Trägerverein: Vorstand hat sich neu formiert

Swantje Klapper ist neue Vorsitzende des Heidekreis-Musikschule e.V.

Trägerverein: Vorstand hat sich neu formiert

Ein Instrument spiele sie zwar nicht, erklärt Swantje Klapper, doch sie singe gern, sei aktiv im Chor - und: „Musik ist für mich ganz wichtig und sie ist von großer Bedeutung im Bildungssystem“, so die Ahldenerin. Das und dazu ihre frühere Tätigkeit als Schulleiterin in der Wedemark sind gute Voraussetzungen für ihr neues Amt: Klapper ist Vorsitzende im Trägerverein der Heidekreis-Musikschule. Dort ist ihre Stellvertreterin Gunda Ströbele schon seit langer Zeit vertreten - doch innerhalb des Vorstandes sind noch weitere Posten neu besetzt worden: Bei einem Pressetermin in der vergangenen Woche stellen Schulleiter Jürgen Heusler und sein Stellvertreter Sönke Klegin zusammen mit Geschäftsführerin Iris Hennig den neuen Vorstand vor.

Über viele Jahre hatte Hubert Lux die Vorstandsarbeit geleitet und dabei auch entscheidend geprägt - dann riss der plötzliche Tod des Rechtsanwalts und langjährigen Vorsitzenden eine große Lücke: „Danach mussten wir uns neu sortieren“, blickt Ströbele zurück. Sie und Lux waren bereits seit der Vereinsgründung 2004 dabei, als sich die Trägervereine im nördlichen und südlichen Landkreis auflösten - die Geburtsstunde der Heidekreis-Musikschule.

Für deren Trägerverein hat der Kreis nun Swantje Klapper als neue Vorsitzende entsendet. „Es ist ein Glücksfall, dass wir sie für diese Aufgabe gewinnen konnten“, freut sich die stellvertretende Vorsitzende. Und noch zwei weitere Mitglieder hatten den Vorstand verlassen, Mattias Hennig und Rudolf Cortemme. „Wir haben im Vorstand immer gut zusammengearbeitet“, so Ströbele. Das erhoffe sich die stellvertretende Vorsitzende natürlich auch vom neuen Vorstand. In dem vertreten sind neben ihr und Klapper: Arnulf Winkelmann als Schatzmeister und Ralf Böhling als Schriftführer sowie Melanie Bade, Rüdiger Strack und Rudolf Horst als Beisitzerin beziehungsweise Beisitzer. Ebenfalls im Vorstand: Landrat Jens Grote sowie Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring und Soltaus Bürgermeister Olaf Klang.

Einige von ihnen entsendet die Mitgliederversammlung in den Vorstand, andere der Kreistag. „Diese Vorstandsmitglieder müssen aber nicht aus den Reihen des Kreistags kommen“, hebt Heusler hervor, „es muss vielmehr menschlich passen“, so der Schulleiter. Und es passe, freuen sich Heusler, Klegin und Hennig sowie die neue Vorstandsvorsitzende selbst, die übrigens nicht im Kreistag sitzt: „Wir hatten in den vergangenen Tagen bereits drei tolle Arbeitstreffen“, so Klapper.

Als sie gefragt worden sei, ob sie die Leitung des Trägervereins übernehmen wolle, habe sie nicht lang gezögert: „Es ist eine ehrenvolle Aufgabe. Ich trete natürlich in die großen Fußstapfen von Herrn Lux“, den sie als Juristen nicht werde ersetzen können, ist sich Klapper bewußt. „Stattdessen komme ich aus der praktischen Schularbeit.“ Für sie sei es entscheidend, „dass die Begeisterung für Musik bei jungen Menschen ankommt - dem möchte ich mich widmen.“ Und sie wisse und schätze, welch wertvolle Arbeit die Heidekreis-Musikschule hier leiste.

Das Team der Einrichtung mit seinen zahlreichen Standorten im gesamten Landkreis habe nach der Coronazeit wieder gut zu tun: „Seit den Ostenferien sind wir wieder voll dabei“, freut sich Klegin. Und dabei gehe es nicht allein um den Unterricht, den die 53 Musiklehrer den insgesamt rund 3.800 Schülerinnen und Schülern vermittelten, ergänzt Heusler: „Es ist auch erstaunlich, wie schnell es nach der Coronapause wieder mit den Veranstaltungen losgegangen ist.“ Überhaupt sei die Heidekreis-Musikschule noch recht glimpflich durch die Pandemie gekommen, so der stellvertretende Schulleiter: „Wir haben in der Phase nur wenige Schüler verloren - allerdings auch sehr wenig neue hinzugewonnen.“

Von der Gesamtzahl der Schüler, so schätzt Heusler, seien etwa 1.500 bis 1.600 „normale Schüler“, also jene, die ganz traditionell an den Standorten der Musikschule unterrichtet würden. „Der Rest sind sogenannte Kooperationsschüler.“ Denn die Heidekreis-Musikschule kooperiert seit langem erfolgreich mit zahlreichen Kindergärten, Schulen und Musikvereinen im gesamten Landkreis.

Es gehe dabei nicht allein um Mitglieder- beziehungsweise Schülerzahlen, sondern auch um die örtlichen Räumlichkeiten für den Musikunterricht, hebt der Schulleiter hervor: „Wenn es einen festen Standort, also eine ‚echte Anlaufstelle‘ in einem Ort gibt, dann schlägt sich das auch in den Schülerzahlen nieder.“ Der Meinung ist auch sein Stellvertreter: „Wenn es nachmittags noch einmal für den Musikunterricht in die Räumlichkeiten der ‚normalen‘ Schule geht, nehmen das viele gar nicht so differenziert wahr. Wenn es aber heißt ‚Ich gehe zur Musikschule‘, dann ist das gefühlt etwas ganz anderes.“

Doch an welchem Ort der Unterricht auch läuft - es braucht dafür qualifizierte Musiklehrer: „Und hier ist der Fachkräftemangel auch bei uns mittlerweile ein großes Thema“, weiß Heusler. Denn noch immer sei es schwierig, gut ausgebildete Kräfte beispielsweise aus den Großstädten in die Heide zu holen. „Daran hat auch Corona nichts geändert“, ergänzt Klegin.

Logo