherrn zu entnehmen, werden an vielen Aktionsorten im Naturpark Lüneburger Heide wieder die Heideflächen entkusselt. Kiefern- und Birkenschösslinge werden herausgerissen, ausgegraben oder abgeschnitten. Dies allerdings werde nur an bestimmten Orten geschehen und sei selbstverständlich mit den Naturschutzbehörden und den Grundeigentümern abgestimmt, betont Naturpark-Geschäftsführerin Hilke Feddersen: „Mit diesen Entkusselungsaktionen unterstützen wir die Offenhaltung der Heide- oder Moorflächen, die sonst binnen weniger Jahre verbuschen würden. Wir erhalten damit Lebensraum für viele Tiere und Pflanzenarten, die eine offene Landschaft benötigen.“

Gerade wegen der vielfältigen Einschränkungen in der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass etliche Bürgerinnen und Bürger reges Interesse daran haben, sich in gemeinsamen Aktionen für die Allgemeinheit einzusetzen. So wurden zum Beispiel die Organisatoren der Müllsammelaktion in Schneverdingen im März dieses Jahres von interessierten Helferinnen und Helfern regelrecht überrannt. Auf große Resonanz hofft nun auch das Organisationsteam des Vereins Naturparkregion Lüneburger Heide. Alle Interessierten, Jung und Alt, seien dazu eingeladen, sich in einer der knapp 30 Aktionen zu engagieren. „Die Entkusselungsaktionen sind für die ganze Familie ein besonderes gemeinsames Erlebnis und machen auch ohne Vorkenntnisse richtig Spaß. Das Entkusseln geht bei den kleinen Schösslingen gut per Hand, in dem man sie samt Wurzel rauszieht. Bei den Jungbäumen wird Hacke oder Spaten benötigt, und bei den ganz großen kommt dann schon mal eine Säge zum Einsatz“, erklärt Robin Marwege vom Verein Naturparkregion Lüneburger Heide, Projektleiter Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Für alle, die im wahrsten Sinne des Wortes „was reißen“ wollen, steht eine Ansprechperson vom Organisationsteam zur Verfügung. Diese sind an ihren heidefarbenen Naturpark-Westen zu erkennen. Es wird empfohlen, Arbeitskleidung und festes Schuhwerk zu tragen und Handschuhe einzupacken. Und wer einen Spaten oder eine Astschere hat, sollte diesen beziehungsweise diese mitbringen.

Auf dem Weg zum jeweiligen „Einsatzort“ sollten die Freiwilligen nach Schnucken gucken, denn an den Treffpunkten an den Straßenabzweigungen oder Parkplätzen stehen hölzerne „Aktionsschnucken“. Wer Fragen zum Naturpark-Tag hat, erreicht die Geschäftsstelle des Vereins Naturparkregion Lüneburger Heide unter der Telefonnummer (04171) 693139.

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