Pandemie wirkt als Trendbeschleuniger

Wachstum trotz schwieriger Zeiten: Volksbank Lüneburger Heide blickt zurück auf ein besonderes Geschäftsjahr

Pandemie wirkt als Trendbeschleuniger

Für ihr Jahrespressegespräch hatte die Volksbank Lüneburger Heide dieses Mal nicht wie üblich in eine ihrer Filialen eingeladen, sondern der Vorstand meldete sich stattdessen aus einem Buchholzer Fernsehstudio. Bei der rein digitalen Veranstaltung informierten die Vertreter der Volksbank die zahlreichen Teilnehmer der Videokonferenz in der vergangenen Woche über die Ereignisse und Zahlen des zurückliegenden Jahres. Ihr Resümee: „Das vergangene Geschäftsjahr war auch für die gestandene Genossenschaftsbank, die zu den größten Norddeutschlands gehört, herausfordernd“, so die anschließende Mitteilung der Volksbank. Beim Rückblick auf ein besonderes Geschäftsjahr, in dem trotz schwieriger Zeiten Wachstum möglich gewesen sei, habe die Pandemie gleichzeitig wie ein Trendbeschleuniger gewirkt. Insgesamt war das Vorstandstrio mit Stefanie Salata, Gerd-Ulrich Cohrs und Ulrich Stock mit dem Verlauf zufrieden - und stolz auf die Volksbankmitarbeiterinnen und -mitarbeiter: „Die Genossenschaftsbank hält an den Impulsen, die sie sich für eine zukunftsorientierte Bank gesetzt hat, fest und ist ein gutes Stück weitergekommen“, so die Mitteilung.

„Wir haben die Krise bislang gut gemeistert“, resümiert Cohrs. „Sie sorgte dafür, dass wir uns schneller als geplant neu ausgerichtet haben. Wie bei vielen anderen Unternehmen beschleunigt die Pandemie einige Veränderungen, die sowieso demnächst anstehen. Unsere Annahmen zu Beginn des Jahres 2020 wurden ganz schön durcheinandergewirbelt und wir wissen noch nicht, wie tiefgreifend diese Krise am Ende auf Teile unserer Wirtschaft wirkt. Aber wir sehen uns gut gerüstet. Mit unserem konsequenten Krisenmanagement, einer Kreditvergabepolitik mit Augenmaß und mit unseren verantwortungsbewussten und engagierten Mitarbeitenden kommen wir zuverlässig durch diese Zeit.“

Trotz der Herausforderungen wie Corona, Niedrigzinspolitik und Regulatorik, erreichte die Bank laut Cohrs ein zufriedenstellendes Jahresergebnis. Dies bestätigt unter anderem die Bilanzsumme: Sie stieg 2020 um knapp acht Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Starke Zuwächse verzeichnet die Volksbank sowohl im Kredit- als auch im Anlagegeschäft.

„Wir nehmen ein hohes Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden wahr. Trotz Nullzins und teilweise Negativzins stiegen die Einlagen um sieben Prozent auf knapp drei Milliarden Euro. Auch das Wertpapiergeschäft hat ordentlich Fahrt aufgenommen. Mit einem Plus von 6,5 Prozent auf jetzt über eine Milliarde Euro spüren wir einen deutlichen und unserer Meinung nach wichtigen Trend hin zu Aktien, Fonds und anderen Wertpapieren“, so Cohrs. Auf der anderen Seite befeuert der günstige Zins weiterhin die Kreditnachfrage sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich. Hier wuchs das Volumen um stattliche 13 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. „Besonders der Mittelstandkredit und die Immobilienfinanzierung sind tragende Säulen unseres Kreditgeschäfts“, so Cohrs. Außerdem habe die Volksbank dreimal so viele Förderkredite vermittelt wie im Jahr zuvor - insgesamt rund 85 Millionen Euro. Neben gezahlten Gewerbe- und Grundsteuern (vier Millionen Euro) sowie überwiesenen Gehältern (28 Millionen Euro) flossen laut Cohrs rund fünf Millionen in Form von eigenen Bauinvestitionen in die Region. Außerdem freuten sich Vereine und Institutionen über mehr als 400.000 Euro Zuwendungen als Spende, Sponsoring oder Reinertrag. Allein 11.000 Euro kamen zum Jahresende aus einer einzigen Spendenaktion zusammen.

