Tier- und Naturfreunde haben am 30. Mai die Gelegenheit, im Rahmen einer dreistündigen Führung unter fachkundiger Leitung des 1. Vorsitzenden des NABU Nienburg, Jens Rösler, das Naturparadies „Liebenauer Gruben“ im Landkreis Nienburg/Weser aus „zweiter Hand“ kennenzulernen und auentypische, zum Teil sehr seltene Vogelarten wie Fischadler oder Neuntöter zu beobachten.
Das Naturschutzgebiet „Liebenauer Gruben“ liegt in einer Weserschleife zwischen Binnen und Leeseringen. Das rund 142 Hektar große Areal umfasst einen Komplex aus weitgehend zusammenhängenden Stillgewässern, die aus einem fast vier Jahrzehnte währenden Sand- und Kiesabbau und durch ihre Lage im Überschwemmungsgebiet der Weser hervorgegangen sind. Der Anschluss der Stillgewässer an die Weser hat eine weitgehend eigendynamische Entwicklung des Gebiets hin zu einer naturnahen Auenlandschaft ermöglicht, die sich seit 2017 im Eigentum der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe befindet. Die „Liebenauer Gruben“ sind eine Landschaft von besonderer Eigenart, Vielfalt und Schönheit und Lebensstätte schutzbedürftiger Tier- und Pflanzenarten. Röhrichtgürtel, Verlandungszonen und Weidengebüsche, aber auch Spülsandflächen charakterisieren das Gelände, in dem heute fast 130 Vogel- und mehr als 280 Pflanzenarten zu finden sind, darunter seltene Pflanzen wie die Schwanenblume und der Blutrote Storchenschnabel.
Nachts jagen Teichfledermäuse über den Wasserflächen, im Schilfgürtel sind Rohrammern und Rohrsänger beheimatet, in Flachwasserzonen suchen Watvögel nach Nahrung und auf schwimmenden, künstlichen Inseln haben sich Flussseeschwalben angesiedelt. Da die Mittelweser-Aue stark von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und zahlreichen Abbaustätten geprägt ist, sind Elemente der früheren Auen-Landschaft weitgehend verschwunden und mit ihnen ihre Funktion im Naturhaushalt. Vor diesem Hintergrund tritt die besondere Bedeutung des Naturschutzgebiets als ungestörter Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen sowie als Rastgebiet für Wasservögel hervor, die alljährlich auf dem Zug zwischen den südlichen Winter- und den nördlicheren Brutquartieren einen Zwischenstopp in den „Liebenauer Gruben“ einlegen.
Da die Exkursion in sensible, öffentlich nicht zugängliche Bereiche führt, ist eine Anmeldung für die auf maximal 20 Teilnehmer begrenzte Führung bei Armin Welz unter der Rufnummer 0151-25709303 erforderlich. Treffen ist um 9 Uhr auf dem Parkplatz gegenüber der St. Johannis-der-Täufer-Kirche in Ahlden. Die Bildung von Fahrgemeinschaften ist möglich, Hunde können nicht mitgebracht werden.