Sorgen der Kita-Erzieherinnen

Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil hatte zu Videokonferenz geladen

Sorgen der Kita-Erzieherinnen

In einer Videokonferenz hat der hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil jetzt mit 60 Kita-Erzieherinnen und Kindertagespflegepersonen aus dem Heidekreis und dem Landkreis Rotenburg über deren aktuelle Situation gesprochen. An der digitalen Konferenz nahm auch der SPD-Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke teil.

Der Betrieb von Kindertageseinrichtungen ist in Niedersachsen derzeit grundsätzlich untersagt, zulässig ist aber eine Notbetreuung in kleinen Gruppen. Zu diesem Thema melden sich derzeit viele Bürgerinnen und Bürger aus der Region bei Klingbeil als ihrem Bundestagsabgeordneten. Dieser betonte in seiner Einführung: „Ich verstehe, dass sich Erzieherinnen und Erzieher sowie Kindertagespflegepersonen derzeit langfristige Planungen von der Politik wünschen.“ Politik könne allerdings wegen der sich dynamisch entwickelnden Corona-Lage keine Versprechungen machen.

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten auf der Konferenz noch einmal deutlich, dass man unbedingt die langfristigen Folgen des Betreuungsausfalls im Blick behalten müsse. Andere berichteten auch von ihren Sorgen bei einer kompletten Öffnung ohne Impfungen für Erzieherinnen und Erzieher sowie Kindertagespflegepersonen. Klingbeil und Zinke bestätigte, dass die Erzieherinnen und Erzieher in der dritten Impfpriorität blieben und sie sich dafür einsetzen, dass auch die Kindertagespflegepersonen dazugezählt würden.

Klingbeil berichtete zudem, dass sich die Gesundheitspolitikerinnen und -politiker seiner Fraktion dafür einsetzten, dass nun endlich die Schnelltests für Erzieherinnen und Erzieher kommen. Er zeigte Verständnis für die Irritation, hervorgerufen dadurch, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schon solch eine Verordnung herausgebracht habe, es entsprechende Tests aber gar nicht gebe.

Zinke erläuterte, dass es hierzu noch in derselben Woche eine Entscheidung auf Landesebene geben solle, wie die Organisation und Finanzierung ablaufen könne.

Zwei Tage nach der Konferenz kündigte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne dann an, dass das Personal in Schulen und Kitas sowie in der Tagespflege bis zu den Osterferien einmal wöchentlich freiwillig Corona-Schnelltests erhalten könne. Die Tests könnten etwa bei den Hausärzten durchgeführt werden. Die Kosten übernähmen die Landesregierung und die kommunalen Träger. „So maximieren wir den Corona-Schutz in unseren Schulen und Kitas und sichern gleichzeitig die Bildung und Betreuung unserer Kinder“, so Zinke weiter.

Die eigene finanzielle Situation bereitet vielen Erzieherinnen und Kindertagespflegepersonen zunehmend Sorge. Dazu berichtete Zinke in seiner Funktion als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Heidekreis von einem Beschluss des Kreistages: Elternbeiträge sollten erstattet werden, wenn Eltern ihren Nachwuchs nicht in die Kindertagespflege brächten, obwohl dies gerade möglich sei. Der Grund: Man habe Sorge, dass Eltern ihre Kinder ohne eine Erstattung irgendwann ganz abmeldeten, zudem die Finanzierung des Landes wegbreche und die Kindertagespflegepersonen ihr Einkommen verlören.

Während des Gesprächs wurde deutlich, dass sich die Erzieherinnen und Erzieher vor allem auch mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit wünschen. Eine Teilnehmerin machte deutlich, dass Kindertagespflegepersonen sich im gleichen Dilemma befänden wie Menschen im Homeoffice: Die Betreuung der eigenen Kinder zu Hause mit der Arbeit als Kindertagespflegeperson zu vereinbaren, sei sehr schwierig. Klingbeil meinte, er verstehe den Wunsch nach mehr Wertschätzung, und betonte, dass Wertschätzung in Form von Worten wichtig sei, aber nicht reiche: „Bei einer langfristig besseren Bezahlung bin ich sofort dabei“, so der Bundestagsabgeordnete.

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