Sechsspurig ausgebaut: Wieder freie Fahrt auf der A 7 im Heidekreis

Erstes Teilstück angeschlossen/ weitere Arbeiten allerdings kaum vor 2022

Sechsspurig ausgebaut: Wieder freie Fahrt auf der A 7 im Heidekreis

Da es kein Band zu zerschneiden und keinen roten Knopf zu drücken gab, trugen Staatssekretär Enak Ferlemann und Niedersachsens Verkehrsminister, Dr. Bernd Althusmann, ein nicht mehr benötigtes Informationsschild auf dem Rastplatz Wolfsgrund beiseite. Damit war am vergangenen Mittwoch der Symbolik Genüge getan und der frisch auf insgesamt sechs Spuren ausgebaute Abschnitt der A 7 zwischen dem Walsroder Dreieck und der Anschlussstelle (AS) Bad Fallingbostel auch offiziell eingeweiht. Die Baustelle, die hier die Autobahn seit 2016 zum Nadelöhr gemacht hatte, ist allerdings schon seit einigen Tagen verschwunden, von Einschränkungen nichts mehr zu bemerken. Und das wird wohl auch länger so bleiben, denn der ursprüngliche „Ausbaufahrplan“ bis 2025 verzögert sich.

Drei Sektionen umfasst der geplante sechsspurige Ausbau der A 7 im Bereich des Heidekreises: Abschnitt 1 reicht von der AS Soltau-Ost bis nördlich der AS Dorfmark. Dort schließt sich Abschnitt 2 bis zur AS Bad Fallingbostel an. Abschnitt 3 verläuft dann von dort aus bis zum Dreieck Walsrode. Abgearbeitet werden diese Abschnitte von Süden nach Norden, also in der Reihenfolge 3,2,1. Das ergibt eine Strecke von insgesamt 32,2 Kilometern. Acht davon sind jetzt fristgerecht nach rund dreijähriger Bauzeit bei Kosten für den Bund von 71,6 Millionen Euro fertiggestellt worden.

Wie Niedersachsens Verkehrsminister Althusmann und Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, gleichermaßen betonten, sei die A 7 die wohl wichtigste Autobahn Deutschlands mit einem Verkehrsaufkommen von täglich zwischen 55.000 und 95.000 Fahrzeugen. Für Wirtschafts- und Tourismusverkehr sei sie die entscheidende Nord-Süd-Verbindung im norddeutschen Raum. Diese Autobahn, die an der dänischen Grenze beginnt und nach 964 Kilometern an der österreichischen Grenze bei Füssen endet, solle wegen ihres Stellenwertes und ihrer Belastung möglichst komplett auf sechs Spuren erweitert werden: „Zwischen dem Walsroder Dreieck und Hannover-Nord ist langfristig sogar an einen achtstreifigen Ausbau zu denken“, so der Staatssekretär.

Was den jetzt fertiggestellten Abschnitt mit täglich rund 62.000 Fahrzeugen - Tendenz steigend - betrifft, meinte Ferlemann, „mit dem Ausbau ist ein neuralgischer Punkt auf der A 7 verschwunden. Außerdem gab es keine Klagen, was eine schnelle Bauzeit ermöglicht hat.“ Althusmann hegt gar besondere „Gefühle“ für die A 7: „Sie ist meine Lieblingsautobahn, weil sie mich auf dem Weg nach Hause fast jeden Tag fordert. Dabei habe ich die Arbeiten auf der A 7 immer im Auge gehabt.“ Diese Zeit sei für viele Beteiligte mit erheblichen Einschränkungen verbunden gewesen.

Der Minister räumte ein, dass derartige Infrastrukturprojekte in der Bevölkerung nicht immer unumstritten seien: „Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für eine dynamische Volkswirtschaft. Das geht aber nur mit leistungsfähigen Infrastrukturen, denn sie sichern unsere Wettbewerbsfähigkeit und sind die Grundlage für Wirtschaftswachstum und Lebensqualität. Mit dem sechsstreifigen Ausbau der A 7 verbessern wir den Verkehrsfluss und erhöhen die Verkehrssicherheit.“

Ferlemanns Wunsch, jetzt gemäß der ursprünglichen Planung mit den Arbeiten nahtlos in den Ausbau des Abschnitts Bad Fallingbostel - Dorfmark überzugehen, erfüllt sich allerdings nicht: Aus baurechtlichen Gründen wird das Planfeststellungsverfahren für diesen Abschnitt erst Anfang 2020 eingeleitet. Damit, und hier sind sich Ferlemann und Günther Henkenberens, Präsident der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, einig, sei mit einem weiteren Ausbau wohl nicht vor 2022 zu rechnen. Damit dürfte dann auch der „Fahrplan“, die gesamte Strecke zwischen 2016 und 2025 fertigzustellen, hinfällig sein.

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