Ein unvergessliches Radsport-Wochenende in der Eifel: Mit der Rekordzahl von über 12.000 Teilnehmern bot das diesjährige Radsportfestival „Rad am Ring“ eine spektakuläre Kulisse für das legendäre 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife. Zwischen ohrenbetäubendem Jubel, glühender Tageshitze und der absoluten Dunkelheit der Nacht bezwangen begeisterte Sportler die berüchtigte Rennstrecke. Mittendrin zeigte die Delegation des Vereins Triathlon Heidekreis, wie man die härtesten Abschnitte des Rings mit eisernem Willen und herausragender Fitness bezwingt – belohnt mit einem sensationellen Podiumserfolg und starken Team-Platzierungen.
Während Teams sich die Belastung teilen können, lastet der Mythos Nordschleife auf den Einzelfahrern besonders schwer. Pro Runde warten rund 26 Kilometer und brutale 580 Höhenmeter auf die Athleten. Ein Meisterstück gelang hierbei Jochen Gebhardt: Er nutzte die schnellen Passagen perfekt aus und meisterte die rasanten Abfahrten wie die Fuchsröhre, in denen Spitzengeschwindigkeiten von über 100 km/h erreicht werden, mit absoluter Präzision. Jedes Mal, wenn die berüchtigte Steigung an der „Hohen Acht“ mit ihren bis zu 17 Prozent Rampen vor ihm aufragte, mobilisierte Gebhardt die letzten Kraftreserven. Am Ende zahlte sich die Schinderei aus: Mit überragenden 21 Runden – was einer Distanz von weit über 500 Kilometern und mehr als 12.000 Höhenmetern entspricht – sicherte er sich den hervorragenden 3. Platz seiner Altersklasse und durfte unter großem Jubel auf das Siegerpodest steigen.
Auch Ralf Hetzer stellte sich dieser ultimativen mentalen und physischen Herausforderung als Solo-Starter für den Triathlon Heidekreis. Ohne den Beistand wechselnder Teampartner biss er sich Runde um Runde durch das wellige Asphaltband der Eifel.
Ebenso wurde in den Frauenwertungen der Einzelfahrer den Athletinnen alles abverlangt. Angeführt von der enormen Stimmung an der Strecke lieferten sich die Fahrerinnen des Vereins packende Duelle gegen die Uhr. Flügel verlieh die Atmosphäre dabei Anja Poppe Neumann als Debütantin sowie Heidi Eggers: Beide pushten sich dabei mehrere Runden über die Nordschleife Trotz brennender Muskeln war es besonders für Poppe Neumann eine neue Erfahrung im Rennradsport. Besonders als man gemeinsam am Sonntagmittag unter dem tosenden Applaus der Zuschauer glücklich über die Ziellinie fuhr und die Finishermedaille in Empfang nahm.
Dass Radsport trotz aller Quälerei auch ein Mannschaftssport ist, bewies das stark besetzte Vierer-Quartett des Vereins, das unter dem Namen „Team Heidekreis“ an den Start ging. Die Strategie von Jens Butschbach, Thomas Begemann, Andreas Grolms und Frank Rohleder war klar: Vollgas von der ersten Sekunde an und schnelle Wechsel welche das hohe sportliche Niveau im Verein unterstrichen.
Als nach exakt 24 Stunden die Zielflagge fiel, war die Erleichterung im Fahrerlager des Triathlonvereins groß. Erschöpft aber glücklich über den Erfolg zog man Resümee.
Durch diese perfekte Abstimmung und die mannschaftliche Geschlossenheit schraubte das Quartett seine Rundenanzahl kontinuierlich in die Höhe. In einem hochkarätig besetzten Feld belohnte sich die Mannschaft für ihren unbändigen Kampfgeist: Sie erkämpften sich den starken 6. Platz von insgesamt 13 teilnehmenden Mannschaften in ihrer Wertungsklasse.
Unabhängig von den finalen Platzierungen in den Ergebnislisten – wer die „Grüne Hölle“ einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang bezwingt, gehört zu den Gewinnern. Für die Einzelfahrer und das „Team Heidekreis“ steht nach den Strapazen fest: „Die Medaille im Ziel schmeckt nach diesem historischen Kraftakt süßer als je zuvor.“