Die Basis ihrer finanziellen Stärke und wirtschaftlichen Bedeutung für die Region bilden die mehr als 81.000 Mitglieder und 163.000 Kunden. „Genossenschaft heißt Mitgliederverpflichtung und Mitbestimmung. Unsere Werte wie Nachhaltigkeit, Nähe und Solidarität sind heute wichtiger denn je“, erläutert Cohrs. Seit Jahren wächst die Gemeinschaft der Mitglieder kräftig - im vergangenen Jahr kamen mehr als 4.000 neue Teilhaber hinzu.

Zu den neuen Trends gehöre die Videoberatung, die sich laut Stock immer größerer Beliebtheit erfreue: „Vielfältige Kommunikation heißt für uns, unseren Mitgliedern und Kunden die Möglichkeiten zu bieten mit uns in Kontakt zu treten, die für sie gerade passen. Neben dem Internet kann das der Besuch einer Filiale, die Videoberatung, das Telefonat, die E-Mail oder der Chat sein. In vier Filialen bieten wir mittlerweile auch unseren einfach zu bedienenden VideoService mit sehr erfreulichen Nutzerzahlen an. Dieser ermöglicht den persönlichen Kontakt mit unseren gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im ‚DialogCenter‘. Und das wochentags von 8 bis 18 Uhr und somit über die Öffnungszeiten der Filialen hinaus.“ Für viele sei das „DialogCenter“ mittlerweile zu einem regelmäßigen Anlaufpunkt geworden. Nähe und Digitalisierung sei für die Volksbank dennoch kein Widerspruch, betont Stock: „Wir haben im Jahr 2020 gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Kunden gelernt, vielfältige neue Kommunikationswege für Beratung und Serviceleistungen zu nutzen. Die Entwicklungen veranlassen uns, die angebotenen Zugangswege ständig zu überprüfen und bei Bedarf an das Nutzungsverhalten anzupassen.“

Coronabedingt sind einige Filialen noch mindestens bis zum 30. April nur eingeschränkt geöffnet. Stock erklärt hierzu: „Um die zurzeit mit bedientem Kundenservice geöffneten Filialen personell zu stärken, setzen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter flexibel ein.“ Bereits vor Corona passte die Bank in ausgewählten Standorten die Öffnungszeiten an. „Die Erwartungen unserer Kunden haben sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Insgesamt wurde die VR Banking-App im vergangenen Jahr von unseren Kunden 5,4 Millionen Mal und das Online-Banking fast 4,4 Millionen Mal genutzt. Die Zahl derer, die alles mit und in der Filiale machen, ist bereits vor der Pandemie um 35 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Kunden, die alles digital abwickeln möchten. Und dazwischen findet sich die Mehrheit, die alle Wege nutzen und beliebig zwischen Filiale, Online und Telefon wechseln wollen“, so Stock.

Ein weiterer Beratungsfokus liege für die Volksbank auf den Bereich Mittelstand und Immobilienfinanzierung: „Die Finanzierung von Investitionen in der gemeinsamen Heimat von Bank, Mitarbeiter und Kunden sehen wir als starken Kern unserer genossenschaftlichen Werte an“, meint Salata. Und weiter: „Wir unterstützen die kleinen und mittelständischen Unternehmen in dieser ungewissen Zeit schnell und einfach. Mit Überbrückungskrediten genauso wie mit der Antragstellung für die KfW-Mittel.“

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