Stillfreundliche Orte gesucht

Hebammeninitiative im Heidekreis gestartet

Stillfreundliche Orte gesucht

Stillfreundlicher soll er werden, der Heidekreis - das wünschen sich die hiesigen Hebammen. Sie werben in einer Pressemitteilung dafür, das Stillen an öffentlichen Orten als ganz normalen Vorgang zu sehen, und haben dazu eine Initiative gegründet.

Viele Mütter stillen ihr Baby nur zu Hause, weil sie beim Stillen in der Öffentlichkeit unfreundliche Kommentare oder unangenehme Blicke erleben oder fürchten. Manche berichten, dass das Stillen ihres Babys im Café oder Restaurant nicht gern gesehen wird. Wickelplätze befinden sich oft bei der Toilette, was für eine Mahlzeit kein guter Ort ist. Manche Mütter stillen aus solchen Gründen sogar viel kürzer als sie es eigentlich gern wollen.

Die Hebammen möchten das Stillen an öffentlichen Orten im Heidekreis fördern und unterstützen und wissen sich damit nicht allein: Auch die nationale Stillkommission fordert hier ein Umdenken.

„Babys sollen solange wie möglich und gewünscht die wertvolle Muttermilch bekommen, und Mütter sollen sich nicht diskriminiert und von einem Teil des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen fühlen. Stillen ist mehr als nur Ernährung, nämlich ein Geschenk fürs Leben“, so die Hebammen.

Deshalb gibt es jetzt im Heidekreis die Initiative „Zum Stillen willkommen“. Hierbei können sich Cafés, Restaurants, Geschäfte und andere öffentliche Orte von den Hebammen zertifizieren lassen. Bisher sind die Verwaltungsgebäude des Heidekreises in Soltau, Bad Fallingbostel und Walsrode dabei, Apotheken und Arztpraxen.

Teilnehmen können alle Orte im Heidekreis, die in ihren Räumen eine (still)freundliche Atmosphäre bieten wollen. Besondere räumliche Vorgaben gibt es nicht, für die Zertifizierung ist es bereits ausreichend, wenn folgende Anforderungen erfüllt sind: eine Sitzmöglichkeit zum Stillen, Unterstützung beziehungsweise Schutz bei unhöflichem Verhalten Dritter, kostenloses Getränk (etwa Leitungswasser) für die Stillende, Toiletten und eventuell eine Möglichkeit zum Wickeln.

Erfolgreich teilnehmende Unternehmen und Einrichtungen erhalten eine Urkunde über die erfolgte Zertifizierung als stillfreundlicher Ort, eine offizielle blaue Plakette für die Außenwerbung und den Eintrag auf einer Karte im Internet, auf der alle stillfreundlichen Orte aufgeführt werden.

Mit dabei ist schon der Landkreis Heidekreis: In den Kreishäusern in Bad Fallingbostel und Soltau, im Gesundheitsamt Walsrode und auf dem Jugendhof Idingen können Mütter die „stillfreundlichen Orte“ bereits nutzen.

Interessenten können sich an Hebamme Grit Weise, Telefon: (05161) 7875231 oder E-Mail: gritt.weise@gmx.net, wenden.

Logo