Rekordumsatz bei Immobilien

Neue Bodenrichtwerte für landwirtschaftliche Flächen

Rekordumsatz bei Immobilien

Wegen der Pandemie konnte der Gutachterausschuss dieses Jahr zwar nur digital tagen, zu einem Ergebnis kamen die Experten dennoch. Für das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) betrachtete die Gruppe die Entwicklungen der Bodenrichtwerte im Zeitraum des vergangenen Jahres. Laut ihrem Bericht habe es zum einen einen Rekordumsatz auf dem Immobilienmarkt im Landkreis Heidekreis gegeben. Zum anderen nahmen die Fachleute auch andere Bereiche unter die Lupe: „Der Gutachterausschuss Sulingen-Verden hat die neuen Bodenrichtwerte (Stichtag: 31. Dezember 2020) für landwirtschaftliche Flächen bereits beschlossen und veröffentlicht. Die Bodenrichtwerte für Bauland und der neue Grundstücksmarktbericht sind schon in Arbeit“, so die Mitteilung des Dezernatsleiters Gerd Ruzyzka-Schwob.

Der Gutachterausschuss geht in seinem Bericht zuerst auf die allgemeinen Umsätze ein: „Im Landkreis Heidekreis erreicht der Geldumsatz auf dem Immobilienmarkt mit insgesamt 425 Millionen Euro den höchsten Stand aller Zeiten. Gegenüber dem Vorjahr wächst der Umsatz damit um rund 19 Prozent. Auch die Zahl der Verkäufe mit 1.980 bewegt sich im Bereich der Vorjahre 2016 bis 2019. Der Zuwachs im Geldumsatz ist sowohl auf die bebauten Grundstücke, als auch auf gestiegenen Umsatz bei Eigentumswohnungen zurückzuführen. Nur landwirtschaftliche Flächen sind im Geldumsatz und der Anzahl der Verträge rückläufig“, so Ruzyzka-Schwob.

In seiner Mitteilung kommen der Dezernatsleiter und seine Kollegen bei den Richtwerte für land- und forstwirtschaftliche Flächen zu diesen Ergebnissen: „In 224 Kaufverträgen wurden insgesamt 737 Hektar landwirtschaftliche Flächen mit einem Gesamtumsatz von 14 Millionen Euro gehandelt. Der Geldumsatz der landwirtschaftlichen Immobilien ist damit um 22 Prozent gesunken. Der mittlere Preis für den Quadratmeter Ackerland sank auf 2,70 Euro um vier Prozent. Für Grünland ist mit einem mittleren Preis von 1,29 Euro ein leichter Preisanstieg festzustellen.“

Insgesamt sei die Preisentwicklung für Ackerland bis 2019 nahezu linear angestiegen: „Gegenüber dem Jahr 2010 haben sich die Preise für Ackerland mehr als verdoppelt. Ob die in 2020 im Heidekreis leicht sinkenden Preisen bereits eine Trendwende darstellen. Ist noch nicht abzusehen. Einfluss auf die Preisfindung hat insbesondere die Größe des Schlages. Große Flächen von etwa zehn Hektar werden 13 Prozent über dem Richtwert gehandelt, der sich auf zwei Hektar große Flächen bezieht. Kleinere Flächen müssen hingegen entsprechende Abschläge hinnehmen.“

Laut der Mitteilung des LGLN liegen die Bodenrichtwerte für Ackerland im nördlichen Heidekreis zwischen 1,70 Euro je Quadratmeter in Munster und drei Euro in Soltau. Im südlichen Heidekreis liegen die Richtwerte für Ackerland zwischen 2,20 Euro je Quadratmeter in Lindwedel und drei Euro je Quadratmeter im Raum Walsrode. „Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr keine Veränderung“, so der Bericht. Beim Grünland liegen die Richtwerte im gesamten Landkreis zwischen 1,20 Euro im Osten (etwa in Munster) und 1,90 Euro in Schneverdingen.

Die aktuellen Diskussionen in der Landwirtschaft um die Reduzierung des Einsatzes von Dünger in den „roten Gebieten“ und die Einschränkung von Unkrautvernichtungsmitteln haben sich bisher noch nicht in den Kaufpreisen widergespiegelt: „Der anteilige Umsatz in diesen Bereichen entsprach der anteiligen Fläche. Auch auf die Preise ist in diesen Gebieten bisher kein Einfluss festzustellen. Eher wirken sich die Verdrängungen durch große Neubaugebiete beispielsweise für Gewerbegebiete entlang der Autobahn und neue Baugebiete preistreibend aus“, so die LGLN-Mitteilung.

Im Bezug auf Pachtpreise für land- und forstwirtschaftliche Flächen sehen die Experten folgende Entwicklung: „Im Grundstücksmarktbericht werden auch die bekannt gewordenen Pachten für landwirtschaftliche Flächen analysiert. Auch hier wirkt sich neben der Lage vor allem die Größe des Schlages in der Pachtwertfindung aus. Je größer die Fläche, desto höher die Pacht je Hektar. Die mittlere Pacht für Ackerland liegt im Heidekreis bei 300 Euro je Hektar. Das Pachtpreisniveau ist weitgehend unverändert. Insbesondere bei den neu vereinbarten Pachten ist eine große Streuung festzustellen. Neben der Lage, Größe und Bodengüte wirken hier auch persönliche Verhältnisse zwischen Verpächtern und Pächtern in der Preisgestaltung mit. Grünland wird im Mittel für etwa 200 Euro je Hektar und Jahr verpachtet.“

Der Gutachterausschuss zur Betrachtung und Veröffentlichung der Bodenrichtwerte: „Die Bodenrichtwertsitzungen finden jährlich statt. Aufgrund der Corona Lage wurden in diesem Jahr alle Richtwertsitzungen in hybrider Form als Videokonferenz mit wenigen anwesenden Teilnehmern durchgeführt. Die beschlossenen. Bodenrichtwerte für landwirtschaftliche Flächen und für Bauland werden im Bodenrichtwertinformationssystem (BORIS-NI) veröffentlicht. Dies ist im Internet unter www.gag.niedersachsen.de zu finden und wird in wenigen Wochen mit den aktuellen Werten frei geschaltet. Ab diesem Berichtsjahr sind alle Richtwerte und der Grundstücksmarktbericht im Internet gebührenfrei einzusehen. Künftig soll die Anwendung auch als Boris-mobile auf mobilen Geräten zur Verfügung stehen. Hierdurch sollen die telefonischen und schriftlichen Anfragen in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses zurückgehen.“

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