Oster-Flashmob mit Sicherheitsabstand

Posaunenchöre sorgen um 10.15 Uhr für „akustisches Oster-Band“

Oster-Flashmob mit Sicherheitsabstand

Die Einschränkungen infolge der Corona-Krise treffen die Kirchen ganz besonders an Ostern. Die Gotteshäuser müssen leer bleiben an diesem hohen christlichen Feiertag, an dem üblicherweise in besonderen Gottesdiensten mit Chorgesang, Orgel- und Posaunenklängen die Auferstehung Christi gefeiert wird. Doch auch, wenn die Kirchenbänke nicht besetzt sind, soll es Ostern geistliche Musik live für alle geben, dank einer ganz besonderen Aktion: Ein „Auferstehungsflashmob“ - natürlich unter Berücksichtigung der dann geltenden Gesetze/Vorschriften/Abstandsregeln - soll dafür sorgen, dass „ein akustisches Oster-Band durch die Lande schallt“, wie Mathias Hartmann, Kantor des Kirchenkreises Soltau, hofft.

Aufgerufen zu der musikalischen Aktion „Ostern vo(r)m Balkon“ hatte ursprünglich das Posaunenwerk der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Über E-Mails und Facebook-Gruppen verschiedenster Posaunenchöre zog die Idee dann schnell immer weitere Kreise und wurde schließlich zu einer bundesweiten Aktion.

Hartmann warb dafür im Kirchenkreis Soltau: Ob singend oder mit dem Instrument, Sängerinnen und Sänger, Bläserinnen und Bläser, wer immer ein Instrument oder seine Stimme zur Verfügung hat, spielt oder singt zur festgelegten Zeit „Christ ist erstanden“ (im Evangelischen Gesangbuch Lied Nummer 99) - „zu Hause am Fenster, auf dem Balkon, im Garten, im Wald oder in einer Kirche, auf dem Hof, auf der Straße, wo auch immer wir gerade sind“, so Hartmann in seinem Aufruf.

Der Kreiskantor hat sich sehr dafür eingesetzt, dass es nicht bei wenigen einzelnen Teilnehmern bleibt, nicht nur beim Soltauer Posaunenchor, den er selbst leitet: Er hat auch die anderen Chöre im Kirchenkreis informiert und angeregt, „die schöne, symbolträchtige Aktion“ zu unterstützen. „Wir können in unseren Chören ja derzeit nicht als Gruppe spielen, da kam diese Aktion für die einzelnen Bläser gerade recht. Ich verschicke Notenmaterial an die anderen Chorleiter, das wir dann alle für diese Aktion benutzen können“, so Hartmann. Und weiter: „Auf dass die Osterbotschaft an vielen verschiedenen Orten durch viele verschiedene Menschen - doch gefühlt wie ein Chor - viele Menschen erreicht. In der Stadt genauso wie auf dem Land, so dass ein akustisches Oster-Band durch die Lande schallt. ‚Christ ist erstanden!‘“

Der Aufruf des Posaunenwerks fand auch Anklang bei den Verantwortlichen des ZDF-Fernsehgottesdienstes, der am Ostersonntag von 9.30 bis 10.15 Uhr aus der Saalkirche Ingelheim gesendet wird. Ursprünglich war der Beginn der Aktion auf 10 Uhr festgesetzt, jetzt startet die Ostermusik um 10.15 Uhr mit dem Ende des Gottesdienstes. „Der Einsatz für die Musiker kommt dann sozusagen von dort, direkt aus dem Gottesdienst, der damit ausgeläutet wird, erläutert Hartmann.

Wer Fenster und Ohren offenhält am Ostersonntag um 10.15 Uhr, hat gute Chancen, sich von „Ostern vo(r)m Balkon“ berühren zu lassen, denn im Kirchenkreis Soltau machen ganz viele Musiker mit bei der Aktion: Fast alle Mitglieder der Posaunenchöre aus Soltau, Schneverdingen, Munster, Bispingen, Müden, Neuenkirchen, Wietzendorf und Wolterdingen sind dabei. „Das sind allein in Soltau rund 50 Personen, da müsste schon etwas zu hören sein, so Hartmann. In seinem Aufruf hat er daran erinnert, dass alle Teilnehmer sich an die aktuellen Vorschriften halten müssen, also auch Abstandsregeln unbedingt einzuhalten sind. Und: „Wer mag, spielt hinterher noch ein paar Lieder oder Musikstücke weiter“. Also: Hinhören ist angesagt!

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