Start der „Heide-Classic“

Neunte Auflage führt klassische Automobile wieder durch den Heidekreis

Start der „Heide-Classic“

Am 27. Juli startet zum neunten Mal die „Heide-Classic“, eine Ausfahrt für Automobile vergangener Epochen. Startpunkt der vom Verein für Motorsport, einem Ortsclub des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, ausgearbeiteten Veranstaltung ist der Heide-garten in Schneverdingen, der zur Mittagspause der Tagestour noch einmal angefahren wird. Das Ziel der Veranstaltung ist am Nachmittag der Rathausplatz in Munster.

Am malerischen Heidegarten in Schneverdingen starten ab 9.30 Uhr fast 90 Automobile, die einen sehenswerten Querschnitt durch die automobile Geschichte beschreiben, beginnend mit Oldtimern aus der Vorkriegs- und Wirtschaftswunderzeit bis hin zu den moderneren Youngtimern, die aber auch schon ihre 20 Jahre auf dem Buckel haben müssen. Die ältesten Fahrzeuge am Start sind ein 1937er MG T-Type Supercharged Special und ein BMW 327 Cabrio aus dem Jahr 1938. Auch ein Ehepaar aus Dänemark läßt sich den Start bei dieser Veranstaltung nicht entgehen. Der aus einer Aluminium-Karosserie bestehende MG T-Type der ersten Serie wird durch einen Kompressor zwangsbeatmet und leistet bei 1.250 ccm Hubraum rund 88 PS. Das Fahrzeug wurde 1937 nach Nord-Irland ausgeliefert. Nach dem Krieg ging das Fahrzeug in den Besitz eines RAF Piloten über. Zwischen 1965 und 1990 wechselten die Besitzer mehrfach. Von 2017 bis 2018 wurde das Fahrzeug restauriert und befindet sich seitdem in Deutschland. Der BMW wurde 1938 an die Fliegerhorstkommandantur in Berlin ausgeliefert und diente danach dem deutschen Botschafter in London als Dienstfahrzeug. Der Wagen verblieb in England und wurde dort in den 1960er Jahren restauriert, bis er nach dem Jahrtausendwechsel nach Deutschland zurückkehrte.

Noch mehr Geschichten und Hintergründe erfahren die Zuschauer bei den moderierten Fahrzeugpräsentationen am Sonnabend in Schneverdingen am Heidegarten und in Munster am Rathaus. Die Stadt Munster inspirierte den Veranstalter zudem zur Einführung einer weiteren Kategorie für Militärfahrzeuge. Diese Gelegenheit lassen sich die Eigner ehemaliger Bundeswehrfahrzeuge nicht entgehen und bringen zwei „Kübel“ (VW 181) sowie einen Unimog 404 „FuKo“ mit auf die Tour.

Nach dem Start der Teilnehmer im Minutenabstand vom Parkplatz am Heidegarten in Schneverdingen geht es auf die rund 150 Kilometer lange Strecke durch die Lüneburger Heide. Dabei wird die Route anhand eines kilometrierten Bordbuches zurückgelegt, in dem mittels Meterangaben und Wegezeichen, sogenannten „Chinesen“, die jeweiligen Abzweige angegeben werden. Dazwischen müssen, je nach gewählter Kategorie und damit Schwierigkeitsgrad, Orientierungsaufgaben nach Landkarte absolviert werden.

Zudem gilt es noch die eine oder andere Sollzeitprüfung zu absolvieren. Hier wird die exakte Einhaltung der Geschwindigkeit kontrolliert, wobei die Meßpunkte bekannt, aber nicht zwangsläufig durch einen Zeitnehmer mit Lichtschranke besetzt sein müssen. Erstmals werden auch sogenannte Gleichmäßigkeitsprüfungen gefahren. Hierbei muß ein vorgegebener Geschwindigkeitsschnitt möglichst exakt eingehalten werden. Die Meßpunkte sind hierbei nicht bekannt.

Am Heidegarten in Schneverdingen besteht für Interessierte die Möglichkeit, einen Blick auf Fahrer und Fahrzeug zu werfen, bevor die Gruppe zur ersten Etappe aufbricht. Über Wintermoor geht es Richtung Wesseloh, Fintel, Grossenwede, Lünzen, Grauen, Tewel, Schwalingen und Brochdorf nach Neuenkirchen, wo der amtierende Kartoffelkönig die Teilnehmer bei der Heide-Touristik (Kirchstraße) gegen 12 Uhr zu einer kurzen Pause begrüßen wird. Zurück geht es nach Schneverdingen über Gilmerdingen, Ilhorn und Sprengel zur Zeitkontrolle beim Autohaus Höhns in Schneverdingen (Alte Landesstraße), bevor am Heidegarten die Teilnehmer gegen 13 Uhr durch die Schneverdinger Heidekönigin Sarah willkommen geheißen und die Fahrzeuge dem interessierten Publikum durch einen Moderator vorgestellt werden.

Nach der Mittagspause geht es dann vom Heidegarten über Heber, Behringen, Bispingen, Borstel, Hützel und Breloh zum Ziel auf dem Rathausplatz von Munster. Die Weinkönigin empfängt die Teilnehmer, die dem Publikum durch einen Moderator vorgestellt werden. Besucher und Interessierte können auch hier die Fahrzeuge anschauen, Fragen stellen oder selbst in Nostalgie schwelgen. Der Old-timer-Tag klingt für die Teilnehmer schließlich in der Festhalle in Munster aus. Hier erwartet die Teilnehmer zur Krönung die abschließende Siegerehrung.

Ausgeschrieben ist die Veranstaltung in drei Kategorien: Die Gruppe der Einsteiger erwartet eine leichtere Aufgabenstellung und weniger Streckenkilometer. Die Teilnehmer der touristischen Gruppe müssen sich dagegen schon etwas mehr anstrengen, um am Ende zum begehrten Pokal zu kommen. In der sportlichen Gruppe muß der Beifahrer ganz genau hinschauen und überlegen, welche Richtung er seinem Fahrer vorgibt, um möglichst fehlerfrei das Ziel zu erreichen.

Die Gruppen wiederum sind in Klassen nach Baujahren der Fahrzeuge gegliedert. Zugelassen sind Oldtimer ab dem Beginn des Automobilbaus bis hin zur Generation der sogenannten Youngtimer, also Fahrzeuge mit einem Baujahr bis einschließlich 1999.

Wer am Sonntag selbst an den Start gehen oder als Zuschauer an der Strecke einen Blick auf Klassiker vergangener Zeiten werfen möchte, findet weitere Informationen rund um die Veranstaltung im Internet auf der Seite www.vfm-heide-classic.de

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