„Schaler Beigeschmack“

AfD bei Kandidatenvorstellung nicht einbezogen

„Schaler Beigeschmack“

Bei der Vorstellung des Landratskandidaten Jens Grote, Jurist und Präsident des Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, hinter den sich CDU, SPD, Grüne und Bürgerunion sowie die Bürgerlisten in Walsrode und Bad Fallingbostel gestellt haben (HK berichtete), war die AfD nicht mit einbezogen - und hat darauf jetzt in einer Mitteilung reagiert.

„Auch wir sind von der Präsentation des neuen Landratskandidaten überrascht. Eine demokratisch in den Kreistag gewählte Partei bei diesem Findungsprozess völlig außen vor zu lassen, hinterlässt einen schalen Beigeschmack“, so der Vorsitzende der AfD-Kreistagsfraktion Bernhard Schielke. Die AfD wünsche sich einen Kandidaten, der in der Region verwurzelt, für den Transparenz und Bürgernähe selbstverständlich und für den der Werbeslogan einer anderen Partei „Den gesamten Heidekreis im Blick“ gelebtes Handeln seien.

„Er sollte eigene Positionen aktiv einbringen, in der Region bekannt sein und möglichst von vielerlei gesellschaftlichen Organisationen mitgetragen werden. Selbstverständlich sollte er alle Parteien mitnehmen und einbinden“, so wünscht es sich Schielke.

Die AfD bedauere ausdrücklich, dass der neue Landratskandidat von wenigen nach Hinterzimmerart ausgewählt worden sei: „Wir hätten uns gern bereits im Vorfeld einmal mit Herrn Grote ausgetauscht. Wie führungsstark ist der Kandidat? Ist er kompetent, dem hochverschuldeten Landkreis aus der Krise zu helfen?“

Außerdem weist der AfD-Kreistags­fraktionschef darauf hin, dass die Dienststelle Braun­schweig der Landesaufnahmebehörde 2017 in einen Skandal in Zusammenhang mit Sozialbetrug verwickelt gewesen sei. „Ist ausreichend geprüft worden, ob Herr Grote als damaliger Präsident der LAB mit diesen Vorgängen nichts zu tun hatte?“

Er, Schielke, sorge sich auch um den Umgang mit dem amtierenden Landrat Manfred Ostermann: „Dass jetzt die beiden großen Parteien Fehler fast nur bei Herrn Ostermann suchen und nicht mehr auch bei sich selbst, ist absolut schlechter Stil.“ Der Landrat habe immerhin 15 Jahre die Geschicke im Landkreis gestaltet und sich allen politischen Akteuren gegenüber fair verhalten.

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