Neue Ausbildung gestartet

20 zertifizierte Natur- und Landschaftsführer für die Lüneburger Heide

Neue Ausbildung gestartet

Im vergangenen Jahr wurde die Ausbildung neuer zertifizierter Natur- und Landschaftsführerinnen und Landschaftsführer (ZNL) abgesagt, aktuell ist nun aber der Startschuss gefallen: Kürzlich begannen die angehenden Naturführerinnen und Naturführer für die Lüneburger Heide und die Südheide ihre Ausbildung. Der Naturpark Lüneburger Heide koordiniert das Angebot in Kooperation mit der Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz zusammen mit Heide-Ranger und Lehrgangsleiter Jan Brockmann. Das Team ließ sich einiges einfallen, um in einem Mix aus hybrider und persönlicher Wissensvermittlung einen goldenen Weg zu finden.

Am ersten Kurswochenende ging es für die 20 Teilnehmer neben einem dichten Online-Programm auch auf eine Exkursion durch Lüneburg, die Oldendorfer Totenstatt mit ihren Großsteingräbern sowie die angrenzenden Heideflächen und Luheauen. Sie entdeckten, wie viel über das Wechselspiel von Mensch und Landschaft in der Natur zu erkennen ist. Begrüßt wurden sie zu Beginn des Lernwochenendes durch den Leiter der Alfred-Toepfer-Akademie in Schneverdingen, Dr. Eick von Ruschkowski, seiner Kollegin und Leiterin des Bildungsbereichs Helen Börü-Schepers, durch die Geschäftsführerin des Naturparks Lüneburger Heide Hilke Feddersen und Viktoria Kluge, Naturparkmanagerin vom Naturpark Südheide.

Inhaltlich ist die Heidelandschaft mit ihrer spannenden Entstehungsgeschichte und heutigen Bedeutung für Naturschutz und Tourismus der zentrale Dreh- und Angelpunkt der Ausbildung. Aber auch Moore, Wälder und Gewässer sind Thema. Außerdem bleibt der Kurs nicht beim reinen Naturschutz-Wissen stehen, sondern verknüpft die Themen mit Fragen nachhaltiger Entwicklung wie Klimaschutz oder wirtschaftlicher Nutzung und unserem Konsum. Dazu vermittelt der Kurs generelle Kenntnisse über Veranstaltungskonzeption, Recht und Pädagogik. Wenn die neuen ZNLer im Mai nach zwei Seminarwochenenden, einer Blockwoche und einer theoretischen und praktischen Abschlussprüfung ihr Zertifikat in den Händen halten, sind sie zwar spezialisiert auf die Lüneburger Heide, ihre Ausbildung ist aber bundesweit über den Dachverband Banu anerkannt. Die Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz in Schneverdingen koordiniert für Niedersachsen die Ausbildungen und ist entsprechend Partnerin für die beiden Naturparke Lüneburger Heide und Südheide. In diesem Jahr kommen die Teilnehmenden etwa aus Hermannsburg, Soltau, Lüneburg, Schneverdingen, Amelinghausen und Buchholz – decken also grob die gesamte Region Lüneburger Heide ab.

Die Ideen für eigene Führungen sind vielfältig: von der klassischen Heideführung über kostümierte Stadtführungen bis hin zu Natur-Kindergeburtstagen. Insgesamt sind seit 2012 mehr als 100 Natur- und Landschaftsführer ausgebildet worden, und viele von ihnen geben ihre neu erworbenen Kompetenzen bei Führungen weiter. „Die ZNLer helfen dadurch bei der Umweltbildung mit“, sagt Robin Marwege, Projektleiter beim Naturpark Lüneburger Heide. „Sie vermitteln Informationen, die zeigen, wie wertvoll die Natur für den Menschen ist. Ihre Führungen sind letztlich Teil einer umfassenden Besucherlenkung, die das Bedürfnis nach Erholung und den Schutz der Lebensräume austarieren muss.“

Der Naturpark Lüneburger Heide hat diese Ausbildung im Rahmen des EU-geförderten EFRE Projektes Bildung für nachhaltige Entwicklung mit finanziert. Mit dem EU-Geld ist es auch möglich, das Netzwerk die ZNLer, die nach der Ausbildung jeder für sich ihr Angebot ausarbeiten und vermarkten, mit Leben zu füllen. Der Naturpark Südheide unterstützt die Ausbildung sowie die Netzwerkarbeit durch finanzielle Mittel, die ihm dank der Landes-Naturparkförderung bereitstehen. So lädt Projektleiter Marwege etwa zu Netzwerktreffen ein oder bietet Termine für regionale Stammtische an. Viele der Gästeführer, die auf der Internetseite des Naturparks gelistet sind, haben ein ZNL-Zertifikat. Dafür hilft die Gesamtheit der Natur- und Landschaftsführer mit, die Aufgaben der Naturparke im Bereich Bildung und Öffentlichkeitsarbeit zu erfüllen. Und ab April sind es wieder einige mehr, die für ein gelungenes Miteinander für Mensch und Natur eintreten können.

Der Naturpark Lüneburger Heide ist Modellregion für nachhaltige Entwicklung und wird durch einen gemeinnützigen Verein getragen, in dem sich die drei Landkreise Harburg, Heidekreis und Lüneburg sowie alle Kommunen im Städtedreieck Lüneburg, Soltau und Buchholz engagieren. Die Aufgaben des Naturparks Lüneburger Heide reichen von der Förderung von Maßnahmen zur nachhaltigen, naturgebundenen Erholung über die regionale Wertschöpfung bis zur Stärkung der Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung und Aktionen zur Pflege der Kulturlandschaft. Mit einem großen Netzwerk aus vielen Partnern setzt der Naturpark seine Aufgaben um. Weitere Informationen zum Naturpark Lüneburger Heide, seinen Aufgaben und Angeboten sind im Internet unter www.naturpark-lueneburger-heide.de zu finden.

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